Afrika ist ein Kontinent mit eindrucksvollen Landschaften und Naturphänomenen von grosser Dimension. Zu den bekannten Sieben Naturwundern Afrikas zählen der Kilimandscharo in Tansania, der alte Ngorongoro-Krater, die Grosse Tierwanderung durch die Serengeti und die Maasai Mara, die farbigen Korallenriffe des Roten Meeres, die Weite der Sahara, der legendäre Nil und das weitgehend unberührte Okavango-Delta. Diese Orte wurden 2013 von internationalen Fachpersonen gewählt und ziehen bis heute Reisende aus aller Welt an.
Doch Afrikas Natur reicht weit über diese bekannte Liste hinaus. Weitere Naturwunder liegen über den ganzen Kontinent verteilt. Dazu gehören die wasserreichen Victoriafälle, der weitläufige Viktoriasee, der surreal wirkende Natronsee in Tansania, der raue Fish River Canyon und der markante Tafelberg in Südafrika.
Was sind die Sieben Naturwunder Afrikas?
Sie gelten als Naturwunder des Kontinents – jedes für sich ein Werk von Zeit und Natur. Im Folgenden betrachten wir sie im Detail.
Die Grosse Tierwanderung
Die Grosse Tierwanderung der Gnus und Zebras trägt ihren Namen wegen ihrer Dimension: Mehr als 2 Millionen Huftiere ziehen über weite Gebiete in 2 Ländern, Tansania und Kenia. Kein anderes Naturphänomen Afrikas erhält vergleichbare Aufmerksamkeit.
Im Nationalpark Serengeti und im Reservat Maasai Mara wandern die Tiere das ganze Jahr über. Neben 5 Arten von Pflanzenfressern folgen verschiedene Raubtiere dieser Migration. Löwen, Geparde, Krokodile, Leoparden, Schakale, Hyänen und Afrikanische Wildhunde sind Teil dieser fortlaufenden Bewegung über die Ebenen Afrikas. Die Wanderung folgt den ostafrikanischen Regenzeiten und verläuft in einem wiederkehrenden Zyklus. Sie gilt als grösste Landtierwanderung der Erde und zieht Hunderttausende Reisende an, die in Tansania und Kenia auf Safari gehen.
Schutzgebiet Ngorongoro, Tansania
Das Schutzgebiet Ngorongoro liegt unmittelbar neben der Serengeti und umfasst eine Reihe vulkanischer Krater. Einige enthalten noch Vulkankegel, darunter aktive wie Ol Doinyo Lengai. Andere sind seit Langem erloschen und eingestürzt. Dazu zählt der alte Ngorongoro-Krater. Er ist die grösste intakte vulkanische Caldera der Welt und seit Millionen von Jahren erhalten. Der Kraterboden ist dicht bewachsen; darin liegt der salzhaltige Magadi-See, ein bevorzugter Sammelplatz für Flamingos. Im Krater leben mehr als 25'000 grosse Tiere, weshalb er oft als der grösste natürliche Zoo der Welt bezeichnet wird. Ein grosser Teil der Tierwelt bleibt innerhalb der Kratergrenzen, umgeben von Wänden, die mehr als 600 m hoch aufragen.
Ngorongoro eignet sich besonders, um in kurzer Zeit eine grosse Vielfalt an Wildtieren zu beobachten. Mit etwas Glück lassen sich auf Safari alle Arten der Big Five sehen, auch wenn Leoparden und Geparde hier selten sind. Ngorongoro ist der einzige bekannte Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Mduma-Spitzmaus, deren Bestand wegen des schrumpfenden Kraterwaldes zurückgeht. Leider ist dies ihr einziger natürlicher Lebensraum auf der Erde.
Korallenriffe des Roten Meeres
Die Korallenriffe des Roten Meeres gehören zu den aussergewöhnlichsten marinen Ökosystemen der Erde. In diesen Gewässern leben zahlreiche Meeresarten, die nirgendwo sonst vorkommen. Zwischen den Korallengärten schwimmen farbige Clownfische, Stachelrochen, Meeresschildkröten und Haie; daraus entsteht eine dichte Vielfalt marinen Lebens. Für dieses Naturwunder reichen im Grunde Maske und Schnorchel. Viele Reisende wählen jedoch einen vollständigen Tauchgang mit Ausrüstung. Von Afrika aus sind die Riffe über Ägypten, Eritrea und Sudan erreichbar.
Kilimandscharo
Der Kilimandscharo ist nicht nur als höchster Berg Afrikas ein Naturwunder, sondern auch wegen seiner Gletscher und seines schneebedeckten Gipfels. Er gilt als höchster freistehender Berg der Welt und ragt deutlich über die umliegenden Ebenen hinaus. Interessant ist auch seine geologische Struktur: Der Kilimandscharo ist ein Vulkanmassiv aus 3 einzelnen Vulkanen. An seinen Hängen wachsen besondere Pflanzen, darunter Kilimandscharo-Riesen-Senecien und Lobelien. Die umliegenden Wälder bieten endemischen Vogelarten und einer vielfältigen Tierwelt Lebensraum.
Über diesen Berg liesse sich viel sagen. Eine Sammlung interessanter Fakten zum Kilimandscharo gibt jedoch einen knapperen Überblick. Trotz seiner Grösse erfordert die Besteigung des Kilimandscharo keine spezialisierten alpinistischen Kenntnisse, was den Aufstieg für viele gut vorbereitete Reisende erreichbar macht. Dieser bekannte Gipfel, oft "Dach Afrikas" genannt, liegt in Tansania, einem Land mit zahlreichen Naturwundern.
Sahara
Die Sahara gilt als heissester Ort der Erde. Tagsüber können die Lufttemperaturen fast 50 °C erreichen. Der Sand selbst wird noch deutlich heisser; an der Oberfläche wurden bis zu 83,5 °C gemessen. Ihre Dünen verändern durch den Wind ständig ihre Form und schaffen wandernde Landschaften. Die Sahara besteht jedoch nicht nur aus Sanddünen. Sie umfasst auch felsige Plateaus, Berge und wasserführende Oasen. Entgegen verbreiteter Vorstellungen ist die Sahara voller Leben. Hier leben kleine Fennekfüchse, zahlreiche Schlangen und viele Insektenarten. Nomadische Gemeinschaften bestehen in dieser Umgebung seit Jahrhunderten. Reisende interessieren sich für Kamelkarawanen, alte Felsmalereien und klare Ausblicke, besonders nachts unter einem weiten Sternenhimmel. Die Sahara erstreckt sich über 10 Länder und ist von jedem nordafrikanischen Staat aus erreichbar.
Nil
Der Nil gilt traditionell als längster Fluss der Erde. Zwar steht er in Konkurrenz zum Amazonas, und die genaue Länge variiert je nach Messmethode. Dennoch ist der Nil ein echtes afrikanisches Naturwunder, das entlang seines Laufs das Leben von Millionen Menschen und Tieren trägt.
Die altägyptische Zivilisation, bekannt für Pyramiden und Tempel, entwickelte sich vor mehreren Tausend Jahren an seinen Ufern. Heute sind Nilkreuzfahrten sehr beliebt. Betrachtet man das gesamte Wassersystem, fliesst der Fluss durch 11 Länder. Als Ursprung gilt der Kagera-Fluss in Tansania, der den Viktoriasee speist. Die meisten Kreuzfahrten finden in Ägypten statt; wer weiter reisen möchte, kann per Boot bis in den Sudan fahren.
Okavango-Delta
Ein weiteres grosses und wichtiges Flusssystem Afrikas ist das Okavango-Delta. Es gilt als grösstes Binnendelta der Erde und hat keinen Abfluss zum Meer. Sein gesamtes Wasser versickert im Sand der Kalahari. Dieses komplexe System aus Flüssen, Seitenarmen, Seen und Sümpfen ist aus der Luft besonders eindrücklich. Am Wasser sammeln sich verschiedene Wildtiere, darunter Elefanten, Giraffen, Löwen, Leoparden, Zebras, Antilopen und weitere Arten. Das Gebiet zählt zu den bedeutendsten Safarireisezielen Afrikas. In der Regenzeit bewegen sich Reisende per Boot durch das Flusssystem, wodurch die Tierbeobachtung eine eigene Ruhe und Nähe erhält. Für einen Besuch des Okavango reist man nach Botswana, wo fast die Hälfte des Deltas im Moremi Game Reserve liegt.
Damit endet die anerkannte Liste der Sieben Naturwunder Afrikas. Die Landschaften und bemerkenswerten Orte des Kontinents reichen jedoch weit darüber hinaus.
Weitere Naturwunder Afrikas
Hier finden Sie einige der bekanntesten und interessantesten Orte Afrikas, die es nicht auf die Liste der Sieben Naturwunder Afrikas geschafft haben.
Victoriafälle
Die mächtigen Wasserkaskaden an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia bilden die bekannten Victoriafälle, benannt nach der britischen Königin. Das Wasser stürzt hier aus mehr als 100 m Höhe in die Tiefe, auf einer fast 2 km breiten Front. Die Fälle erzeugen gewaltige Gischtwolken, die aus Dutzenden Kilometern Entfernung sichtbar sind. Vor Ort wird dieses Phänomen "Rauch, der donnert" genannt. Genau diesen Eindruck hinterlässt der tosende, von Sprühnebel erfüllte Wasserfall. Einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte auf die Victoriafälle ist die Eisenbahnbrücke über den Canyon, in den die Wassermassen stürzen. Besonders Mutige wagen sich in den Devil's Pool – eine kleine natürliche Vertiefung am Rand des Wasserfalls. Während der Trockenzeit können Besucher dort im Wasser liegen. Das ist riskant. Die Victoriafälle lassen sich sowohl von Sambia als auch von Simbabwe aus erleben.
Viktoriasee
Afrikas grösster See trägt denselben Namen wie die berühmten Wasserfälle. Sie liegen jedoch weit auseinander – vom Wasserfall zum See führt die Reise durch Sambia und Tansania. Der Viktoriasee ist so gross, dass er wie ein Binnenmeer wirkt, mit Wellen, eigenem Klima und einem eigenen Ökosystem. Mehrere Inseln liegen im See, darunter Rubondo Island, Afrikas grösster Insel-Nationalpark, der zu Tansania gehört. Wie erwähnt gilt der See als Quelle des Nils. In seinen Gewässern lebt der Nilbarsch, der bis zu 2 m lang werden kann. Der See ist ein guter Ort, um Flusspferde, Krokodile, Otter und verschiedene Wasservögel zu beobachten. Er ist von Tansania, Uganda oder Kenia aus zugänglich.
Flamingos am Natronsee
Der Natronsee ist kein Nationalpark, bleibt aber ein ökologisch bedeutendes Gebiet.
Trotz seines extrem salzhaltigen und alkalischen Wassers ist er Lebensraum für Millionen von Zwergflamingos; bis zu 80% der weltweiten Population kommen hier vor. Der Anblick von Millionen Flamingos vor dem rosafarbenen Wasser des Sees zählt zu den besonderen Naturbildern Tansanias. Die Farbe entsteht durch Algen und Mikroorganismen, die sowohl das Wasser als auch das Gefieder der Flamingos färben. Einer der visuell eindrucksvollsten Naturfilme, Disneynature's The Crimson Wing: Mystery of the Flamingos, wurde hier gedreht. Wer ihn sieht, versteht gut, weshalb ein Besuch am Ufer des Natronsees im Norden Tansanias so eindrücklich ist.
Fish River Canyon
Der Fish River Canyon gehört zu den bedeutendsten Naturwundern Afrikas. Für Reisende aus den USA erinnert er an den Grand Canyon und wird oft als einer der eindrucksvollsten Canyons der Welt nach seinem amerikanischen Gegenstück genannt. Mit einer Länge von 160 km ist er zweifellos der grösste Canyon Afrikas. Hohe Felswände, ein gewundener Fluss am Grund und alte geologische Formationen prägen eine Landschaft von grosser Tiefe. Viele Reisende unternehmen mehrtägige Trekkings durch den Canyonboden; die beliebteste Route misst fast 90 km. Unterwegs zeigen sich weite Landschaften, steile Felsabbrüche, Thermalquellen und gelegentlich Wildtiere, darunter grasende Zebras, Paviane und mitunter Leoparden. Für einen Besuch des Fish River Canyon reist man nach Namibia.
Tafelberg
Der Tafelberg liegt an der Südspitze Afrikas. In Kapstadt, Südafrika, bildet er die markante Kulisse der Stadt. Er ist ein Wahrzeichen, das untrennbar mit ihrer Identität verbunden ist. 2011 wurde der Nationalpark rund um den Berg in die Liste der New 7 Wonders of Nature aufgenommen – nicht nur für Afrika, sondern für den ganzen Planeten. Die Besteigung des Berges gehört zu den beliebtesten Aktivitäten von Reisenden in Südafrika. Je nach Kondition führt der Weg per Seilbahn oder zu Fuss hinauf. Vom Gipfel öffnet sich ein weiter Panoramablick über Kapstadt, die Küste und das Umland, was die besondere Stellung dieses Ortes gut erklärt.
Auch mit diesen Naturwundern ist die Liste der sehenswerten Orte Afrikas nicht vollständig. Viele Reisende möchten den Pyramidenkomplex von Gizeh in Ägypten besuchen, dessen älteste Pyramide mehr als 4'500 Jahre alt ist. In Ägypten finden sich zudem zahlreiche Tempel und Sphingen in der antiken Stadt Luxor. Auch sie gelten als afrikanische Wunder, obwohl sie von Menschen geschaffen wurden. Ein weiteres Beispiel ist das eindrucksvolle Monument de la Renaissance africaine in Dakar, Senegal. Mit 52 m ist es die höchste Statue Afrikas.
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