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Ducker: eine der vielfältigsten Tiergruppen Afrikas

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In Afrika leben kleine Antilopen, die blitzschnell durchs Unterholz huschen und erstaunlich hoch springen. Wegen ihrer geringen Grösse halten sie sich meist in dichtem Bewuchs verborgen. Das ist notwendig, denn zahlreiche Beutegreifer machen Jagd auf sie. Beim kleinsten Anzeichen von Gefahr tauchen diese Antilopen in das nächste Gebüsch ab.

Dieser Artikel stellt sie im Detail vor. Sie erfahren:

  • Welche Ducker-Arten es gibt.
  • Wo sie sich verstecken und weshalb sie im Englischen als "divers" bezeichnet werden.
  • Was sie fressen – und ob sie wirklich reine Pflanzenfresser sind.
  • Wozu die schwarzen Streifen unter ihren Augen dienen.
  • Wie ein junger Ducker aufgezogen werden kann, auch ohne Vorerfahrung.
  • Wo sich diese zierlichen Antilopen in freier Wildbahn beobachten lassen.

Wer sind die Ducker?

Beim Wort "Antilope" denken viele zunächst an ein recht grosses Tier, das einem erwachsenen Menschen bis zur Brust reicht. Die bekanntesten Antilopen, die Gnus, sind etwa so hoch wie Kühe. Wie wir aus einem anderen Zeichentrickfilm, "Der König der Löwen", wissen, könnten sie sogar einen ausgewachsenen Löwen niedertrampeln.

Allgemein werden als Antilopen alle horntragenden Tiere bezeichnet, die nicht zu den Rindern, Ziegen oder Schafen gezählt werden. Es handelt sich also um eine vielfältige, eher lose zusammengefasste Tiergruppe. Vielleicht erklärt gerade das, weshalb Antilopen so unterschiedlich sind. Niemand weiss genau, wie viele Antilopenarten es gibt. Insgesamt sind es rund 100, wobei Zoologen verschiedene Klassifikationssysteme verwenden. Die meisten Antilopen leben in Afrika. Bemerkenswert ist, dass dieser Kontinent sowohl die grösste Antilope der Welt beherbergt – die Riesen-Elenantilope – als auch die kleinste, den Dikdik.

Trivialname: Riesen-Elenantilope

Wissenschaftlicher Name: Taurotragus derbianus

Klasse: Säugetiere

Kontinente: Afrika

Lebenserwartung: 20–25 Jahre

Ernährung: pflanzenfressend

Höhe: 128 bis 181 cm

Gewicht: 300–1'200 kg

Schutzstatus: VU, gefährdet

Bestandstrend: rückläufiger Bestand

Elenantilope – die grösste Antilope der Welt. Man sieht sie vor allem im östlichen und südlichen Afrika.
Elenantilope – die grösste Antilope der Welt. Man sieht sie vor allem im östlichen und südlichen Afrika.
Dikdik – die kleinste Antilope der Welt
Dikdik – die kleinste Antilope der Welt

Trivialname: Kirk-Dikdik

Wissenschaftlicher Name: Madoqua kirkii

Klasse: Säugetiere

Kontinente: Afrika

Lebenserwartung: 5–18 Jahre

Ernährung: pflanzenfressend

Höhe: 30–40 cm

Gewicht: 3–6 kg

Schutzstatus: LC, nicht gefährdet

Bestandstrend: stabiler Bestand

Antilopen, die unter dem Sammelnamen "Ducker" geführt werden, sind grösser als Dikdiks. Nach Körpergrösse stehen sie fast am unteren Ende der Antilopen, auch wenn diese Einordnung etwas subjektiv ist. Da es verschiedene Ducker-Arten gibt, variiert auch ihre Grösse. Der Blauducker ist der kleinste unter ihnen. Seine Schulterhöhe entspricht jener eines durchschnittlichen Dikdiks – etwa 30–40 cm. Auch das Gewicht beider Antilopen ist vergleichbar und beginnt bei erwachsenen Tieren bei rund 3 kg.

Daneben gibt es den Gelbrückenducker. Er erreicht eine Höhe von 80 cm und wiegt bis zu 80 kg. Damit ist er der grösste Ducker. Die Grössen der verschiedenen Arten reichen also über rund einen halben Meter Schulterhöhe. Welche Ducker-Arten gibt es, und was ist über sie und ihre Lebensweise bekannt?

Warum heissen sie "Ducker"?

Wer Niederländisch oder Afrikaans kennt, erkennt im Wort "duiker" die Verbindung zum Tauchen. Das niederländische Wort "duiker" bedeutet im Englischen "diver, underwater swimmer, scuba diver". In Afrikaans, das sich in der Kolonialzeit aus niederländischen Dialekten entwickelte, blieb der Begriff erhalten. So erklärt sich die Verbindung zwischen einer nordeuropäischen Sprache und einer kleinen Antilope in Afrika.

Wie bereits erwähnt, springt die scheue Antilope bei der kleinsten Gefahr rasch davon und verschwindet im nächsten Dickicht, als würde sie hineintauchen. Dieses Verhalten fiel frühen Erforschern der afrikanischen Tierwelt auf. Daraus entstand der Name für die ganze Unterfamilie horntragender Tiere.

In einigen Sprachen werden Ducker auch als "Schopf-Antilopen" bezeichnet. Die meisten Arten tragen auf dem Scheitel einen auffälligen Haarschopf – ein kleines Büschel aufgerichteter Haare.

Wissenschaftlich gehört der Ducker zur Unterfamilie Cephalophinae. In manchen Klassifikationen werden sie als Cephalophini geführt. In beiden Fällen gehen die Namen auf "Cephalo-" zurück, was "Kopf" bedeutet. Heute ist die Klassifikation der Ducker komplex und verschachtelt. Viele ursprüngliche Bedeutungen, die in ihren Namen stecken, sind dadurch kaum noch erkennbar.

Welche Ducker-Arten gibt es?

Angesichts der eher bedingten Definition von "Antilope" überrascht die Unübersichtlichkeit bei Gattungen und Arten der Ducker nicht. Je nach System werden weniger als 20 oder mehr als 40 Ducker-Arten aufgeführt. Die Klassifikationen verändern sich laufend: Einige Vertreter wechseln in benachbarte Gattungen, andere bilden neue. Zudem werden, wie in der modernen Zoologie üblich, manche Unterarten zu eigenständigen Arten erhoben.

Sehen wir uns nun Vertreter einiger Ducker-Arten an. Dabei geht es um ihre besonderen Merkmale und um die interessantesten Fakten zu ihrer Lebensweise. Wir beginnen mit den kleinsten – den Blauduckern.

Der Blauducker

Trivialname: Blauducker

Wissenschaftlicher Name: Philantomba monticola

Klasse: Säugetiere

Kontinente: Afrika

Lebenserwartung: 10–12 Jahre

Ernährung: pflanzenfressend

Grösse: 32–41 cm

Gewicht: 3,5–9 kg

Schutzstatus: LC, nicht gefährdet

Bestandstrend: rückläufiger Bestand

Wer im Wald ruhig und unauffällig bleibt, kann diese kleinen Antilopen beobachten, wie sie flink von einem umgestürzten Baumstamm zum nächsten huschen. Auf Lichtungen fressen sie herabgefallene Blätter, Früchte, Blüten und kleine Rindenstücke. Knackt jedoch ein Zweig, duckt sich die Antilope, springt los und ist im nächsten Augenblick verschwunden.

Diese scheuen Tiere messen von der kurzen, beweglichen Schwanzspitze bis zur Nase nur 60–90 cm. Ihre Schulterhöhe übersteigt 40 cm nie; oft sind Blauducker nur etwa 30 cm hoch. Sie haben kleine Köpfe mit kurzen Ohren, grosse schwarze Augen und schwarze Streifen, die von den Augen zur Nase verlaufen. Dabei handelt es sich um Duftdrüsen, die aromatische Stoffe absondern. Ducker reiben ihre Gesichter an Ästen, Blättern und Baumstämmen. So hinterlassen sie einen individuellen Geruch, der Artgenossen signalisiert, dass sie fremdes Territorium betreten haben.

Der Name der Blauducker geht darauf zurück, dass ihr Fell im Schatten des Waldes graubraun mit einem bläulichen Schimmer wirkt. Es gibt mehr als ein Dutzend Unterarten des Blauduckers. Sie unterscheiden sich in der Fellfarbe, die meist von Grau bis Dunkelbraun reicht. Einige Tiere können sogar fast schwarz erscheinen.

Wer diese meist 4–6 kg schweren Tiere für völlig harmlos hält, sollte ihre kurzen Hörner beachten. Sowohl Männchen als auch viele weibliche Blauducker tragen scharfe Hörner von bis zu 5 cm Länge. Bei Auseinandersetzungen mit anderen Duckern oder kleineren Beutegreifern kann diese Antilope damit zustossen. Kommt die Kraft der Hinterbeine dazu, ist ein solcher Stoss deutlich spürbar.

Ernährung der Blauducker

Wie finden diese Tiere Nahrung? Tagsüber durchstreifen sie ihr Revier und entdecken dabei nicht nur Blüten, Blätter und Samen, sondern auch Pilze. Eine weitere Möglichkeit, an bevorzugte Nahrung zu gelangen, ist das Folgen lauter Vögel oder lärmender Affen, die hoch oben in den Bäumen fressen. Unter ihnen liegen oft herabgefallene Früchte, Blüten und frische Blätter. In dieser Hinsicht sind Kap-Papageien, Paviane und Weisskehlmeerkatzen die besten Verbündeten der Blauducker, denn sie nutzen ähnliche Nahrungsquellen.

Lebensraum und Lebenserwartung der Blauducker

Wo leben Blauducker, und wie alt werden sie? In freier Wildbahn erreichen diese Antilopen gewöhnlich 10–12 Jahre. Sie sind reine Waldantilopen, was sich auch im wissenschaftlichen Namen Philantomba monticola zeigt. Das zweite Wort verweist auf das lateinische montis, "Berg". Sie bewohnen verschiedene Waldtypen, darunter Regenwälder, und wurden bis auf 3'000 m ü. M. nachgewiesen.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst vor allem zentrale und westliche Teile Afrikas südlich der Sahara. Auch im östlichen und südlichen Afrika gibt es ausgedehnte Lebensräume dieser Waldducker. Überraschenderweise sind die kleinsten Ducker weit verbreitet und besetzen die grössten Gebiete. Viele grössere Ducker leben dagegen in kleinen Arealen und gelten wegen Lebensraumverlust und weiterer Faktoren als bedroht. Laut der International Union for Conservation of Nature (IUCN) sind Blauducker keinen erheblichen Gefährdungen ausgesetzt. Grundsätzlich gehört menschliche Aktivität, einschliesslich Jagd, zu den schwerwiegendsten Bedrohungen für Ducker. Diese Antilopen sind jedoch so klein und schnell, dass sie nur selten gejagt werden.

Forschende haben eine weitere interessante Wechselwirkung zwischen Blauduckern und Menschen beobachtet. Diese Antilopen kommen häufig recht nahe an menschliche Siedlungen heran. Wegen ihrer geringen Grösse legen sie manchmal nächtliche Ruheplätze in Holzstapeln an. Wird ein solcher Holzstapel abgebaut, verliert das Tier seinen gewohnten Schlafplatz.

Zu den natürlichen Feinden des Blauduckers zählen Leoparden, Afrikanische Goldkatzen, Zibetkatzen, Hyänen, Afrikanische Wildhunde, Warane, Krokodile, Paviane, Kronenadler und Pythons. Diese Liste ist nicht vollständig. Die Schreckhaftigkeit, eines der wichtigsten Merkmale der Ducker, hat also gute Gründe. Sie können es sich kaum leisten, so frei umherzuziehen wie manche grösseren Pflanzenfresser.

Rotflankenducker

Der Rotflankenducker gehört mit einer durchschnittlichen Höhe von 35 cm zu den kleinsten Duckern und ähnelt dem Blauducker stark. Erwachsene Antilopen wiegen 12–14 kg. Seinem Namen entsprechend hat der Rotflankenducker orange-rotes Fell mit einem grau-schwarzen Streifen vom Kopf bis zum Schwanz. Der Streifen verläuft über die Schnauze bis zur glänzend schwarzen Nase. Auch die Unterschenkel sind schwarz und wirken, als trage das Tier Socken. Dieses Merkmal kommt bei vielen Ducker-Arten vor.

Männliche Ducker entwickeln Hörner von maximal 9,5 cm Länge. Wenn Weibchen Hörner tragen, sind sie etwa halb so lang. Wie alle Cephalophus-Arten besitzen auch diese Cephalophus rufilatus-Ducker auffällige Voraugendrüsen. Diese Taschen sind durch schwarze Streifen markiert und enthalten eine präorbitale Drüse, die Flüssigkeit zur Reviermarkierung absondert. Unter allen Ducker-Arten hat der Rotflankenducker die grössten dieser Drüsen.

Ein besonderes Merkmal dieser Art ist, dass sie nicht an sozialer Fellpflege teilnimmt. Obwohl Fellpflege für die Gattung Cephalophus typisch ist, verzichten Rotflankenducker darauf.

Ernährung der Rotflankenducker

Ihre Ernährung ähnelt jener anderer Ducker und besteht aus Blättern, Früchten, Blüten, Trieben und Zweigen. Meist fressen sie in einem Bereich bis 1 m über dem Boden. Einige Ducker-Arten erreichen höhere Stellen, indem sie sich auf die Hinterbeine stellen und an Baumstämmen abstützen. Diese Antilopen spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen. Sie fressen Früchte wie Feigen, wilde Pflaumen, Pfirsiche, Datteln und Früchte anderer Bäume und verbreiten die Samen über ihr Verdauungssystem.

Lebensräume und Lebenserwartung der Rotflankenducker

Rotflankenducker leben in Zentral- und Westafrika. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 5 Jahren, einzelne Tiere können bis zu 10 Jahre alt werden. Leoparden, Adler und Pythons stellen eine Bedrohung dar, doch der Mensch bleibt am gefährlichsten. Die Jagd auf Fleisch beeinflusst den Bestand deutlich. Menschen nutzen Netze und laute Geräusche, um die schreckhaften Tiere in Fallen zu treiben. Trotz rückläufigem Bestand gilt ihr Schutzstatus in freier Wildbahn als nicht gefährdet. Das liegt an ihrer Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und neue Waldgebiete abseits menschlicher Abholzungszonen zu besiedeln.

Sansibar-Ducker

Der Aders-Ducker ist eine besondere afrikanische Antilope, deren taxonomische Einordnung 2022 neu bewertet wurde. Er wurde aus der Gattung Cephalophus in eine neue, eigenständige Gattung namens Leucocephalophus verschoben. Seither heisst er Leucocephalophus adersi. Die Vorsilbe "leuco-" bedeutet "weiss" und bezieht sich auf den markanten weissen Streifen unter den rötlich-braunen Flanken des Duckers, der bis zu den Hinterbeinen reicht.

Der Trivialname und der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens ehren W. Mansfield Aders. Er war ein Biologe aus Sansibar und stellte erstmals ein Exemplar dieser neuen Art für die Beschreibung zur Verfügung. Die Art kommt auf dem Sansibar-Archipel sowie in 2 bewaldeten Gebieten etwas weiter nördlich an der kenianischen Meeresküste vor und ist damit halb-endemisch auf Sansibar. Sansibar ist eine Inselgruppe im Indischen Ozean vor der Küste Ostafrikas und gehört zu Tansania.

Zunächst galt diese Art als stark bedroht. Später wurde in Kenia eine neue Population entdeckt, worauf ein Schutzprogramm für diese Tiere entstand. Ende des 20. Jahrhunderts zählten Wissenschaftler nur etwa 600 Individuen. Heute wird der Bestand auf 14'000 geschätzt. Trotz dieses Anstiegs bleibt der Status des Aders-Duckers gefährdet. Im Rahmen des Schutzprogramms wurden einige Antilopen von grösseren Inseln wie Unguja und Pemba auf kleinere Inseln wie Chumbe, Tumbatu und Mnemba umgesiedelt. Beobachtungen zeigten, dass diese Population mit der Zeit wachsen konnte.

Im selben Programm wird auch die lokale Blauducker-Population wieder aufgebaut. Gemeint ist die Population, die ausschliesslich auf den Inseln Pemba, Unguja und Mafia vorkommt – den grössten Inseln Sansibars.

Was verbindet den Aders-Ducker mit anderen Waldduckern? Er bewohnt Mangrovendickichte an der Küste, trägt einen roten Haarschopf auf dem Kopf und besitzt bis zu 6 cm lange Hörner. Er ist tagaktiv und lebt allein oder in Gruppen von 2–3 Individuen. Er gilt als Pflanzenfresser und frisst besonders gern Beeren und Blüten. Waldducker ergänzen ihre Nahrung häufig mit Trieben, Stängeln und Blättern. Affen, darunter der Sansibar-Stummelaffe und Weisskehlmeerkatzen, helfen ihnen bei der Nahrungssuche, indem sie hoch oben in den Bäumen fressen und Früchte zu Boden fallen lassen.

Die Angaben zur Grösse unterscheiden sich deutlich. Die meisten Berichte beschreiben sie als relativ kleine Antilopen mit einer Widerristhöhe von etwa 32 cm. Es gibt jedoch auch Angaben zu Individuen von 44 cm. Das durchschnittliche Gewicht des Aders-Duckers beträgt 9 kg, maximal 12 kg.

Abgesehen von bestimmten Lebensräumen und dem auffälligen weissen Fellmerkmal ist der Aders-Ducker ein typischer Vertreter dieser Antilopengruppe.

Zebraducker

Dies ist einer der interessantesten Ducker und unterscheidet sich im Aussehen deutlich von allen anderen Arten. Auf seinem hellorangen Rücken trägt er zahlreiche schwarze Streifen. Deshalb heisst er in allen Sprachen so, sogar in der wissenschaftlichen Bezeichnung – Cephalophula zebra. Er hat 12 bis 16 Streifen.

Diese Gattungseinordnung ist umstritten, denn die meisten Wissenschaftler ordnen diesen Ducker traditionell Cephalophus zu. Die Geschichte ist ähnlich wie beim Aders-Ducker: Wegen deutlicher Unterschiede wurde der Zebraducker in eine eigene Gattung gestellt.

Die durchschnittliche Widerristhöhe des Zebraduckers beträgt 45 cm, einzelne Tiere können bis zu 50 cm hoch werden. Diese Tiere wiegen bis zu 20 kg. Wie bei den meisten Duckern sind Weibchen meist grösser als Männchen. Wie bei anderen Duckern können nicht nur Männchen Hörner tragen. Bei Männchen sind sie jedoch länger als bei Weibchen und erreichen 5 cm.

Diese Ducker kommen nur in einem kleinen Gebiet vor – in einer bestimmten Region Westafrikas. Sie leben in den Tieflandwäldern Liberias, Guineas, der Elfenbeinküste und Sierra Leones.

Zebraducker sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Früchten, Blättern und Trieben. Wie andere Schopf-Antilopen folgen sie Affen, Vögeln und Fledermäusen, die unbeabsichtigt Früchte zu Boden fallen lassen. Zudem wurde bei ihnen ein interessantes Verhalten beobachtet: Dank einer Verdickung des Stirnbeins können Zebraducker die harten Schalen von Früchten aufbrechen.

Leider nimmt die fragmentierte Population der Zebraducker ab. Heute leben weniger als 10'000 Individuen, und der Schutzstatus der Art lautet gefährdet. Umso schmerzlicher sind freudige Berichte von Jägern, die stolz auf das Erlegen schöner Zebraducker sind. Die grösste Bedrohung für die Art geht vom Menschen aus: Jagd und Entwaldung.

Schwarzrückenducker

Die Grundfarbe seines Körpers ist rötlich-braun, daher der englische Name. Entlang des gesamten Rückens verläuft ein auffälliger schwarzer Streifen vom Schwanz bis zum Kopf; bei Männchen ist er breiter.

Diese Ducker erreichen eine Schulterhöhe von 45–50 cm. Sie sind grösser als Zebraducker und können bis zu 23 kg wiegen. Weibchen sind wie üblich etwas grösser als Männchen. Beide Geschlechter tragen Hörner, bei Männchen sind sie jedoch länger und erreichen maximal 8 cm. Die längsten je dokumentierten Hörner waren 12 cm lang. Die Hornspitzen der Ducker sind recht scharf.

Schwarzrückenducker leben nur in Westafrika, in tropischen Tieflandwäldern nahe der Meeresküste. Es gibt jedoch Angaben, wonach sie auch zentralafrikanische Länder bewohnen. Diese Berichte sprechen von recht ausgedehnten Arealen bis zu den Grossen Afrikanischen Seen. Sie beziehen sich allerdings auf Cephalophus castaneus, der früher als Unterart unseres Schwarzrückenduckers (Cephalophus dorsalis) galt. Ihre Verbreitungsgebiete sind auf der Karte durch einen sehr breiten Streifen getrennt. In neueren Klassifikationen gelten sie daher als verschiedene Arten.

Der Schwarzrückenducker ist nachtaktiv und ruht tagsüber bevorzugt an geschützten Stellen mit dichter Vegetation. Wie andere Antilopen frisst er Früchte und bevorzugt Mango und Jackfrucht. Ergänzt wird die Nahrung durch Blätter, Gras, Knospen und Triebe. Bekannt ist jedoch, dass Schwarzrückenducker auch Vogeleier, Insekten wie Termiten und Käfer sowie Aas fressen können, etwa tote Mungo-Jungtiere und Igel. Zudem wurden Fälle dokumentiert, in denen sie gezielt kleine Vögel jagten. Interessanterweise frisst die Antilope Flügel und Beine nicht.

Wer jagt diese Ducker? Leoparden natürlich, ebenso Adler, Eulen, Pythons, Warane und Krokodile. Doch auch hier geht die grösste Bedrohung vom Menschen aus. Wilderei und Lebensraumzerstörung sind die wichtigsten Gefahren für diese Art, die nahe an einem gefährdeten Status steht. Diese Bedrohungen müssen angegangen werden, damit die Art in ihren natürlichen Lebensräumen bestehen kann.

Kronenducker

Wenn wir von kleinen Duckern zu grösseren übergehen, lohnt ein genauerer Blick auf den Kronenducker (Sylvicapra grimmia). Viele Vertreter verwandter Arten ähneln einander stark und unterscheiden sich nur in Details von Aussehen und Verbreitungsgebiet. Deshalb gehen wir nicht auf jede einzelne Art ein. Der Blauducker ähnelt zum Beispiel stark dem Maxwell-Ducker und dem Walter-Ducker. Tatsächlich gehören alle 3 zur selben Gattung. Unser nächster Ducker sieht jedoch anders aus als alle übrigen.

Der Kronenducker trägt seinen Namen nicht zufällig. Er ist der einzige Ducker, der offene Savannenflächen als Lebensraum wählt. Ihm genügen Büsche und hohes Gras, um unentdeckt zu bleiben. Alle anderen Ducker sind reine Waldbewohner und bevorzugen dichtere Deckung. Ein weiteres äusseres Unterscheidungsmerkmal ist, dass der Kronenducker in ruhigem Zustand den Rücken gerade hält. Bei anderen Duckern ist er dagegen ständig gewölbt.

Kronenducker und Buschducker sind 2 Namen für dieselbe Ducker-Art. Diese sehr häufige Antilope kommt fast überall in Afrika südlich der Sahara vor.

Kronenducker leben in offenen Wiesen und Savannen mit niedrigen Bäumen und Büschen. Sie kommen auch in Hügelland und Bergen vor, sofern dort keine dichten Wälder stehen. Interessanterweise gehören Kronenducker unter den Huftieren Afrikas zu jenen Arten, die in besonders grossen Höhen leben. Sie wurden hoch in den Bergen beobachtet, wo andere Antilopen nicht mehr vorkommen.

Kronenducker werden im Durchschnitt 50–60 cm hoch. Sie wiegen 12–25 kg. Gemessen am Gewicht sind diese Tiere für den Menschen bereits als Jagdbeute interessant. Neben Fleisch und Fell werden in Afrika auch die Hörner dieser Antilopen genutzt. Man fertigt Schmuck daraus. Früher wurden Anhänger aus den Hörnern dieser Tiere als Talismane verwendet.

Alle männlichen Kronenducker tragen Hörner. Bei Weibchen ist dies je nach Lebensraum unterschiedlich. Zugleich sind die Hörner der Weibchen kürzer. Die längsten dokumentierten Hörner eines Kronenduckers erreichten 18 cm. Im Durchschnitt sind sie meist etwa 11 cm lang. Es wurden tote Felsenpythons gefunden, deren Mägen von den scharfen Hörnern ganzer verschluckter Kronenducker durchbohrt waren.

Der Kronenducker hat viele Unterarten, weshalb die Fellfarbe von Hellgrau bis Dunkelgrau variiert, häufig mit Brauntönen. Interessanterweise hängt die Farbe von den Bedingungen im jeweiligen Lebensraum ab. In trockenen Gebieten überwiegen hellgraue Töne, in feuchten dagegen dunklere. Auch eine weitere Regel ist plausibel: Je höher der Lebensraum des Duckers im Gebirge liegt, desto länger ist sein Fell.

Kronenducker sind überwiegend nachtaktive Bewohner und werden in der Dunkelheit, früh am Morgen oder spät am Abend aktiv. Tagsüber ruhen sie bevorzugt in sicheren Lagern.

Diese Ducker gelten als Allesfresser. Neben Blättern, Trieben, Blüten und Früchten fressen sie Insekten und andere Beute, etwa Ameisen, Raupen, Echsen, verschiedene Nagetiere und sogar Vögel. Von Blauduckern wissen wir, dass sie gelegentlich unbeabsichtigt Insekten und Vogeleier fressen. Kronenducker jagen kleine Tiere jedoch gezielt und schrecken auch vor Aas nicht zurück.

Bemerkenswert ist auch, dass Kronenducker ihre Hufe aktiv einsetzen, um Knollen und Wurzeln aus dem Boden zu graben, die sie ebenfalls gern fressen. Menschen sehen das nicht gern und betrachten sie als Schädlinge. Dringen Ducker in landwirtschaftliche Flächen ein, graben sie Kartoffeln, Erdnüsse und andere Kulturen aus.

Wer ausser dem Menschen kann Kronenduckern gefährlich werden? Dazu gehören Adler, Leoparden, Geparde, Löwen, Schakale, Krokodile und die bereits erwähnten Pythons. Wenn ein Ducker einer Bedrohung rechtzeitig entkommt und schnell ins Gebüsch abtaucht, kann er 8–11 Jahre alt werden. Das ist die natürliche Lebenserwartung eines Kronenduckers in freier Wildbahn.

In Gefangenschaft oder in einer künstlich sicheren Umgebung leben Kronenducker, wie andere Tiere auch, länger und können bis zu 14 Jahre erreichen. Wir bei Altezza haben ein verwaistes Kronenducker-Jungtier gerettet. Wir zogen es auf und liessen es in ein teilweise wildes Umfeld frei. Wir hoffen, dass sie ein langes und gutes Leben führen wird.

2022 kam ganz unerwartet eine kleine Antilope, noch ein Jungtier, in unsere Obhut. Einheimische brachten sie in das Büro von Altezza Travel im Aishi Machame Hotel. Wir mussten uns intensiv mit den Bedürfnissen von Kronenduckern befassen, um ihr nicht zu schaden und sie auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten. Das dauerte mehrere Monate.

Lesen Sie die ganze Geschichte unserer kleinen Nyasi, des Kronenduckers aus Tansania, in unserem Blog. Dort finden Sie viele Fotos und interessante Details zum Heranwachsen des Kronenduckers.

Der Tansania-Ducker (Abbott-Ducker)

Als Nächstes lohnt ein kurzer Blick auf den Ducker, der in einigen Sprachen, etwa Bulgarisch und Russisch, als Tansania-Ducker bezeichnet wird. Das ist insofern berechtigt, als das Tier eine endemische Art Tansanias ist. Es bewohnt nur wenige verstreute Bergregionen im Land.

Der wissenschaftliche Name dieses Duckers lautet Cephalophus spadix. Im englischen und deutschsprachigen Raum ist der Name Abbott-Ducker verbreiteter. Er ehrt den bemerkenswerten amerikanischen Naturforscher William Louis Abbott. In den 1880er-Jahren bereiste er das damalige TanganjikaDer Festlandteil Tansanias hiess bis 1964 Tanganjika, benannt nach dem grossen See im Westen des Landes, der es vom übrigen afrikanischen Festland trennte. und bestieg sogar den Kilimandscharo. Dort entdeckte er diese neue Antilopenart.

Mehr als 100 Jahre mögen vergangen sein, doch über diesen Ducker wissen wir noch immer vergleichsweise wenig. Das erste Foto tauchte beispielsweise erst 2003 auf, und die Ergebnisse der ersten genetischen Studien zu Tansania-Duckern wurden erst 2014 veröffentlicht. Die Art gilt als stark gefährdet. Die Zahl der Abbott-Ducker nimmt ab; nur etwa 1'500 Tiere sind noch übrig. Sie werden durch Jagd bedroht, da Fallen für sie gestellt werden. Eine weitere erhebliche Gefahr ist die Abholzung ihrer Lebensräume.

Abbott-Ducker bewohnen nur 5 Gebiete in Tansania: den Kilimandscharo, die Southern Highlands, die West-Usambara-Berge, Rubeho und die Udzungwa-Berge. Letzteres Gebiet beherbergt die grösste Population dieser Art. In all diesen Regionen leben sie in hoch gelegenen Waldgebieten zwischen 1'300 und 2'800 m ü. M. Es gibt Berichte, wonach sie gelegentlich bis auf 4'000 m ü. M. aufsteigen. Auch in tiefer gelegenen Wäldern auf 300 m ü. M. wurden sie beobachtet.

Im Durchschnitt erreichen Abbott-Ducker eine Schulterhöhe von etwa 65 cm. Es sind jedoch Individuen mit 74 cm bekannt. Sie wiegen ungefähr 55–60 kg. Ihr kurzes braunes Fell reicht von nussbraunen bis dunkelbraunen Tönen. Von allen anderen Duckern lassen sich diese Antilopen leicht durch ihre verlängerte Schnauze unterscheiden. Auf dem Kopf tragen sie einen grossen Schopf in Rot oder sogar leuchtendem Orange. Beschreibungen des Tieres beruhen fast ausschliesslich auf Aufnahmen von Kamerafallen in dichten Bergwäldern.

Abbott-Ducker gelten als eine der scheuesten Ducker-Arten und sicherlich als eine der seltensten. Selbst Forschende begegnen ihnen in ihrem natürlichen Umfeld nur selten. Ihre nachtaktive Lebensweise erschwert die Beobachtung zusätzlich.

Bekannt ist, dass Abbott-Ducker nicht nur Blüten, Gräser, Moose und Früchte fressen, sondern auch kleine Tiere wie Frösche. Umgekehrt werden sie von Leoparden, Pythons, Kronenadlern und in den Udzungwa-Bergen auch von Löwen und Tüpfelhyänen gejagt. Es gibt Berichte über Fälle, in denen sie bei der Selbstverteidigung vom Fliehen in eine aggressive Abwehr übergingen und sogar verfolgende Haushunde töteten. Vermutlich handelte es sich dabei um kleine Hunde, denn in Tansania gibt es nur wenige grosse Hunde.

Über Sozialleben, Fortpflanzung und weitere Aspekte der Abbott-Ducker ist sehr wenig bekannt. Diese Antilope bleibt ein rätselhaftes Tier und weckt bei Wissenschaftlern grosses Interesse.

In Tansania besteht seit 2002 ein Programm zum Schutz dieser stark gefährdeten Art. Lebensräume werden untersucht, Bestände gezählt und Waldkorridore geschützt, damit die Bergantilopen ihr Verbreitungsgebiet ausweiten können. Von Wilderern gestellte Fallen werden entfernt. Vorträge und weitere Veranstaltungen mit der lokalen Bevölkerung sollen das Bewusstsein für diese Tiere stärken und junge Tansanier in den Naturschutz einbinden.

Auf Swahili, der Amtssprache Tansanias, heisst diese Antilopenart minde. Für Kinder wurden Wildlife Clubs mit dem Namen Minde Wildlife Clubs gegründet. Naturschützer in Tansania beziehen Kinder aktiv in Bildungsprogramme ein, weil diese Methode besonders wirkungsvoll ist. Kinder nehmen Informationen nicht nur selbst auf, sondern geben sie zu Hause auch an ältere Familienmitglieder weiter.

Es bleibt zu hoffen, dass die ergriffenen Massnahmen den Bestand dieser besonderen Tansania-Ducker erhalten.

Jentink-Ducker

In den meisten westlichen Sprachen ist diese Antilope als Jentink-Ducker bekannt, benannt nach dem niederländischen Zoologen Fredericus Jentink. Der Name (Cephalophus jentinki) wurde der Antilope vom produktiven britischen Zoologen Thomas Oldfield gegeben. Oldfield widmete sein Leben der Systematik der Säugetiere und beschrieb mehr als 2'000 neue Arten und Unterarten.

Nun kommen wir zu den grössten Vertretern der Ducker. Der Jentink-Ducker kann bis zu 80 cm hoch werden und fast 80 kg wiegen. Diese Art gilt als eines der letzten grossen Säugetiere, die Ende des 19. Jahrhunderts in Afrika entdeckt wurden.

Diese Antilope hat einen kräftigen Körper und relativ lange Hörner, die 21 cm erreichen. Der Jentink-Ducker besitzt eine auffällige Färbung: Der grösste Teil des Körpers ist grau, wie mit silbrigem Glanz, während der Kopf dunkelgrau oder fast schwarz ist. Kopf und Rumpf werden durch einen weissen Streifen getrennt, der über die Schultern verläuft und an den Vorderbeinen hinabzieht. Er wirkt wie eine Decke auf dem Rücken, ähnlich einem Pferdesattel.

Die Antilope ist nachtaktiv, was einer der Gründe ist, weshalb man ihr im Wald selten begegnet. So dauerte es nach der Entdeckung der ersten Weibchen dieser Ducker-Art Ende des 19. Jahrhunderts ein halbes Jahrhundert, bis Wissenschaftler einen männlichen Schädel für Untersuchungen fanden.

Der Jentink-Ducker frisst gern Früchte, besonders Parinari-Früchte und Kolanüsse. Seine kräftigen Zähne erlauben es ihm, harte Fruchtschalen zu knacken, um an die Nahrung zu gelangen. Ob er auch Vögel und kleine Säugetiere frisst, ist nicht bekannt, da diese Ducker sehr schwer zu beobachten sind.

Sie leben in einigen Tieflandwäldern Westafrikas. Leider werden sie von Einheimischen wegen ihres Fleisches und von Trophäenjägern gejagt. Das ist etwa in Liberia verbreitet, wo kommerzielle Jagd floriert und keine Gesetze Tiere vor menschlichen Eingriffen schützen. Der Jentink-Ducker ist selten und damit für Jäger aus aller Welt eine begehrte Trophäe.

In freier Wildbahn gibt es nur noch etwa 2'000 Tiere. Die Art gilt als stark gefährdet. Neben dem Menschen bedrohen sie Leoparden, Pythons, Servale, Schakale, Greifvögel und Afrikanische Zibetkatzen.

Gelbrückenducker

Trivialname: Gelbrückenducker

Wissenschaftlicher Name: Cephalophus silvicultor

Klasse: Säugetiere

Kontinente: Afrika

Lebenserwartung: 10–12 Jahre

Ernährung: pflanzenfressend

Höhe: 70–80 cm

Gewicht: 45–80 kg

Schutzstatus: NT, potenziell gefährdet

Bestandstrend: rückläufiger Bestand

Nach allgemeiner Auffassung ist diese Ducker-Art die grösste von allen. Sie wiegt bis zu 80 kg und erreicht 80 cm Schulterhöhe. Zudem besitzt sie unter allen Antilopen das im Verhältnis zur Körpergrösse grösste Gehirn.

Diese massigen Antilopen haben eine dunkel graubraune Färbung mit einem auffälligen gelbbraunen Fleck auf dem unteren Rücken. Er ist dreieckig geformt und fällt zum Schwanz hin ab. Männchen und Weibchen tragen Hörner, die 8,5–21 cm lang werden.

Gelbrückenducker kommen in den weiten Gebieten Zentralafrikas sowie im Westen des Kontinents vor. Dichte Wälder sind ihr Lebensraum. Zwischen Bäumen und Büschen können sie sich gut vor Beutegreifern und anderen Gefahren verbergen.

Diese Ducker werden von Hyänenhunden, Leoparden und Löwen gejagt und fallen auch häufig lokalen Jägern zum Opfer. Wegen ihrer Grösse sind sie für Menschen interessant, die nach Fleisch jagen. Aus demselben Grund benötigen sie selbst viel Nahrung und suchen tags und nachts danach.

Diese Antilopen fressen gern Früchte, ausserdem Blätter, Triebe, Samen, Knospen und sogar Rinde. Ihre kräftigen Zähne sind darauf ausgelegt, zähe Rinde und Wurzeln zu zerkleinern. Mit Hufen und Schnauze graben Ducker im Boden nach Nahrung. Manchmal töten und fressen sie Vögel.

Interessanterweise konkurrieren Gelbrückenducker mit Jentink-Duckern um Territorium. Aufgrund ihrer ähnlichen Grösse lässt sich nicht vorhersagen, wer bei einer Auseinandersetzung gewinnt. Gelbrückenducker wurden mit gebrochenen Hörnern beobachtet, was auf Kämpfe hinweist.

Nach der Klassifikation der International Union for Conservation of Nature (IUCN) gilt der Gelbrückenducker (Cephalophus silvicultor) als potenziell gefährdet. Die letzten Schätzungen vom Ende des vergangenen Jahrhunderts gingen von 160'000 Individuen aus. Der Bestand könnte jedoch rasch zurückgehen, da die Nachfrage der lokalen Bevölkerung nach Fleisch steigt. Zusammen mit der Entwaldung stellt dies eine ernsthafte Bedrohung für die Art dar.

Die Lebensweise der Ducker

Wir haben 9 Ducker-Arten beschrieben, insgesamt gibt es etwa 4-mal so viele. Trotz Unterschieden, etwa bei Grösse und Färbung, haben sie vieles gemeinsam. Fassen wir das Wissen über Ducker zusammen, indem wir die wichtigsten Fragen zu Aussehen und Lebensweise dieser afrikanischen Antilopen beantworten.

Wo leben Ducker?

Alle Ducker leben ausschliesslich in Afrika südlich der Sahara. Einige Arten kommen auf Inseln östlich des Kontinents vor.

Es sind überwiegend Waldarten, mit Ausnahme einer Art, die passend Kronenducker oder Buschducker genannt wird. Büsche und Baumdickichte versorgen diese Tiere nicht nur mit notwendiger Nahrung, sondern schützen sie auch vor Beutegreifern. Bei Gefahr springen Ducker schnell und geschickt ins Dickicht, manchmal begleitet von einem durchdringenden Ruf. Einige Ducker-Arten wählen Tieflandwälder. Andere bevorzugen Bergwälder, darunter die artenreichen Zonen am höchsten Berg Afrikas, dem Kilimandscharo. Arten wie der Schwarzstirnducker werden häufig in der Nähe von Sümpfen oder Flüssen nachgewiesen.

Wie sehen Ducker aus?

Ducker sind kleine Antilopen mit einer Schulterhöhe von höchstens 80 cm. Die kleinsten werden nur 30 cm hoch. Die Fellfarbe reicht von Creme bis Dunkelbraun, fast Schwarz. Auch rote, rotbraune, graue und weisse Farbtöne kommen vor.

Der Rücken von Waldduckern ist selbst in Ruhe gewölbt. Nur der Kronenducker, der in offenen Savannenflächen lebt, hält den Rücken gerade. Die dünnen langen Beine einiger Arten sind schwarz gefärbt und wirken wie hohe Strümpfe. Sowohl Männchen als auch viele Weibchen tragen Hörner, wobei die Hörner der Weibchen kürzer sind.

Alle Ducker haben 2 auffällige Merkmale gemeinsam:

  • einen Haarschopf auf dem Kopf zwischen den Hörnern
  • präorbitale Drüsen, die eine Substanz absondern und durch schwarze Streifen unter den Augen in Richtung Nase markiert sind.

Ducker besitzen auch Drüsen zwischen ihren gespaltenen Hufen. Mit den Absonderungen markieren sie ihr Revier, indem sie ihre Schnauze an Ästen und Baumstämmen reiben. Auch Kot an den Grenzen ihres Territoriums dient diesem Zweck.

Wie interagieren Ducker miteinander?

Ducker sind Einzelgänger und dulden keine Eindringlinge in ihrem Territorium. Treffen sie auf Individuen derselben Art, verteidigen sie ihr Revier. Eine Ausnahme bildet die Fortpflanzungszeit, in der Männchen und Weibchen vorübergehend monogame Paare bilden. Auch Gruppen von 2–3 Individuen sind möglich.

Wenn Vertreter verschiedener Ducker-Arten im selben Wald leben und etwa gleich gross sind, teilen sie das Gebiet friedlich auf, indem sie unterschiedliche Lebensräume und unterschiedliche Aktivitätszeiten wählen. Manche Arten sind tagaktiv, andere nachtaktiv. Eine Ausnahme ist der Gelbrückenducker, der tags und nachts aktiv ist.

Was fressen Ducker?

Ducker-Antilopen sind vor allem Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Blättern, Gras, Trieben, Blüten, Samen, Knospen, Pilzen und herabgefallenen Früchten. Nahrung finden sie am Boden oder in geringer Höhe, die sie mit dem Maul erreichen.

Interessanterweise folgen Ducker Vögeln, Fledermäusen und Affen, die in den oberen Baumregionen fressen. Sie profitieren von Früchten, die diese Tiere unbeabsichtigt zu Boden fallen lassen. Während der Regenzeiten benötigen viele Ducker häufig kein Trinkwasser, da sie die gesamte Flüssigkeit aus Früchten und Pflanzen aufnehmen.

Für viele Ducker-Arten gibt es Hinweise darauf, dass diese Antilopen auch tierische Nahrung aufnehmen können. Neben dem gelegentlichen Fressen von Insekten und Vogeleiern jagen sie manchmal kleine Vögel, Frösche und Nagetiere. Einige Ducker wurden beim Fressen von Aas beobachtet.

Wer jagt Ducker?

Der wichtigste Feind dieser Antilopen ist der Mensch. Vertreter grösserer Arten leiden besonders, weil sie als Fleischquelle genutzt werden können. Alle Arten verlieren Lebensraum durch Entwaldung, die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen und fortschreitende Urbanisierung.

Zu den natürlichen Feinden der Ducker gehören Leoparden und andere Katzen, Pythons, Warane, Krokodile, Schakale, Afrikanische Wildhunde, Affen und Greifvögel.

Wo kann man Ducker in ihrem natürlichen Lebensraum sehen?

Auf Safari können Sie diese kleinen Antilopen kennenlernen und beobachten. Dem Kronenducker begegnet man in vielen Nationalparks Tansanias mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn Sie an einer Reise mit Altezza Travel teilnehmen.

Übrigens pflegen wir eine interessante Tradition: Wir benennen unsere Safariprogramme nach verschiedenen Antilopen. Alle Programme "enthalten" afrikanische Antilopen, vom winzigen Dikdik bis zur grossen Elenantilope. Je länger und umfangreicher das Programm, desto grösser die Antilope, nach der es benannt ist.

Es gibt auch ein sorgfältig zusammengestelltes Safariprogramm namens "Duiker". Es umfasst einen Besuch im Manyara-Nationalpark und im Ngorongoro-Schutzgebiet, einem der besten Orte in Tansania, um in kurzer Zeit viele Tiere zu sehen. Es ist gut möglich, dass Ihnen dabei auch der Kronenducker begegnet. Wir beschränken Sie jedoch nicht auf eine 2-tägige Reise; Sie können jedes Programm wählen. Wer Afrikas Natur aus eigener Anschauung kennenlernt, erhält einen unmittelbaren Eindruck von ihrer Vielfalt.

Veröffentlicht am 5 Dezember 2023 Überarbeitet am 26 Mai 2026
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Über den Autor
Yurii Bogorodskiy

Yuri ist festangestellter Researcher und Autor bei Altezza Travel und lebt seit 2019 in Tansania. Er hat viele der weniger bekannten Reiseziele des Landes bereist, darunter die Nationalparks Kitulo und Rubondo, den Viktoriasee, Sansibar sowie zahlreiche historische, natürliche und archäologische Stätten.

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