In Afrika gibt es 54 international anerkannte Länder. Das flächenmässig grösste Land Afrikas ist Algerien. Ebenfalls unter den 3 grössten Ländern liegen die Demokratische Republik Kongo und Sudan.
So sieht die Liste der grössten afrikanischen Länder mit einer Fläche von mehr als 1 Mio. km² aus. Die Zahlen stammen aus der UN-Statistikdatenbank, mit Ausnahme von Sudan; dessen Daten haben wir dem CIA World Factbook entnommen.
Als nächstes folgt Tansania in Ostafrika mit einer Fläche von 947'303 km².
Welches sind die grössten Länder Afrikas?
Ein Blick auf die 5 flächenmässig grössten Länder Afrikas.
1. Algerien — das grösste Land Afrikas
Algerien liegt im Nordwesten Afrikas, in der Region des Maghreb. Amtssprache ist Arabisch, die vorherrschende Religion der Islam. Geografisch gehört Algerien zum afrikanischen Kontinent, kulturell und historisch ist es Teil der arabischen Welt. In der Vergangenheit stand das Land zudem deutlich unter europäischem Einfluss.
Rund 90% Algeriens bestehen aus Sand- und Steinwüsten, die zur Sahara gehören. Der Grossteil der Bevölkerung lebt in der nördlichen Küstenregion am Fuss des Atlasgebirges. Auch die Hauptstadt Algier liegt in diesem Gebiet, an der Mittelmeerküste Nordafrikas.
Trotz seiner enormen Grösse weist Algerien nur wenig Vegetation auf; Wälder bedecken weniger als 2% der Landesfläche. Die Wüstenregionen sind jedoch reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Gas, die das wirtschaftliche Rückgrat Algeriens bilden.
Bei Reisenden ist Algerien vor allem wegen der algerischen Sahara bekannt. Touren sind auf dem Kamel oder in komfortablen Geländefahrzeugen möglich.
Die Sahara besteht nicht nur aus Sanddünen — sie ist auch von Felsformationen geprägt. Einer der bekanntesten Orte ist Tassili n'Ajjer, ein Plateau in der Zentralsahara, berühmt für seine prähistorische Felskunst. Diese UNESCO-Welterbe-Höhlenmalereien zeigen, dass die Sahara einst ein fruchtbares Land mit Flüssen, Seen, Pflanzen und Tieren war.
Die weiteren UNESCO-Stätten in Algerien sind überwiegend kultureller Natur. Dazu zählen Ruinen antiker römischer Städte, osmanische Paläste und mittelalterliche Moscheen. Auch die Grösse moderner Moscheen beeindruckt viele Reisende.
Algerien besitzt mehrere Nationalparks, die mehrheitlich in den Bergen liegen. Die Landschaften wirken so markant, dass man sie auf den ersten Blick kaum mit Afrika, dem zweitgrössten Kontinent, in Verbindung bringt.
In Algerien wurden einige der höchsten Landoberflächentemperaturen der Erde gemessen. Bei sehr geringen jährlichen Niederschlägen zählen diese Regionen zu den trockensten Orten des Planeten. Ein anschauliches Beispiel ist Béni Abbès, eine Stadt am Ufer des saisonalen Saoura-Flusses. Reisende kommen hierher, um die gut erhaltenen Ksars zu sehen — alte Berberdörfer mit Lehmhäusern, die Einblick in die Geschichte und Baukultur der Region geben.
Algerien bleibt vielseitig. Während weite Teile des Landes von der Sahara geprägt sind, überraschen die nördlichen Berge mit dem Skigebiet Tikjda, wo klassische Wintersportarten vor einer sonst trockenen Landschaft möglich sind.
2. Demokratische Republik Kongo
Das zweitgrösste Land Afrikas nach Algerien ist die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika. Flächenmässig ist sie nur wenig kleiner als Algerien und umfasst 2'344'858 km².
Der Äquator verläuft durch die DR Kongo und prägt das Land mit tropischem Klima, hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Fast das gesamte Land liegt im Einzugsgebiet des Kongo-Flusses und ist von dichten Regenwäldern umgeben. Im Osten erheben sich die Rwenzori-Berge, während das Land im Westen über einen kurzen, 40 km langen Küstenabschnitt am Atlantik verfügt.
Die DR Kongo ist bekannt für Vulkane, Seen und Wasserfälle, ebenso für Bergtrekkings zur Beobachtung von Gorillas und Bootstouren auf dem breiten Kongo-Fluss. Sie ist das einzige Land, in dem wilde Bonobos und das seltene Okapi, eine ungewöhnliche Huftierart, vorkommen.
Reisen in die DR Kongo gelten derzeit jedoch als unsicher, bedingt durch bewaffnete Konflikte, Unruhen, ein hohes Terrorismusrisiko und Gewaltkriminalität.
3. Sudan
Sudan liegt auf Platz 3 der Liste. Vor 2011, als sich Südsudan abspaltete, war Sudan allerdings das grösste Land Afrikas.
Der grösste Teil des sudanesischen Staatsgebiets besteht aus einem Plateau, durch das das Niltal verläuft. Der Nil entsteht aus dem Zusammenfluss von 2 Flüssen — dem Weissen Nil und dem Blauen Nil — die in Khartum, der Hauptstadt, zusammentreffen.
Der südliche Teil Sudans besteht aus Halbwüsten, der Norden aus heissen, nahezu vegetationslosen Wüsten. Dazu kommen Gebirge und Savannen.
Zu den beliebtesten touristischen Aktivitäten zählen Kreuzfahrten auf dem Nil, Rafting, Bergtrekkings, Ferien an der Küste des Roten Meeres und Besuche der alten nubischen Pyramiden. Der Tourismus in Sudan ist jedoch wegen fehlender Finanzierung, schwacher Infrastruktur und politischer Instabilität, einschliesslich bewaffneter Konflikte, wenig entwickelt.
4. Libyen
Libyen gehört wie Algerien zur Maghreb-Region in Nordafrika. Eine weitere Gemeinsamkeit mit Algerien: Rund 90% des Staatsgebiets sind Wüste. Im Land treten häufig mehrtägige Sandstürme auf, die Einheimische nennen.
Libyen hat die längste Mittelmeerküste aller Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Strände sind für Besucher jedoch nicht die wichtigste Attraktion. Viele kommen wegen der eindrucksvollen Ruinen antiker römischer und griechischer Städte sowie wegen historischer Dörfer in grünen Wüstenoasen. Die bekannteste davon ist die Oase Ghadames.
5. Tschad
Die Top 5 der flächenmässig grössten Länder Afrikas schliesst Tschad ab, ein Land in Zentralafrika südlich von Libyen und an Sudan grenzend. Das Land besteht hauptsächlich aus Ebenen, mit einem einzelnen Gebirgsplateau im Norden. Diese nördliche Region ist von den Sanden der Sahara bedeckt, während der Süden Halbwüsten, Savannen und Sumpfgebiete aufweist.
Tourismus ist in Tschad wegen der geringen Entwicklung praktisch nicht vorhanden. Wer das Land dennoch besucht, erkundet den Zakouma-Nationalpark und die Guelta d'Archei — eine bemerkenswerte geologische Formation auf dem Ennedi-Plateau. Diese ganzjährig wasserführende Stelle in einer Schlucht zieht Wildtiere an und gehört zu den letzten Orten der Sahara, an denen noch Krokodile leben.
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