Wenn vom Kilimandscharo die Rede ist, denken viele sofort an den afrikanischen Kontinent, auf dem dieser eindrucksvolle Berg liegt. Doch nicht alle können genau sagen, in welchem Land er sich befindet. Und noch weniger wissen, was den Kilimandscharo so besonders macht. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum höchsten freistehenden Berg der Welt.
In diesem Artikel geht es um:
- die genaue Lage des Kilimandscharo.
- warum er als höchster freistehender Berg der Welt gilt.
- ob der Berg tatsächlich aus mehreren Vulkanen besteht.
- wie ein einziger Berg 5 Klimazonen umfassen kann.
- einzigartige Flora und Fauna, die am Kilimandscharo endemisch sind.
- wo Sie den Kilimandscharo mit eigenen Augen sehen können.
Wo liegt der Kilimandscharo?
Geografieunterricht hatten wir alle. Oft gehört dazu die Aufgabe, ein bestimmtes geografisches Objekt auf einer Karte zu lokalisieren. Würde man Menschen bitten, den bekannten Kilimandscharo einzuzeichnen, lägen nur wenige richtig. Meist fällt die Vermutung auf eines von 2 Ländern: Kenia oder Tansania.
Kenia oder Tansania?
Beim Kilimandscharo kommt es gelegentlich zu Verwechslungen. Reisende, die den grossen Berg mit seinen Gletschern am Gipfel sehen möchten, reisen nach Kenia. Vor Ort erfahren sie dann, dass der Berg tatsächlich im benachbarten Tansania liegt. Es bleibt nur der Blick aus der Distanz – sofern das Wetter mitspielt.
2 Perspektiven auf den Kilimandscharo
Warum hält sich diese Verwirrung? Der Grund liegt darin, dass einer der bekanntesten Blicke auf den Berg aus dem Nationalpark Amboseli stammt. Diese Perspektive gilt als ikonisch: Vor Ihnen liegt eine Ebene, in der Elefanten ziehen, und im selben Bild erscheinen die grössten Landtiere und der höchste Berg Afrikas. Dieser Blick wurde tausendfach fotografiert, vielfach gefilmt und in zahlreichen Dokumentationen gezeigt.
Disneys Animationsklassiker "Der König der Löwen" beginnt mit Szenen eines Sonnenaufgangs über der afrikanischen Savanne. Eine Elefantenherde bewegt sich durch den Morgennebel, darüber erhebt sich der schneebedeckte Gipfel des höchsten Berges Afrikas.
Selbst in Tansania sieht man nicht selten Bilder des Kilimandscharo aus kenianischer Perspektive. Das bedeutet nicht, dass Tansania keine guten Ausblicke auf den Berg hätte – davon gibt es viele. Der Unterschied ist ein anderer: In Tansania liegen in unmittelbarer Nähe des Kilimandscharo keine Nationalparks, in denen Elefanten vor dem Berg durch die Ebenen ziehen.
Koordinaten des Kilimandscharo
Der Kilimandscharo lag schon immer in Tansania. Das galt auch zu jener Zeit, als dieses Gebiet Tanganyika hiess und unter ausländischer Herrschaft stand, zunächst unter deutscher, später unter britischer Verwaltung. Zwischen dem benachbarten Kenia und Tansania gab es zwar territoriale Streitigkeiten. Sie betrafen jedoch vor allem Gebiete nördlich des Kilimandscharo. 1982 entschied der Internationale Gerichtshof der UNO diese Streitfragen zugunsten Tansanias. Der Berg selbst blieb stets Teil Tansanias; Kenia erhob nie Anspruch auf ihn. Das lässt sich auf jeder Karte des Kilimandscharo leicht nachvollziehen.
Um die Frage eindeutig zu klären, genügen die Koordinaten des Kilimandscharo: 3°04′ S, 37°21′ E.
Anhand des Breitengrads ist zu erkennen, dass Afrikas höchster Berg sehr nahe am Äquator liegt. Er befindet sich nur 3° oder 340 km südlich davon. Der Äquator verläuft durch das weiter nördlich gelegene Kenia. In der Stadt Nanyuki nahe dem Mount Kenya markiert ein Schild die Stelle, an der die Äquatorlinie verläuft.
Zum Vergleich lohnt sich ein Blick auf die Koordinaten der Grenze zwischen Kenia und Tansania. Nimmt man einen Punkt nördlich des Kilimandscharo am Grenzposten Tarakea in Tansania, lauten die Koordinaten: 2°59' S, 37°34' E. Damit liegt die Grenze zwischen den beiden Ländern näher am Äquator als der Kilimandscharo. Diese genaue geografische Einordnung lässt kaum Zweifel: Der höchste Berg Afrikas liegt in Tansania und gehört vollständig zu diesem Land.
Karte und Adresse des Kilimandscharo
Die genaue Adresse des bekannten Berges lautet: Afrika, Vereinigte Republik Tansania, Kilimandscharo-Region, Distrikte Moshi Rural, Hai und Rombo. Der Kilimandscharo liegt vollständig im gleichnamigen Nationalpark. Die nächstgelegene Stadt ist Moshi an den südlichen Hängen. Ebenfalls relativ nahe, rund 60 km entfernt, liegt Arusha, die als touristisches Zentrum Tansanias gilt. Der nächstgelegene Flughafen ist der Kilimanjaro International Airport (JRO).
Nachdem der Kilimandscharo auf der Karte verortet ist, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Bergkarte. In unserem Artikel mit Karten des Kilimandscharo sehen Sie, was den höchsten Berg Afrikas ausmacht, welche Routen zum Gipfel führen und welche weiteren Merkmale ihn prägen.
Was macht den Kilimandscharo so besonders?
Der Kilimandscharo ist nicht nur Afrikas höchster Gipfel mit Gletschern nahe dem Äquator. Als höchster Berg Afrikas zählt er auch zu den bekannten Seven Summits. Zudem gilt er als höchster freistehender Berg der Welt. Dieser Titel steht auf einer Tafel am höchsten Punkt, dem Kibo-Gipfel. Doch was bedeutet er genau?
Höchster freistehender Berg
Die meisten Berge sind Teil langer Ketten, die als Gebirge bezeichnet werden. Sie entstehen, wenn tektonische Platten gegeneinander drücken und grosse Bereiche der Erdkruste angehoben werden. Himalaya und Anden gehören zu den bekanntesten Beispielen.
Vor rund 25 Mio. Jahren begann sich die Somali-Platte von der Afrikanischen Platte zu lösen. Dadurch entstand in Afrika der Grosse Afrikanische Grabenbruch. Diese Dehnung öffnete Spalten in der Erdkruste und führte zur Entstehung mehrerer Vulkane. Einer davon wurde der Kilimandscharo mit seinen 3 klar unterscheidbaren Vulkankegeln. Diese Gipfel oder Vulkankegel heissen Kibo, Mawenzi und Shira. Der Meru, vom Uhuru Peak aus sichtbar, ist gewissermassen sein "jüngerer Bruder".
Über den umliegenden Ebenen steigt der Berg auf einer Distanz von 45 km um 4'500 m an. Dieser markante Höhenunterschied macht den Kilimandscharo zum höchsten freistehenden Berg der Erde. Der nächste bedeutende Vulkanberg ist der Meru in Tansania, rund 70 km südwestlich. Der Mount Kenya in Kenia, ein weiterer markanter ruhender Vulkan, liegt 300 km nördlich. Der Kilimandscharo erreicht 5'895 m ü. M.
Ist er wirklich der höchste freistehende Gipfel der Welt?
An Land ist der Kilimandscharo tatsächlich der höchste freistehende Berg. Betrachtet man jedoch auch den Meeresboden, gehört der Titel des höchsten eigenständigen Berges der Erde dem Mauna Kea auf Hawaii. Von seiner Basis aus misst er über 10'000 m. Über viele Kilometer hinweg gibt es keine weiteren Gipfel. Über den Meeresspiegel ragen jedoch nur 4'207 m des Mauna Kea hinaus. Wie der Kilimandscharo ist auch Mauna Kea ein Vulkan.
Der Kilimandscharo ist ein Stratovulkan
Genauer gesagt handelt es sich um einen Komplex aus 3 Vulkanen. Vor mehr als 2 Mio. Jahren schwächte ein Riss in der Afrikanischen Platte die oberste Schicht der Erdkruste. Dadurch konnte geschmolzenes Material an die Oberfläche dringen. Der erste Vulkan erhielt den Namen Shira. Er stiess Magma aus und formte eine besondere Steinstruktur, die sich über der Savanne erhob.
1 Mio. Jahre später drückte unterirdische Aktivität bei einem grossen Ausbruch westlich des Shira-Vulkans neue geschmolzene Lava nach oben. So entstand der zweite Vulkan, Mawenzi, der 2 Mal ausbrach.
Weitere 500'000 Jahre später entstand zwischen den beiden der dritte und höchste Vulkan: Kibo. Seine starken Ausbrüche und Lavaströme zerstörten den ersten Shira-Vulkan. Dessen Wände stürzten ein; zurück blieb nur eine kleinere Struktur auf der Südseite mit einem Gipfel namens Cathedral Peak. Der grösste Teil des früheren Shira-Kraters ist heute eine flache Fläche. Sie wird als Shira Plateau bezeichnet und eröffnet einen eindrucksvollen Blick auf den jüngsten Vulkan, Kibo. Dieser letzte grosse Ausbruch formte den Kilimandscharo, wie wir ihn heute kennen.
Shira und Mawenzi sind erloschen und gelten als inaktive Vulkane. Der junge Kibo hingegen wird als ruhend eingestuft. Lokalen Überlieferungen zufolge fand sein letzter Ausbruch vor rund 300 Jahren statt, ungefähr im 18. Jahrhundert. In seinem inneren Kegel, dem Reusch Crater, gibt es weiterhin Fumarolen, aus denen heisse Gase austreten. Dort sind diese Zeichen vulkanischer Aktivität und die Aschegrube zu sehen. Zeitweise erreicht der Geruch schwefelhaltiger Gase sogar den Uhuru Peak am äusseren Kraterrand.
Gletscher und Schneekappe
Der grosse Vulkan ist für seine markante Eiskappe bekannt. Frühe europäische Forschungsreisende konnten kaum glauben, dass es so nahe am Äquator Schnee und Eiswände gibt. Von Zeit zu Zeit trägt der Gipfel eine weisse Schneedecke. Das geschieht häufig während der Regenzeiten. Meist gibt es hier 2 Phasen pro Jahr, in denen in grosser Höhe Schnee fällt: zuerst die längere Regenzeit von März bis Juni, danach die kurze Regenzeit im November. Wir haben den Gipfel des Kilimandscharo einmal während eines ganzen Kalenderjahres per Satellit beobachtet. In unserem Fotobericht sehen Sie, wie viel Schnee sich jährlich am Kibo-Kegel ansammelt.
Durch den globalen Klimawandel verschwindet die Eisdecke am Kilimandscharo leider rasch. Das betrifft nicht nur den zentralen Kegel oder den Kraterrand des Kibo, sondern den gesamten Berg. Für Umweltschützer, die Tanzania National Parks Authority und künftige Bergsteiger ist das ein ernstes Thema. Die Gletscher dürften innerhalb mehrerer Jahrzehnte vollständig verschwinden.
5 Klimazonen
Dank seiner beträchtlichen Höhe umfasst der Kilimandscharo mehrere Klimazonen. Jede davon bildet eigene Ökosysteme aus. Während der Fuss des Berges in äquatorialen Waldzonen liegt, erreicht der Gipfel Höhen, in denen Wasser zu Eis gefriert.
Die Hänge des Kilimandscharo werden üblicherweise in 5 klar abgegrenzte Zonen eingeteilt. Sie unterscheiden sich durch Temperaturbereiche und Niederschlagsmuster. Entsprechend weist jede Zone eine eigene Flora und Fauna auf.
Die Klimazonen des Kilimandscharo im Überblick:
- Kultivierungszone (800–1'800 m ü. M.): Dies sind die unteren Hänge des Berges, bedeckt mit tropischen Wäldern. Die Temperaturen liegen hier meist zwischen 25 und 30 °C. Wie der Name nahelegt, wird dieses Gebiet landwirtschaftlich genutzt. Die lokale Bevölkerung baut vor allem Bananen, Mais und Kaffee an. Kilimandscharo-Kaffee geniesst unter Kennern einen sehr guten Ruf.
- Regenwaldzone (1'800–2'800 m ü. M.): In diesem Abschnitt beginnt der Nationalpark Kilimandscharo. Menschliche Aktivitäten sind dort nicht erlaubt, abgesehen von Reisenden, die den Kilimandscharo besteigen. Der Regenwald trägt seinen Namen zu Recht: Pro Jahr fallen hier 1'500–2'000 mm Niederschlag. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 10 und 25 °C. Die dichten Wälder beherbergen eine vielfältige Pflanzenwelt sowie Wildtiere wie Antilopen, Affen und eine reiche Vogelwelt. Viele Ausgangspunkte der Kilimandscharo-Routen liegen in dieser Zone.
- Heide- und Moorlandzone (2'800–4'000 m ü. M.): Spärliche Vegetation prägt diese Zone. Bei Altezza Travel bezeichnen wir sie als geheimnisvolle "verlorene Welt". Hier wachsen die besonderen Riesensenecien, die bis zu 10 m hoch werden können. Achten Sie während Ihrer Kilimandscharo-Besteigung auf sie. Wegen des geringen Niederschlags haben sich die Pflanzen daran angepasst, Wasser zu speichern oder lange Trockenphasen zu überstehen. Tagsüber schwanken die Temperaturen meist zwischen 5 und 20 °C.
- Hochlandwüste (4'000–5'000 m ü. M.): Diese karge Zone wird oft als afro-alpine Wüste bezeichnet. Sie besteht vor allem aus Fels, mit spärlicher Vegetation wie Moosen und Flechten. Tagsüber liegen die Temperaturen zwischen 0 und 10 °C.
- Arktische Zone (über 5'000 m ü. M.): Eine Zone aus Fels und Eis. Schnee bedeckt die Steinwüste gelegentlich. Diese Gletscherregion weist keine Flora oder Fauna auf. Selbst tagsüber fallen die Temperaturen häufig deutlich unter 0 °C. Für Bergsteiger am Kilimandscharo ist diese Zone wegen Höhenkrankheit und Kälte meist die anspruchsvollste.
Endemische Pflanzen und Tiere im Nationalpark Kilimandscharo
Die Hänge des Kilimandscharo weisen besondere geologische, klimatische und weitere Bedingungen auf. Dieser weitläufige Berg ist Lebensraum vieler Pflanzen, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Zwischen ihnen leben auch zahlreiche Tiere, die nur hier heimisch sind.
Im Folgenden stellen wir einige Pflanzen und Tiere vor: einige sind tatsächlich einzigartig, andere selten, und manche kommen zwar auch an anderen Orten vor, jedoch nicht weit vom Kilimandscharo entfernt.
Einzigartige Pflanzen im Nationalpark Kilimandscharo
Erwähnt haben wir bereits das eindrucksvolle Kilimandscharo-Riesensenecio (Dendrosenecio kilimanjari). Es wächst zahlreich in der Moorlandzone und in den afro-alpinen Wüstenbereichen des Berges. Diese baumartigen Pflanzen können Wasser in ihren Stämmen speichern und so lange Perioden ohne Regen überstehen. Wer den Kilimandscharo bestiegen hat, erinnert sich meist an die Riesensenecien.
Wegen ihrer Form erinnern die Pflanzen an riesige Kandelaber. Sie werden zwischen 3 und 10 m hoch. An der Spitze jeder Pflanze sitzen breite Blätter, die mit silbrigen Haaren bedeckt sind. Diese schützen vor Frost und vor der starken Sonneneinstrahlung in solchen Höhenlagen. Das Riesensenecio wächst vor allem zwischen 2'800 und 4'500 m ü. M.
Diese markanten Senecien wachsen im Durchschnitt nur 3–5,5 cm pro Jahr. Die höchsten Exemplare am Kilimandscharo sollen nahe an 250 Jahre alt sein. Ihre Präsenz gehört zu den prägenden Eindrücken einer Kilimandscharo-Besteigung.
Lobelia deckenii ist eine weitere charakteristische Pflanze des Kilimandscharo. Sie ist nicht nur an diesem Berg heimisch, sondern auch an mehreren anderen Bergen Ostafrikas. Ihre auffällige Struktur, besonders die symmetrisch angeordneten Blätter am Stamm, ist schwer zu übersehen. Diese Lobelie kann 3–4 m hoch werden.
Lobelia deckenii ist, ähnlich wie Dendrosenecio kilimanjari, an grosse Höhen und anspruchsvolle klimatische Bedingungen angepasst. Sie kann Wasser sammeln und speichern. Dieses Wasser versorgt die Pflanze und schützt zugleich ihr inneres Gewebe. Nachts gefriert es zu halbmondförmigen Eisstücken. So interessant sie aussehen: Man sollte sie nicht aus der Pflanze herauslösen. Das Eis wirkt als Schutzbarriere für die Lobelie.
Eine besonders attraktive Blume, die am Kilimandscharo und an einigen weiteren Bergen der Region heimisch ist, ist das Kilimandscharo-Springkraut (Impatiens kilimanjari). Ihren Namen verdankt die Pflanze einer charakteristischen Reaktion. Wenn die Samen reif sind, reicht eine leichte Berührung, damit die Samenkapsel explosionsartig aufspringt und die Samen verteilt. So kann sich die Pflanze über ein grösseres Gebiet ausbreiten.
Das Kilimandscharo-Springkraut fällt in seinem natürlichen Lebensraum deutlich auf. Es hat eine besondere Form, die an ein Seepferdchen erinnert, und wird oft als "Elefantenrüsselblume" bezeichnet. Seine röhrenförmige Struktur öffnet sich oben und gibt rosarote Blütenblätter frei. Die Pflanze wird meist 20–50 cm hoch. Sie gedeiht im üppigen Unterwuchs der bewaldeten Bereiche des Kilimandscharo.
Eine weitere am Kilimandscharo endemische Pflanze ist das Kilimandscharo-Immortellenkraut (Helichrysum kilimanjari). Es ist eine krautige Pflanze mit margeritenähnlichen Blüten. Sie wächst in der Heidezone und bevorzugt die felsigen Hänge des Kilimandscharo. In kargen Landschaften entlang der Route setzt sie einen feinen Farbakzent. Der englische Name "everlasting" verweist auf ihre Widerstandskraft: Sie gedeiht dort, wo viele Pflanzen nicht überleben würden. Es handelt sich um die Blütenpflanze, die an den Hängen des Kilimandscharo in den höchsten Lagen vorkommt und frostige Nächte sowie trockene Bedingungen erträgt.
Einzigartige Fauna des Kilimandscharo
Rund um den Kilimandscharo gibt es zahlreiche endemische Arten. 2 bemerkenswerte Beispiele sind die Kilimandscharo-Spitzmaus und die Delectable soft-furred mouse. Beide kleinen Säugetiere sind noch wenig erforscht; es gibt nur begrenzte Informationen über sie. Gute Bilder, die wir zeigen könnten, sind kaum vorhanden.
Die Kilimandscharo-Spitzmaus (Crocidura monax) lebt in den alpinen Regionen des Berges. Sie bevorzugt Wiesen und teils felsiges Gelände. Ihr kurzes Fell variiert von Braun über Grau bis Rötlichbraun. Die Spitzmaus hat im Verhältnis zum Körper einen eher kurzen Schwanz, eine spitze Schnauze und kleine Augen. Bemerkenswert ist ihre Anpassung an die Höhenbedingungen mit wenig Sauerstoff und kalten Temperaturen. Die genauen Mechanismen dieser Anpassung sind jedoch noch ungeklärt. Über diese bestimmte Spitzmaus ist insgesamt wenig bekannt.
Über die Delectable soft-furred mouse (Montemys delectorum) weiss man mehr. In den vergangenen Jahren wurde ihre Population intensiver untersucht. Ihr Schutzstatus ist jedoch weiterhin nicht abschliessend bestimmt. Ihren wohlklingenden Namen erhielt sie wegen ihres weichen, feinen und seidigen Fells. Dieses schlanke Nagetier hat einen langen Schwanz und ist überwiegend nachtaktiv. Es jagt Wirbellose und frisst verschiedene Pflanzen.
Diese Mäuse leben in Wäldern auf Höhen zwischen 1'000 und 2'400 m ü. M. Ausser am Kilimandscharo kommt die Delectable soft-furred mouse auch in anderen Hochlandregionen Ostafrikas und benachbarten Gebieten vor. Weitere Forschung könnte mehr über ihre Lebensweise zeigen und die Einordnung der Art anhand ihrer verschiedenen Lebensräume genauer klären.
Von einem anderen am Kilimandscharo endemischen Nagetier haben wir jedoch ein Foto: der Mount Kilimanjaro vlei rat (Otomys zinki). Wie bei einigen anderen endemischen Arten ist auch über sie nur wenig bekannt. Sie lebt ausschliesslich an diesem Berg, vor allem zwischen 2'300 und 4'000 m ü. M., besonders in Sumpfgebieten und überflutbaren Wiesen. Die Art wird als gefährdet eingestuft.
In den kühlen Bergbächen des Kilimandscharo lebt ein Frosch namens Strongylopus kilimanjaro. Über diese Amphibie ist wenig bekannt; ihre Beschreibung basiert auf nur 3 Exemplaren, die 1936 entdeckt wurden. Diese Tiere wurden in der sogenannten Heather-Moorland Zone auf 3'230 m ü. M. beobachtet. Vielleicht entdecken Sie sie während Ihrer Kilimandscharo-Besteigung.
Diese endemischen Frösche sind auf moosbedeckten Steinen, an Bachläufen und kleinen Teichen zu finden. Ihre Tarnung besteht aus leuchtend grünen oder gelbgrünen Tönen, häufig mit schwarzen oder dunkelbraunen Flecken oder Zeichnungen. Während der Paarungszeit geben die Männchen hohe, melodische Rufe ab, um Weibchen anzulocken.
Zwischen Wiesen, Sträuchern und Steinen des Berges lebt eine farbige Eidechse namens Agama lionotus. Besonders die Männchen fallen mit ihren kontrastreichen Farben in Rot, Orange, Blau, Grün und Schwarz auf. Weibchen sind zurückhaltender gefärbt, meist grau oder grünlich mit schwarzen Streifen.
Diese Agamen sind tagaktiv und sonnen sich häufig auf offenen Flächen. Sie bevorzugen nicht nur Steine, sondern oft auch Bäume.
Ein weiteres Reptil, das als endemisch für den Kilimandscharo gilt, ist das Kilimandscharo-Zweihornchamäleon (Kinyongia tavetana). Es lebt in Höhen von 800 bis 2'700 m ü. M. Man findet es in den Wäldern des Kilimandscharo und an mehreren benachbarten Bergen Ostafrikas.
Diese kleinen Chamäleons werden bis zu 20 cm lang. Als "zweihörnig" gelten sie wegen der 2 hervorstehenden Pseudohörner zwischen den Augen. Der wissenschaftliche Name Kinyongia tavetana verweist auf den nordkenianischen Distrikt Taita-Taveta. In diesem Distrikt liegen die hügeligen Taita Mountains. Dort leben Chamäleons, die dieser Art stark ähneln. Heute wird diese verwandte Form als eigene Art anerkannt (Kinyongia boehmei). Der geografische Bezug blieb jedoch mit den Kilimandscharo-Chamäleons verbunden.
Das Zweihornchamäleon des Kilimandscharo zeigt Braun-, Grün- und Grautöne. Die Farbe eines Chamäleons kann je nach Stimmung und Gesundheitszustand wechseln. Im Schlaf wirken die Tiere zum Beispiel weniger leuchtend. Auch mit zunehmendem Alter oder bei Krankheit verlieren die Farben an Intensität.
Vogelwelt des Kilimandscharo
Unter den Vögeln sind der Kilimanjaro White-eye, Abbott's Starling und Taveta Golden Weaver erwähnenswert. Diese Vögel, ebenso wie andere erwähnte Tiere und Pflanzen, können auch in Regionen ausserhalb des Kilimandscharo vorkommen. Einige sind nicht strikt tansanische Endemiten, da sie auch im benachbarten Kenia beobachtet wurden; der Berg liegt nahe an der Grenze. Hervorgehoben werden diese Arten, weil Reisende ihnen am häufigsten begegnen, wenn sie zum Kilimandscharo reisen, um ihn zu besteigen.
Der Taveta Golden Weaver (Ploceus castaneiceps) ist ein farbintensiver Vogel, der in den Grenzregionen von Kenia und Tansania endemisch ist. Der Name "Taveta" stammt von einer Grenzregion in Kenia. Mit seinem goldgelben Gefieder fällt diese Art deutlich auf. Sie lebt häufig in schilfigem Dickicht und sumpfigen Bereichen der Savanne. Der Vogel wurde auch in Wäldern bis auf 1'500 m ü. M. beobachtet. Bekannt ist der Taveta Golden Weaver für seine komplexen Nester, die er mit kräftigen Krallen und Schnabel geschickt baut – ähnlich wie andere Weberarten.
Abbott's Starling (Arizelopsar femoralis) lebt in den tropischen Wäldern rund um 3 Berge: Kilimandscharo, Meru und Mount Kenya. Der Vogel ist an seinem zweifarbigen Gefieder zu erkennen: oben blauschwarz, am Bauch weiss. Abbott's Starling gilt als selten, und seine Lebensräume sind stark fragmentiert. Die Art ist vom Aussterben bedroht.
Eine wirklich endemische Art, die nur auf dem Gebiet Tansanias vorkommt, ist der Kilimanjaro White-eye (Zosterops eurycricotus). Dieser kleine, olivgelbe Vogel lebt in den Hochlandwäldern des Kilimandscharo. Oft sind diese Vögel in Schwärmen zu sehen. Der Kilimanjaro White-eye unterscheidet sich von anderen Brillenvögeln durch den breiten weissen Ring um die Augen. Er gehört zu den auffälligeren Vögeln der Kilimandscharo-Region; wegen seines weichen grünlichen Erscheinungsbilds nennen wir ihn intern den "grünen Flaumball".
Wie können Sie den Kilimandscharo mit eigenen Augen sehen?
Der Kilimandscharo mit seinem eigenständigen Ökosystem zieht Bergsteiger und naturinteressierte Reisende gleichermassen an. Ob Sie den Gipfel anstreben oder die Landschaft der Region aus nächster Nähe kennenlernen möchten: Eine Reise zum Kilimandscharo gehört zu den eindrücklichen Möglichkeiten in Tansania.
Jenseits des Berges besitzt Tansania zahlreiche Naturgebiete mit vielfältiger Flora und Fauna. Warum den Aufenthalt am Kilimandscharo nicht mit einer Safari durch die Nationalparks im Norden Tansanias verbinden?
Unser Team ist für Sie da. Teilen Sie uns Ihre Interessen mit, und wir erstellen einen Reiseplan, der auf Ihre Vorstellungen abgestimmt ist. Neben dem Moment auf dem "Dach Afrikas" und den Bildern vom Gipfel können Sie weitere wenig berührte Naturräume kennenlernen.
Viele Bergsteiger reisen zum Kilimandscharo, um seinen markanten Gipfel zu erreichen. Die gute Nachricht: Es handelt sich nicht um eine technische Besteigung. Wer in vernünftiger körperlicher Verfassung ist, kann sie grundsätzlich schaffen. Die grösste Herausforderung ist häufig die akute Bergkrankheit, auch Höhenkrankheit genannt. Mit einem verlässlichen und erfahrenen Reiseveranstalter wird die Besteigung sorgfältig geplant und sicher geführt.
Mit Altezza können Sie den majestätischen Uhuru Peak des Kilimandscharo besteigen. Oder Sie unternehmen eine Tageswanderung über die aussichtsreiche Marangu-Route. Diese kurze Expedition führt Sie in die üppigen Wälder des Kilimandscharo. Mit etwas Glück begegnen Ihnen unterwegs verschiedene Wildtiere und eine vielfältige Vogelwelt. Auf der Strecke besteht zudem die Möglichkeit, kaskadenartige Wasserfälle zu besuchen und den Kaffeeanbau kennenzulernen – von der Bohne bis zur Tasse.
Möchten Sie die Hänge und Gipfel des Kilimandscharo aus verschiedenen Perspektiven sehen? Wir organisieren einen Helikopter-Rundflug rund um den grossen Berg. Aus der Luft zeigen sich die Dimensionen des höchsten Berges Afrikas besonders klar.
Aber wo liegt der Kilimandscharo?
Man könnte mit etwas Sentiment sagen: "In unseren Herzen". Wir leben seit Jahren an seinen Ausläufern, organisieren Expeditionen und haben ihn selbst mehrfach bestiegen. Altezza Travel ist der lokalen Gemeinschaft eng verbunden. Unser Engagement in sozialen und ökologischen Projekten unterstützt einen verantwortungsvollen Tourismus rund um den Kilimandscharo.
Zum Schluss die genauen Angaben zur Lage des Kilimandscharo:
- Geografische Koordinaten: 3°4′33″ S, 37°21′12″ E (-3,075833, 37,353333)
- Lage/Kontinent/Land: Afrika, Tansania, nahe der Grenze zu Kenia
- Formationsart: Berg, Stratovulkan (ruhend)
- Gebirge: Ostafrikanischer Grabenbruch
- Alter: Pliozän
- Entfernung vom Erdmittelpunkt: 6'384'134 m (weltweit Rang 4)
- Höhe: 5'895 m ü. M.
- Höchster Punkt: Uhuru Peak
- Vulkankegel: Kibo, Mawenzi und Shira
- Erste dokumentierte Besteigung: 1889 durch Hans Meyer, Ludwig Purtscheller und Mwini Amani
- Kultureller Status: UNESCO-Welterbe
- Weitere Merkmale: höchster Berg Afrikas und Nationalpark
- Nächstgelegener internationaler Flughafen: Kilimanjaro International Airport (JRO)
- Nächstgelegene Städte: Moshi, Arusha
- Reiseveranstalter: Altezza Travel
Weitere Informationen zum Kilimandscharo finden Sie in unserem Artikel 10 Fakten über Afrikas höchsten Berg.
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