Zurück

Die kältesten Länder Afrikas: 6 Orte, an denen Sie Jacke, Mütze und Handschuhe brauchen

counter article 4090
Bewertung:
Lesezeit: 7 Min.
Über Tansania Über Tansania

Wo in Afrika können Sie Schnee sehen und Temperaturen erleben, die bis auf −20 °C fallen? Von Marokkos alpiner "Kleiner Schweiz" bis zu den eisbedeckten Gipfeln des Kilimandscharo: Hier liegen die kältesten Orte des Kontinents.

Zu den kältesten Ländern Afrikas zählen Lesotho, Marokko, Südafrika, Äthiopien und Tansania sowie die Hochlandregionen Ugandas und der Demokratischen Republik Kongo. In vielen Regionen dieser Länder fallen die Temperaturen regelmässig unter 0 °C, fast jeden Winter liegt Schnee, und selbst Gletscher sind noch zu sehen. Wie kann es auf dem heissesten Kontinent der Welt solche Kälte geben?

Der Grund liegt in der Geografie: Afrika besteht nicht nur aus Wüsten und Savannen, sondern auch aus weitläufigen Gebirgssystemen, von denen viele auf über 4'000–5'000 m ü. M. ansteigen. Hoch in den Bergen begegnen einem Frost, Schnee und alpine Landschaften – selbst nahe am Äquator.

In diesem neuen Artikel stellen wir die 6 kältesten Länder Afrikas vor, deren Klima oft an Nordeuropa erinnert.

WICHTIGE FAKTEN
Lesotho – das kälteste Land Afrikas, vollständig auf über 1'400 m ü. M. gelegen. Von Juni bis August ist Schneefall verbreitet, und in den Bergen können die Temperaturen auf −15 °C sinken.
Marokko – Heimat der Stadt Ifrane, die als einer der kältesten Orte Afrikas gilt. Sie liegt im Mittleren Atlas auf rund 1'650 m ü. M. Hier fällt jedes Jahr Schnee; 1935 wurde mit −23,9 °C ein Rekordtief gemessen.
Südafrika – der kälteste Ort ist Sutherland, auf einem Plateau auf rund 1'450–1'500 m ü. M. gelegen. Von Juni bis August können die Nachttemperaturen auf −8 bis −12 °C fallen. Im Osten des Landes liegen die Drakensberge, wo die Temperaturen oberhalb von 3'000 m ü. M. auf −15 °C sinken können.
Äthiopien – im Norden des Landes liegen die Simien-Berge, Teil des Äthiopischen Hochlands. Der höchste Gipfel, Ras Dashen, erreicht 4'550 m ü. M. Die Region ist für ihre endemische Flora und Fauna sowie für starke Temperaturschwankungen bekannt.
Tansania – hier liegt der Kilimandscharo, der höchste Punkt Afrikas. Sein Hauptgipfel, der Uhuru Peak, erreicht 5'895 m ü. M. Gelegentlich fällt Schnee, und auch Gletscher sind noch vorhanden, obwohl sie infolge der globalen Erwärmung rasch schmelzen.
Uganda und die Demokratische Republik Kongo – entlang der Grenze dieser Länder verläuft das Rwenzori-Gebirge, auch bekannt als "Mondberge". Auf den 3 höchsten Gipfeln, die über 4'800 m ü. M. aufragen, liegen weiterhin Gletscher.

1. Lesotho: offiziell das kälteste Land Afrikas

Lesotho ist ein besonderes Land, denn sein gesamtes Staatsgebiet liegt über 1'400 m ü. M. Die durchschnittliche Höhe beträgt rund 2'160 m ü. M. Dank dieser ungewöhnlichen Geografie unterscheidet sich das Klima deutlich vom umliegenden Südafrika.

Lesotho ist ein unabhängiges Königreich und zugleich der südlichste Binnenstaat der Welt. Seine Fläche beträgt etwas mehr als 30'000 km², die Bevölkerung rund 2,3 Millionen Menschen.

Die Landschaft ist geprägt von Hochlandwiesen mit Zwergsträuchern, felsigen Plateaus und alpiner Tundra in höheren Lagen.

Lesotho ist zudem einer von nur 2 Orten im südlichen Afrika, an denen man Ski oder Snowboard fahren kann. Das Afriski Mountain Resort liegt in den Maluti-Bergen auf über 3'200 m ü. M. Die Hauptpiste ist rund 1 km lang. Während der Saison von Juni bis August kommen Tausende Wintersportler hierher. Das Resort ermöglicht Skifahren und Snowboarden, meist auf Kunstschnee, ergänzt durch Anfängerpisten und Tubing-Bereiche.

2. Marokko: die Stadt Ifrane

Marokko wird meist mit der Sahara verbunden. Doch der zentrale Teil des Landes wird vom Atlasgebirge durchzogen – einer mächtigen Bergkette mit Gipfeln über 4'000 m ü. M., in der eines der kältesten Klimas Nordafrikas herrscht.

Die Stadt Ifrane liegt im Mittleren Atlas auf über 1'650 m ü. M. und gilt als kältester Ort des Kontinents. 1935 fielen die Temperaturen auf −23,9 °C. Schnee fällt jedes Jahr und kann wochenlang liegen bleiben.

Im Hohen Atlas, dem höchsten Teil des Atlasgebirges, sind die Bedingungen noch strenger. Gemäss Morocco Next können die Temperaturen am Jbel Toubkal (4'167 m ü. M.) in den kältesten Phasen auf −20 °C fallen.

Die Natur in Marokkos Bergen bildet einen deutlichen Kontrast zu den Wüstenregionen. Zwischen alpinen Wiesen wachsen Zedern und Wacholder; im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, verwandeln sich die Täler in blühende Felder – ein seltenes und eindrucksvolles Bild in Nordafrika.

3. Südafrika: Sutherland und die Drakensberge

Südafrika gehört klimatisch zu den vielfältigsten Ländern Afrikas. Während die Küstenregionen meist mild sind, gilt der kleine Ort Sutherland am Nordkap als kältester Ort des Landes. Von Juni bis August sinken die Nachttemperaturen auf −8 bis −12 °C, während die Tagestemperaturen wegen der Lage auf rund 1'450–1'500 m ü. M. selten über 7 °C steigen.

Hinweis: Lesotho liegt ebenfalls im südlichen Afrika, ist jedoch ein unabhängiger Staat. Deshalb gilt Sutherland als kältester Ort Südafrikas.

Im Osten des Landes liegen die Drakensberge, deren Gipfel über 3'480 m ü. M. erreichen. In höheren Lagen fällt regelmässig Schnee, und die Temperaturen können deutlich unter den Gefrierpunkt sinken. Oberhalb von 3'000 m ü. M. werden häufig Werte bis −15 °C gemessen.

Die lokale Landschaft besteht vor allem aus grünen Wiesen und Tälern, durchzogen von kalten Bächen und Wasserfällen. Im Winter, von Juni bis August, liegen die Gipfel oft in Wolken.

4. Äthiopien: die Simien-Berge

Das Äthiopische Hochland zählt zu den höchsten Plateaus Afrikas. Hier liegen die Simien-Berge, die Höhen von über 4'500 m ü. M. erreichen. Trotz ihrer Nähe zum Äquator erinnert das Klima an hochalpine Regionen.

Die Simien-Berge liegen im Norden Äthiopiens und gehören zum Äthiopischen Hochland. Sie sind seit 1978 UNESCO-Welterbe und im Simien-Mountains-Nationalpark geschützt. Höchster Gipfel ist Ras Dashen mit 4'550 m ü. M.

Wie in anderen Höhenregionen Afrikas dominieren grüne Wiesen und Täler das Landschaftsbild. In diesem Gebiet leben endemische Arten, die sonst nirgends vorkommen, darunter der Äthiopische Wolf und Gelada-Paviane; beide sind an tiefe Temperaturen und dünne Luft angepasst.

Ein prägendes Merkmal der Region sind starke Temperaturschwankungen innerhalb eines einzigen Tages: Tagsüber können 15 °C erreicht werden, nachts sinken die Werte unter den Gefrierpunkt. Das erschwert die Landwirtschaft. Lokale Hirten tragen deshalb traditionell Wollumhänge, und Häuser werden aus Stein mit dicken Mauern gebaut, um Wärme zu speichern.

Daneben gibt es einen alten lokalen Glauben rund um kleine Bäume, die "genwarar" genannt werden – offenbar ein informeller Name, der nur von Einheimischen verwendet wird. Man glaubte, dass böse Geister in diesen Bäumen lebten und dass das Fällen eines solchen Baumes dem Geist erlauben könnte, von einem Menschen Besitz zu ergreifen. Dieser Glaube wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vom Reisenden Nathaniel Pearce in seinem Tagebuch festgehalten, das später unter dem Titel The Life and Adventures of Nathaniel Pearce (1831) veröffentlicht wurde. Die genaue Baumart ist jedoch unbekannt.

5. Tansania: der Kilimandscharo

Tansania mit seinen weitläufigen Savannen in Nationalparks wie Serengeti, Tarangire und Arusha wirkt auf den ersten Blick kaum wie ein Ort, an dem Kälte zu erwarten wäre. Doch hier liegt der höchste Gipfel Afrikas – der Kilimandscharo mit 5'895 m ü. M. Sein Gipfel, der Uhuru Peak, trägt noch immer Gletscher, und trotz der Lage nur 330 km südlich des Äquators fällt gelegentlich Schnee.

Am Eingang zum Nationalpark Kilimandscharo, etwa am Marangu Gate auf rund 1'800 m ü. M., liegen die Tagestemperaturen meist bei angenehmen 21–27 °C. Von April bis Mai sowie im November kann es jedoch regnerisch sein. Mit zunehmender Höhe sinken die Temperaturen um etwa 6–7 °C pro 1'000 Höhenmeter. Am Uhuru Peak liegen die Tagestemperaturen um 0 °C, nachts können sie auf −15 °C fallen. In den letzten Jahren ist Schneefall weniger berechenbar geworden und kann in jeder Jahreszeit auftreten.

2021 führte Altezza Travel eine Studie durch. Das Team überwachte den Gipfel mithilfe von Satellitenbildern und stellte einen Jahresbericht zur Schneelage am Kilimandscharo mit Fotografien zusammen.

Der Kilimandscharo gehört zu den wenigen grossen Bergen, die für Bergsteiger mit mittlerer Fitness zugänglich sind. Die Hänge sind vergleichsweise sanft, sodass keine technische Ausrüstung für den Alpinismus erforderlich ist. Training ist wichtig, doch Sie müssen keine Profisportlerin und kein Profisportler sein, um den höchsten Punkt Afrikas zu erreichen.

In einer separaten Checkliste haben wir zusammengestellt, woran Sie bei der Planung eines Höhentrekkings denken sollten. Sie ist hilfreich für alle, die den höchsten Gipfel Afrikas besteigen möchten – oder sich zunächst mit der Idee beschäftigen.

Kilimandscharo-Packliste als PDF herunterladen
Kilimandscharo-Packliste als PDF herunterladen
Kostenlose Kilimandscharo-Packliste mit der notwendigen Ausrüstung für die Wanderung und Empfehlungen der Spezialisten von Altezza Travel
Ihre Kilimandscharo-Packliste als PDF erhalten

Ihre Kilimandscharo-Packliste als PDF erhalten

Wir senden Ihnen die Packliste als PDF per E-Mail
RU
Dieses Feld darf nicht leer sein
Wie dürfen wir Sie kontaktieren?
Wenn Sie auf "Senden" klicken, stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.

6. Uganda und die Demokratische Republik Kongo: Rwenzori oder die "Mondberge"

An der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo liegt das Rwenzori-Gebirge. Sein höchster Punkt – Margherita Peak am Mount Stanley – erreicht 5'109 m ü. M. Laut Dartmouth College bestehen diese Berge aus sehr alten Gesteinsformationen, die mehr als 570 Millionen Jahre bis ins Präkambrium zurückreichen. Zur Einordnung: Es wird angenommen, dass ungefähr in dieser Zeit erstmals vielzelliges Leben auf der Erde erschien.

Claudius Ptolemäus, der griechisch-römische Mathematiker, Astronom und Geograf, der etwa von 100 bis 170 n. Chr. lebte, bezeichnete den Rwenzori als "Mondberge". Gelehrte der Antike vermuteten, dass hier die Quellen des Nils liegen könnten – und sie lagen teilweise richtig. Flüsse aus diesem Gebirge speisen Seensysteme, die über den Semliki-Fluss mit dem Nilbecken verbunden sind.

An den oberen Hängen und auf den Plateaus fallen die Temperaturen häufig unter 0 °C, auf den Gipfeln können sie auf −10 °C oder tiefer sinken. Selbst auf 3'000–4'000 m ü. M. liegen die Tagestemperaturen meist nur bei 10–15 °C, während die Nachttemperaturen während des grössten Teils des Jahres um 2–6 °C pendeln.

Ein weiterer Faktor, der die Temperaturen im Rwenzori beeinflusst, ist die Temperaturinversion: Eine wärmere Luftschicht hält kältere Luft darunter fest und verhindert, dass sie aufsteigt. Dadurch können tiefere Lagen zeitweise kälter sein. In Gebirgsregionen ist dieser Effekt verbreitet.

Im Rwenzori liegen noch heute einige der wenigen verbliebenen Gletscher am Äquator. Die meisten bestehen derzeit auf den 3 höchsten Gipfeln – Mount Stanley, Mount Speke und Mount Baker – oberhalb von 4'800 m ü. M. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es 43 Gletscher mit einer Fläche von rund 7,5 km². Im vergangenen Jahrhundert sind sie infolge des Klimawandels stark geschrumpft.

Häufige Fragen

Welches Land ist das kälteste in Afrika?

Das kälteste Land Afrikas ist Lesotho. Sein gesamtes Staatsgebiet liegt über 1'400 m ü. M., mehr als 80 % liegen über 1'800 m ü. M. In hoch gelegenen Gebieten können die Temperaturen auf −15 °C fallen, und Schnee fällt meist von Mai bis September – auf den höchsten Gipfeln auch ganzjährig.

Wo liegt der kälteste Ort Afrikas?

Die tiefste jemals in Afrika gemessene Temperatur wurde in der marokkanischen Stadt Ifrane registriert, wo die Temperaturen 1935 auf −23,9 °C fielen. Gleichzeitig sinken die Temperaturen auf Afrikas höchsten Gipfeln regelmässig unter den Gefrierpunkt, darunter am Kilimandscharo, im Rwenzori-Gebirge und im Atlasgebirge.

Wichtig ist jedoch: Bei der durchschnittlichen Jahrestemperatur liegt Lesotho weiterhin kälter als Marokko und bleibt damit das kälteste Land Afrikas.

Veröffentlicht am 20 März 2026 Überarbeitet am 26 Mai 2026
Redaktionelle Standards

Alle Inhalte auf Altezza Travel entstehen mit fachlicher Einordnung und sorgfältiger Recherche, im Einklang mit unseren Redaktionsrichtlinien.

Über den Autor
Yana Khan

Yana ist Autorin bei Altezza Travel und arbeitet seit 2015 im journalistischen Umfeld. Vor ihrem Wechsel in unser Team war sie als Redaktorin in der Medienbranche tätig.

Vollständige Biografie lesen
Kommentar hinzufügen
Vielen Dank für Ihren Kommentar.
Er erscheint nach der Prüfung auf der Website
Bei Fragen erreichen Sie uns jederzeit über WhatsApp

Mehr über Reisen in Tansania erfahren?

Nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf. Wir kennen die wichtigsten Reiseziele in Tansania aus eigener Erfahrung. Unsere Reisespezialisten am Kilimandscharo teilen gerne ihre Empfehlungen und unterstützen Sie bei der Planung Ihrer Reise.

Erfolgreich gesendet
Wir haben Ihre Anfrage erhalten
Wenn Sie jetzt mit unserem Team chatten möchten, tippen Sie unten, um uns über WhatsApp zu erreichen.
Hoppla
Entschuldigung, etwas ist schiefgelaufen...
Kontaktieren Sie uns bitte über den Online-Chat oder WhatsApp. Wir helfen Ihnen gerne weiter.