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Amerikanische Giganten: die höchsten Berge zum Besteigen in den USA

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Die Vereinigten Staaten verfügen über einige der eindrucksvollsten Gebirge der Welt und anspruchsvolle Routen für Menschen, die gerne in alpinem Gelände unterwegs sind. Von der rauen Wildnis am Denali, dem höchsten Berg Nordamerikas, bis zu den Vulkanbergen Hawaiis ziehen diese Gipfel Bergsteiger, Wanderer und Naturinteressierte mit ihrer Höhe und landschaftlichen Vielfalt an. 

In diesem Artikel stellen wir die 10 höchsten Berge der USA vor – mit ihren besonderen Merkmalen, Anforderungen und der landschaftlichen Eigenart, die jeden Gipfel zu einem markanten Teil der amerikanischen Bergwelt macht.

Zur Bewertung von Bergrouten werden verschiedene Schwierigkeitsskalen verwendet. Da die Gipfel Alaskas unsere Liste klar anführen, verwenden wir in diesem Artikel die Alaska-Grade-Klassifikation. Sie umfasst 6 Grade: Grad 1: Einfache Route ohne Bergsteigerausrüstung und ohne schwierige Passagen. Grad 2: Einfache, aber exponierte Route mit schmalen Graten und grosser Höhe. Grad 3: Mittel bis anspruchsvoll; Bergsteigerausrüstung wie Pickel, Seile und Steigeisen ist erforderlich. Grad 4: Schwierige, lange Route, die professionelle Kletterkenntnisse verlangt. Grad 5: Sehr anstrengender Aufstieg über steilen Fels und Gletscher. Grad 6: Äusserst anspruchsvolle Besteigung mit erheblichem Höhengewinn unter rauen klimatischen Bedingungen.

10. Granite Peak

Bundesstaat: Montana

Höhe: 3'903 m 

Schwierigkeit: Grad 3 bis 4.

Granite Peak ist der höchste Berg Montanas und steht landesweit auf Rang 10. Viele Bergsteiger betrachten ihn nach Denali in Alaska als die zweitschwerste Besteigung in den USA [mehr zu Denali weiter unten].

Der erste Versuch, den Gipfel zu erreichen, wurde 1898 vom Bergbauingenieur James Kimball unternommen. Unpassierbare Routen und schlechtes Wetter verhinderten jedoch seinen Erfolg – ebenso wie später die Vorhaben anderer Bergsteiger. Erst 1923, ein ganzes Vierteljahrhundert später, erreichte eine Gruppe von 4 Bergsteigern den Gipfel.

Laut Peakbagger, einer der ältesten elektronischen Datenbanken, die seit 1987 manuell gepflegt wird, gab es in den vergangenen 100 Jahren 402 erfolgreiche Besteigungen des Granite Peak. Auch heute ist die Route fast so anspruchsvoll wie zu Beginn des Jahrhunderts.

"Granite birgt zahlreiche Gefahren, darunter heftige Regen- oder Schneestürme, die sehr kurzfristig aufziehen können, starke Winde, rutschige Felsblöcke und das Risiko einer Unterkühlung", sagt Rick Graetz, Spezialist für Gebirgsgeografie an der University of Montana. Dennoch ist er der Ansicht, dass gerade diese Anforderungen den höchsten Gipfel des Bundesstaats zu einem der spannendsten Berge für eine Besteigung machen.

Die beiden Routen zum Gipfel – der East Rosebud Trail und der West Rosebud Trail – sind 33–40 km lang. Beide werden mit Grad 3 bis 4 eingestuft und eignen sich vor allem für erfahrene Wanderer in guter körperlicher Verfassung.

Der West Rosebud Trail ist die beliebtere und etwas einfachere Route; sie führt über Mystic Lake und Huckleberry Creek. Der East Rosebud Trail ist landschaftlich reizvoller, aber schwieriger, mit steilen Aufstiegen durch Wiesen, vorbei an Wasserfällen und hinauf zum Froze-to-Death Plateau. Beide Routen führen zu einem Basislager am Fuss des Tempest Mountain, dem Ausgangspunkt für die Besteigung des Granite Peak.

Wichtiger Hinweis: Obwohl der Aufstieg zum Gipfel in der Regel ohne Seile erfolgt, können sie für den Abstieg über den steilen Felshang erforderlich sein.

9. Boundary Peak

Bundesstaat: Nevada

Höhe: 4'007 m

Schwierigkeit: Grad 2.

Dieser Gipfel ist der höchste Punkt Nevadas – eine Tatsache, die erst nach fast 100 Jahren Streit bestätigt wurde, nachdem der Supreme Court die Frage endgültig entschieden hatte. Der Name verweist auf seine Lage: Der Berg liegt an der Grenze zu Kalifornien und ist im Grunde ein Grat, der sich vom Montgomery Mountain in diesem Bundesstaat fortsetzt.

Die Geschichte des Grenzstreits begann 1863, als in der heutigen Geisterstadt Aurora 2 Gruppen von Amtsträgern gewählt wurden – eine aus Kalifornien und eine aus Nevada. Die Unklarheit entstand durch den nicht eindeutig festgelegten Grenzverlauf zwischen den beiden Bundesstaaten; entsprechend war offen, zu welchem Staat Aurora gehörte. Keine Seite wollte die Kontrolle aufgeben, denn die Gegend war reich an Gold.

Der Streit um die Grenze dauerte bis 1977, als Kalifornien Nevada verklagte, um die Frage zu klären. Aurora war zu diesem Zeitpunkt längst verschwunden; nach dem Ende des Goldabbaus war die Stadt verlassen und zur Ruine geworden. Der Ausgang des Verfahrens war jedoch für andere Orte entscheidend. Ein Casino in der Nähe des Lake Tahoe hätte etwa für illegal erklärt werden können, wenn das Gericht das Gebiet Kalifornien zugesprochen hätte. Zum Vorteil seiner Besitzer geschah dies nicht. Sowohl der Berg als auch die Geisterstadt Aurora wurden Nevada zugeordnet.

Der bekannteste Bewohner Auroras war Samuel Clemens. Er kam 1862 in der Hoffnung, als Bergmann reich zu werden. Als seine Versuche im Bergbau scheiterten, begann Clemens, aus einer einfachen Hütte mit Erdboden und Stoffdach Briefe zu schreiben. Diese Texte führten schliesslich zu einer Stelle als Reporter bei Nevadas führender Zeitung, der Territorial Enterprise. Er schrieb unter dem Pseudonym Mark Twain.

Heute ist Boundary Peak ein beliebtes Ziel für Bergtourismus. Die benötigte Zeit für den Aufstieg hängt von Erfahrung, Kondition, Wetter und gewählter Route ab. Es gibt 2 Varianten: die Standardroute über Queen Mine Road und die alternative Route über Kennedy Meadows. Die erste Route ist 13–16 km lang und führt über felsige Abschnitte, die ohne Bergsteigerausrüstung begangen werden können. Die gesamte Besteigung einschliesslich Abstieg dauert 8–10 Stunden.

Die alternative Route eignet sich für erfahrenere Bergsteiger und verlangt gute Orientierungsfähigkeiten. Der Weg quert Blockfelder und steile Felspassagen; Spezialausrüstung ist nicht erforderlich. Der Weg zum Gipfel kann bis zu 2 Tage dauern. Bergsteiger sollten ausreichend Wasser, eine Karte und einen GPS-Tracker mitnehmen. Andernfalls kann die Tour zu "heissen Tagen und kalten Nächten werden, während man auf eine teure Rettung wartet".

8. Wheeler Peak

Bundesstaat: New Mexico

Höhe: 4'013 m

Schwierigkeit: Grad 2.

Der Berg liegt in der Sangre de Cristo Range und gehört zum Carson National Forest. Die nächstgelegene Stadt ist Taos; an den unteren Hängen befindet sich ein gleichnamiges Skigebiet. Der Aufstieg zum Gipfel des Wheeler Peak dauert bis zu 6 Stunden.

Dieser Berg ist mindestens der 6. in den Vereinigten Staaten, der nach Major benannt wurde. Während 10 Jahren leitete er Expeditionen von Vermessern und Naturforschern, die in New Mexico und anderen südwestlichen Bundesstaaten geologische, biologische und topografische Daten sammelten.

Für den Gipfel ist keine Bergsteigerausrüstung nötig, dennoch sollten Bergsteiger auf einen anspruchsvollen Weg vorbereitet sein. Im Durchschnitt dauert die Wanderung zum Gipfel je nach Route 3 bis 6 Stunden. Es gibt 2 Möglichkeiten: eine gleichmässig ansteigende, aber längere Route von 12 km und eine steilere, dafür kürzere Route von 5,6 km. Wer den Gipfel erreicht, wird mit einer weiten Aussicht belohnt – ähnlich wie Wheeler und sein Team vor fast 150 Jahren.

Nur 1,5 km von Taos entfernt liegt das rund 1'000 Jahre alte Dorf Taos Pueblo, in dem 150 indigene Bewohner leben. 1960 wurde es als älteste durchgehend bewohnte Siedlung der Vereinigten Staaten zum National Historic Landmark erklärt; 1992 wurde das Dorf in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. In New Mexico leben 23 indigene Stämme in weitgehender Abgeschiedenheit.

7. Kings Peak

Bundesstaat: Utah

Höhe: 4'123 m

Schwierigkeit: Grad 1 bis 2.

Der Berg ist nach Clarence King benannt, dem ersten Direktor des United States Geological Survey. Schon die Aussicht auf die Wüste, dichte Wälder und weitere Gipfel Utahs über 3'000 m macht den Aufstieg lohnend.

Die Standardroute ist ein langer, aber gleichmässig ansteigender Weg von 25 km. Er beginnt am Henry's Fork Campground und führt bis zum Fuss des Gipfelaufbaus am Gunsight Pass. Dort wählen Wanderer ihre Schlussroute: entweder den langen, gemächlicheren Weg entlang des Südhangs mit anschliessendem Aufstieg zum Gipfel oder den schnelleren, aber anspruchsvolleren Anstieg über den steilen, schieferartigen Hang.

Die Wanderung zum Gipfel dauert je nach Vorlieben der Bergsteiger 2 bis 4 Tage. Für besonders schöne Ausblicke empfiehlt sich ein Lager in der Nähe der Bergseen, an denen die Wege vorbeiführen.

Das Höhenklima und die Trockenheit Utahs haben den Bundesstaat zu einem wichtigen Gebiet für Paläontologen aus aller Welt gemacht. Diese Bedingungen erwiesen sich als ideal für die Erhaltung von Dinosaurierfossilien. Laut The Paleobiology Database, einer gemeinnützigen Ressource, die fossile Daten von Forschungseinrichtungen weltweit zusammenführt, wurden an den Berghängen und in den Ebenen Utahs 774 Fossilien gefunden. Die Ausgrabungen dauern an.

6. Mauna Kea

Bundesstaat: Hawaii

Höhe: 4'207 m

Schwierigkeit: Grad 1.

Dieser Vulkanberg ist technisch gesehen der höchste Berg der Erde und überragt den Everest um fast 500 m. Der Gipfel lässt sich mit dem Auto in wenigen Stunden erreichen, ohne lebensgefährliche Risiken einzugehen. Der Grund dafür: Der Aufstieg beginnt ungefähr auf halber Höhe, weil der Rest des Mauna Kea unter Wasser liegt. Über Meer erhebt er sich auf vergleichsweise moderate 4'207 m, während seine Gesamthöhe 9'330 m beträgt.

Die grosse Mehrheit der Besucher kommt wegen der Aussicht auf intensive Sonnenuntergänge über den Wolken und auf die Milchstrasse zum Mauna Kea. Besonders bekannt ist der Berg für das grösste astronomische Observatorium der Welt, das wegen wissenschaftlicher Forschung nach 19.00 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Nach Sonnenuntergang wird Besuchern empfohlen, 1'500 m zum Visitor Center abzusteigen. Auch dort ist die Aussicht eindrucksvoll; zudem ist es wärmer, und kleine Teleskope stehen zur Nutzung bereit.

Ein Halt im Visitor Center auf dem Weg zum Gipfel ist sinnvoll. Da man mit dem Auto in nur 2 Stunden eine Höhe von über 4'000 m erreicht, braucht der Körper Zeit zur Anpassung. Ranger empfehlen, rund 1 Stunde im Zentrum zu verbringen – etwa bei einer Tasse heisser Schokolade.

Professionelle Bergsteiger betrachten Mauna Kea selten als ernsthaftes alpines Ziel, da der grösste Teil der Strecke zum Gipfel über eine asphaltierte Strasse führt. Der Berg eignet sich eher für Einsteiger, die ihre körperliche Verfassung testen und die Aussicht geniessen möchten. Die wichtigsten Risiken sind die grosse Höhe und eine falsche Einschätzung der Wanderdauer, einschliesslich der Zeit für den Abstieg. Die Strecke vom Visitor Center zum Gipfel und zurück dauert in der Regel 8–10 Stunden.

Ausserdem werden Besucher gebeten, ihren Aufstieg bei der wissenschaftlichen Station zu beenden, mehrere Dutzend Meter vom eigentlichen Gipfel entfernt. Seit der Besiedlung des Bundesstaats betrachteten die Ureinwohner vulkanische Gipfel als heilig und bezeichneten sie als "Reich der Götter". Nur ausgewählte Stammesmitglieder durften diese Gebiete betreten. Heute ist diese Regel eher eine höfliche Empfehlung an Besucher, bleibt für die indigene Bevölkerung jedoch ein sehr sensibles Thema.

5. Gannett Peak

Bundesstaat: Wyoming

Höhe: 4'210 m

Schwierigkeit: Grad 3.

Gannett Peak, benannt nach dem amerikanischen Geografen Henry Gannett, eröffnet die Top 5 der höchsten Punkte der USA. Der Berg gehört zur Wind River Range im Bridger-Teton National Forest und liegt in einer abgelegenen, rauen Region. Zusammen mit seiner Höhe und extremen Wetterbedingungen macht dies den Gipfel zu einem der am schwersten zugänglichen in den Vereinigten Staaten.

Der Aufstieg wird nur erfahrenen Bergsteigern mit sehr guter Ausdauer empfohlen. Die Route zum Gipfel umfasst hin und zurück mehr als 60 km, einschliesslich fast 2'700 m steilem Aufstieg.

"Planen Sie für die lange Wanderung und den Aufstieg mindestens 1 Woche ein und berücksichtigen Sie mögliche Verzögerungen durch schlechtes Wetter. Es gibt mehrere Routen zum Berg, jede mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, aber keine ist einfach. Rechnen Sie damit, 13 bis 38 km über felsiges Gelände, Schlamm, Schnee und Eis zurückzulegen, Bäche zu furten oder über Baumstämme kalte Gebirgsbäche zu queren. Und das nur, um das Basislager zu erreichen", heisst es auf der Website der nächstgelegenen Stadt Pinedale.

Unerfahrenen Bergsteigern wird dringend empfohlen, einen lokalen Guide zu engagieren, der das Gelände gut kennt und Erfahrung mit diesem Gipfel hat. Schwierigkeit und Gefahr der Route ergeben sich aus möglichen Begegnungen mit Wildtieren wie Bären sowie aus dem Risiko von Stürzen an felsigen Hängen. In den vergangenen 30 Jahren wurden zahlreiche tödliche Unfälle gemeldet.

4. Mount Rainier

Bundesstaat: Washington

Höhe: 4'392 m

Schwierigkeit: Grad 2 bis 4.

Mount Rainier ist ein grosser, aktiver Vulkan und gilt wegen der erhöhten Wahrscheinlichkeit eines künftigen Ausbruchs als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Da der Berg von Gletschern bedeckt ist, würde ein Ausbruch starke Lahare, also vulkanische Schlammströme, auslösen. Diese könnten in Flusstäler rasen und Siedlungen betreffen, in denen rund 80'000 Menschen leben.

Alle Routen zum Gipfel verlangen technische Kletterkenntnisse und entsprechende Ausrüstung. Etwa 85 % der Bergsteiger wählen entweder den Emmons-Winthrop Glacier (Grad 2, 15–16 km, 2–3 Tage) oder Disappointment Cleaver (Grad 2–3, 13–15 km, 1–3 Tage).

Die anspruchsvollste Route ist Liberty Ridge (Grad 4, 16–19 km, 3–4 Tage). Sie quert das Zentrum der Nordwand und den aktiven Carbon Glacier. Historisch lag die Erfolgsquote bei nur 2 %. Heute übersteigt die Erfolgsquote auf allen 3 Routen 50 %.

Unerfahrenen Wanderern wird empfohlen, auf den Rundwegen um den Berg zu bleiben, etwa beim Emmons Vista Overlook oder beim Palisades Lake. Alle diese Wege beginnen beim Sunrise Visitor Center.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Region um den Berg von den Vereinigten Staaten, Spanien, Grossbritannien und dem Russischen Reich beansprucht. 1824 wurde jedoch in St. Petersburg der sogenannte Russisch-Amerikanische Vertrag unterzeichnet. Darin verzichtete Russland auf seine Ansprüche an der Pazifikküste Nordamerikas südlich des 54°40′-Breitengrads. Damit wurde die Südgrenze Alaskas festgelegt. 43 Jahre später, 1867, verkaufte das Russische Reich die Halbinsel für USD 7,2 Millionen an die Vereinigten Staaten.

3. Rocky Mountains

Dies ist die grösste Gebirgskette Nordamerikas. Sie erstreckt sich über fast 5'000 km vom Westen Kanadas bis nach New Mexico im Südwesten der Vereinigten Staaten. Der höchste Teil des Gebirges liegt in Colorado.

Mount Harvard

Höhe: 4'395 m

Schwierigkeit: Grad 2.

Mount Harvard ist der dritthöchste Punkt der Rocky Mountains und nach der Harvard University benannt, deren Studenten 1869 als Erste den Gipfel erreichten.

Die gängigsten Routen sind South Slopes und West Slopes. Beide haben einen ähnlichen Schwierigkeitsgrad und sind 11 km beziehungsweise 9 km lang.

Hin und zurück dauert die Tour in der Regel 8 bis 10 Stunden. Der anspruchsvollste Abschnitt sind die letzten 1,5 km wegen des steilen Aufstiegs. Oben öffnen sich weite Panoramablicke über die Gebirgskette.

Mount Massive

Höhe: 4'398 m

Schwierigkeit: Grad 1 bis 2.

Mount Massive ist der zweithöchste Gipfel der Rocky Mountains und der dritthöchste der zusammenhängenden Vereinigten Staaten. Der Name leitet sich von seiner eindrucksvollen Grösse ab: Die Fläche des Berges umfasst mehr als 880 km², mit 5 klar erkennbaren Gipfeln, die jeweils über 4'000 m ü. M. aufragen.

Bergsteiger erreichen den Gipfel über 2 Standardrouten: die Eastern Slope (20 km hin und zurück, 7–9 Stunden) und die Southwest Route (12 km hin und zurück, 5–7 Stunden). Die Eastern Slope Route ist länger, durch den gleichmässigeren Anstieg aber etwas einfacher. Erfahrene Bergsteiger empfehlen dennoch die Southwest Route, weil sie landschaftlich reizvoller ist, insbesondere beim Abstieg.

Mount Elbert

Höhe: 4'400 m

Schwierigkeit: Grad 1 bis 2.

Elbert ist der höchste Gipfel der Rocky Mountains, der höchste Berg Colorados und der zweithöchste der zusammenhängenden Vereinigten Staaten. 3 Hauptrouten führen zum Gipfel: die Südroute, die Nordroute und der Black Cloud Trail.

Die Südroute zum Gipfel ist 9 km pro Weg lang, die Nordroute 7,5 km pro Weg. Beide sind als Grad 1 eingestuft. Die gesamte Wanderung einschliesslich Abstieg dauert in der Regel 7 Stunden oder weniger.

Der Black Cloud Trail umfasst 17,5 km und ist als Grad 2 etwas anstrengender und anspruchsvoller. Dennoch eignet er sich auch für weniger erfahrene Bergsteiger. Deshalb wird Elbert oft als "sanfter Riese" bezeichnet und häufig mit dem Kilimandscharo verglichen. Trotz seiner eindrucksvollen Höhe von 5'895 m erreichen fast alle Bergsteiger den Gipfel dieses afrikanischen Berges.

In den 1970er-Jahren entstand eine Rivalität zwischen Anhängern von Mount Elbert und jenen des benachbarten Mount Massive, der nur 3 m niedriger ist. Die zweite Gruppe hielt Mount Massive für den "würdigeren" Berg zum Bergsteigen und beschloss, seine Höhe mit einem Steinhaufen zu vergrössern, um ihn zum höchsten Berg des Bundesstaats zu machen. Die Anhänger von Elbert mussten zum gegnerischen Gipfel aufsteigen, um den künstlichen Aufbau wieder abzutragen.

2. Mount Whitney

Bundesstaat: Kalifornien

Höhe: 4'420 m

Schwierigkeit: Grad 1 bis 3.

Mount Whitney in Kalifornien ist der höchste Punkt der zusammenhängenden Vereinigten Staaten. Trotz dieses besonderen Status gelang die Erstbesteigung 1873 nicht furchtlosen, erfahrenen Bergsteigern, sondern 3 Fischern aus der nahe gelegenen Stadt Lone Pine.

Die Geschichte ihres Erfolgs ist weniger ungewöhnlich als jene von Clarence King, dem ersten Direktor des U.S. Geological Survey. 1864 unternahm King seinen ersten erfolglosen Versuch, Mount Whitney zu besteigen. 1871 versuchte er es erneut, wählte eine andere Route und erreichte den Gipfel – in der Annahme, er sei der Erste. Erst 2 Jahre später erkannte er, dass er den benachbarten Mount Langley bestiegen hatte. 1873 erreichte King schliesslich den Gipfel des Whitney, doch zu diesem Zeitpunkt waren 3 lokale Fischer bereits Wochen zuvor oben gewesen.

Heute stehen Bergsteigern am Mount Whitney mehrere Routen zur Auswahl. Am beliebtesten sind der Whitney Trail und die Mountaineer Route. Der Mount Whitney Trail eignet sich gut für Einsteiger, da er keine fortgeschrittenen technischen Fähigkeiten verlangt. Die Mountaineer Route hingegen ist eine Besteigung der Stufe Grad 3 mit steilen und vertikalen Passagen und daher besser für erfahrenere Bergsteiger geeignet.

In beiden Fällen sollten Bergsteiger die Risiken von Steinschlag und Höhenkrankheit beachten. Zwischen einer 1-tägigen und einer 2-tägigen Besteigung ist die 2-tägige Variante empfehlenswert. Sie ermöglicht eine bessere Akklimatisierung in der Höhe und lässt mehr Zeit für die Aussicht.

1. Alaska Range

Die Alaska Range gehört nach Himalaya und Anden zu den höchsten Gebirgsketten der Welt und beherbergt die höchsten Berge der USA. Dieser Bundesstaat verfügt über abgelegene, weitgehend unberührte Wildnisgebiete und ist ein besonderes Ziel für Reisende und Naturinteressierte.

Mount Foraker

Höhe: 5'305 m

Schwierigkeit: Grad 3 bis 6.

Der dritthöchste Berg der USA verfügt über äusserst anspruchsvolle Routen und einen pyramidenförmigen Gipfel, der auch erfahrene Bergsteiger stark fordert. Die Erstbesteigung erfolgte im August 1934; bekannter ist jedoch die Besteigung durch Michael Kennedy und George Lowe im Jahr 1977 über den "Infinite Spur" an der Südwand des Berges. Diese Route ist mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, Grad 6, bewertet und führt durch senkrechte Fels- und Eiswände.

Heute verläuft die beliebteste Route zum Gipfel über den Southeast Ridge des Berges. Sie ist weniger technisch (Grad 3), aber lawinengefährdet. Zusammen mit starken Temperaturschwankungen, kräftigem Wind und Schneestürmen macht dies die Route nur schwer begehbar.

Mount Saint Elias

Höhe: 5'490 m

Schwierigkeit: Grad 5.

Viele Gipfel der Saint Elias Mountains ragen über 5'200 m auf, darunter der bekannte Mount Saint Elias. Er liegt auf der Grenze zwischen Alaska und dem Yukon Territory in Kanada und ist auf beiden Seiten der Grenze der zweithöchste Berg. Die Erstbesteigung erfolgte 1897 durch eine italienische Expedition unter der Leitung von Prinz Luigi Amedeo.

Die Saint Elias Mountains sind nach Mount Saint Elias benannt, der wiederum 1741 vom dänischen Entdecker Vitus Bering seinen Namen erhielt. Heute ist der Wrangell-St. Elias National Park and Preserve als Gletscherriese Alaskas bekannt. Die Saint Elias Mountains weisen einige der grössten Vulkane und die höchste Gletscherkonzentration Nordamerikas auf.

Die Hänge des Mount Saint Elias sind äusserst steil. Bergsteiger berichten, dass man vom Gipfel auf der Seite des Kanals bis zum Fuss hinunter die gesamten 5,5 km überblicken kann. Der Berg ist ausserdem für vereiste Gipfel, raues Wetter und seine abgelegene Lage bekannt; Guides sind für Bergsteiger deshalb unerlässlich. Der Zugang zum Berg erfolgt per Boot oder Kleinflugzeug.

Mount Saint Elias wird heute trotz seiner eindrucksvollen Höhe nur selten bestiegen.

Denali (Mount McKinley), der höchste Berg der USA

Höhe: 6'190 m

Schwierigkeit: Grad 3 bis 4.

Denali führt unsere Rangliste klar an. Als höchster Berg der USA und Nordamerikas steht er in der Liste der "Seven Summits", der höchsten Berge der 7 Kontinente, an 3. Stelle. Der Berg liegt im zentralen Teil des Denali National Park and Preserve, der sich über 2,4 Millionen Hektar erstreckt.

Neben seinem höchsten Gipfel beherbergt der Denali National Park viele weitere markante Berge Alaskas. Dazu gehören Mount Blackburn, ein bedeutender Gipfel in den Wrangell-St. Elias Mountains; Mount Sanford, bekannt für sein raues Gelände und weite Ausblicke; sowie Mount Hunter, ein prägnanter Gipfel, der die alpine Landschaft des Parks ergänzt. Jeder dieser Berge zeigt eine eigene Perspektive auf die Grösse der Wildnis Alaskas.

Das Wort "denali" bedeutet in der Sprache der indigenen Bevölkerung Alaskas "der Grosse". Dieser Name wurde über viele Generationen verwendet, bis der Bergarbeiter William A. Dickey 1896 begann, den Berg zu Ehren des US-Präsidentschaftskandidaten Mount McKinley zu nennen. Nach dessen Wahlsieg wurde McKinley ermordet; 16 Jahre später benannte der Kongress den höchsten Berg der USA offiziell nach ihm.

1975 begannen Bemühungen, den historischen Namen des Berges wiederherzustellen, doch Politiker aus Ohio, dem Heimatstaat William McKinleys, blockierten den Schritt. Erst im August 2015 stellten Präsident Barack Obama und US-Innenministerin Sally Jewell den historischen Namen des Berges wieder her.

"Der Berg ist seit Generationen als Denali bekannt. Aus unserer eigenen Achtung vor diesem Ort benennen wir den Berg offiziell in Denali um, in Anerkennung der Traditionen der Alaska Natives", hiess es in der offiziellen Mitteilung des Department of the Interior.

Trotzdem sind 2 Berggipfel Alaskas nach einem Staatsführer benannt – allerdings nicht nach einem amerikanischen. Der Nord- und der Südgipfel tragen Namen zu Ehren von Winston Churchill, dem Premierminister des Vereinigten Königreichs.

Neben seiner Höhe gehört Denali zu den anspruchsvollsten Bergen der Welt. Gründe dafür sind seine steilen Aufstiege und die strengen Wetterbedingungen. Wegen der Nähe zum Polarkreis kann die Temperatur am Gipfel auf -60 °C fallen und damit tiefer liegen als am deutlich höheren Everest.

Trotz dieser Anforderungen ist Denali weniger gefährlich, als es zunächst erscheinen mag. Die Todesfallrate lag je nach Zeitraum und Schätzung zwischen 0,3 % und 8 %. Zum Vergleich: Annapurna, der gefährlichste Berg der Welt, weist eine Todesfallrate von über 27 % auf.

Bevor Alaska an die Vereinigten Staaten verkauft wurde, war Denali der höchste Berg des Russischen Reiches. Damals war er als Bolshaya Gora ("Grosser Berg") bekannt.

Bergsteiger, die sich diesem nördlichen Riesen stellen, können zwischen mehreren Routen unterschiedlicher Schwierigkeit wählen. Dazu gehören die West Buttress, die durch Gletschertäler führt; die technischere West Ridge mit einem 5 km langen Grat und 55-Grad-Wänden; sowie die Muldrow Route, ein anspruchsvolles Trekking über 140 km, das in der nächstgelegenen Stadt beginnt und durch Flüsse, Pässe, Täler und Gletscher führt. In allen 3 Fällen kann der Aufstieg bis zu 3 Wochen dauern.

In der Umgebung des Berges stehen mehrere sichere Wege für Naturinteressierte zur Verfügung. Sie eröffnen eindrucksvolle Ausblicke auf Denali, die Alaska Range, Bergseen und die dichten Wälder des Denali National Park.

Denali ist der einzige Berg in dieser Rangliste, der zur Liste der "Seven Summits" gehört, und sicher keine geeignete Wahl für Anfänger oder unerfahrene Bergsteiger. Wer die höchsten Gipfel der 7 Kontinente angehen möchte, beginnt sinnvollerweise mit dem Kilimandscharo, auch bekannt als "Dach Afrikas". Nach den vom Team von Altezza Travel erhobenen Daten erreichen 97 % unserer Gäste erfolgreich den Uhuru Peak, den höchsten Punkt des Kilimandscharo.
Veröffentlicht am 20 August 2024 Überarbeitet am 26 Mai 2026
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Über den Autor
Marvin Derichs

Marvin Derichs ist Reiseberater für Altezza Travel mit Sitz in Deutschland. Er lebte 7 Jahre in Tansania, bevor er ins verschneite Schleswig zurückkehrte.

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