Der Africa Cup of Nations (AFCON), das wichtigste Fussballturnier des Kontinents, findet vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in 3 Ländern statt: Tansania, Kenia und Uganda. Zum ersten Mal wird das Turnier gemeinsam von 3 Ländern ausgetragen; zugleich kehrt es erstmals seit 1976 nach Ostafrika zurück.
In Tansania werden Stadien in Dar es Salaam, Sansibar und Arusha für Fussballfans vorbereitet. Die Spieltage lassen sich gut mit einem Aufenthalt am Meer, Zeit in den Städten, Ausflügen vor Ort oder einer Safari inmitten der prägenden Tierwelt Afrikas verbinden. In diesem Guide fasst Altezza Travel zusammen, was Fans wissen sollten – von Visa und Impfungen bis zu Spielorten und Aktivitäten zwischen den Partien.
Wichtige Fakten zum AFCON 2027
Die gemeinsame Bewerbung von Tansania, Kenia und Uganda unter dem Namen Pamoja – Swahili für zusammen – erhielt am 27. September 2023 den Zuschlag. Weitere Bewerber waren Botswana, Ägypten und Senegal. Der Sieger wurde vom Exekutivkomitee der Confederation of African Football (CAF) an einer Sitzung in Kairo bestimmt. Für Tansania, Kenia und Uganda ist es die erste Austragung des AFCON; nach Ostafrika kehrt das Turnier erstmals seit 1976 zurück, als Äthiopien Gastgeber war.
Wo finden die Spiele statt, und was lohnt sich zwischen den Partien?
Der Africa Cup of Nations dauert fast 1 Monat. Zwischen den Spielen wird es sehr wahrscheinlich spielfreie Tage geben – Zeit für Stadtbesichtigungen, Ausflüge, Safaris, Trekking oder ruhige Stunden an der Küste des Indischen Ozeans.
Dar es Salaam, Tansania
- Einwohnerzahl: 6 Millionen
- Stadion: Benjamin Mkapa Stadium
Dar es Salaam ist die grösste Stadt des Landes sowie sein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, auch wenn Dodoma die offizielle Hauptstadt ist. Zwischen den Spielen können Sie die Stadt und das historische Kivukoni-Viertel mit seiner Kolonialarchitektur erkunden, das National Museum of Tanzania besuchen, über lebhafte lokale Märkte wie Kariakoo gehen oder am Coco Beach entspannen. Fähren nach Sansibar legen am Kivukoni-Fährterminal ab; die Überfahrt dauert rund 1,5 Stunden.
Sansibar, Tansania
- Einwohnerzahl: Über 1 Million
- Stadien: Amaan Stadium und Fumba Stadium
Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Insel ist Stone Town, das historische Zentrum von Sansibar-Stadt. Als UNESCO-Welterbe vereint es afrikanische, arabische, indische und europäische Architektureinflüsse. Besonders sehenswert sind das Old Fort, die katholische St. Joseph’s Cathedral und die anglikanische Kathedrale, die auf dem Gelände eines früheren Sklavenmarkts errichtet wurde.
Sansibar ist auch für seine Strände und Aktivitäten im Freien bekannt. Nungwi und Kendwa an der Nordspitze der Insel eignen sich gut für entspannte Stunden am Meer. Zum Schnorcheln und Tauchen kommen die nahegelegenen Inseln Mnemba, Pemba, Misali und Mafia in Frage. An Land können Sie Gewürzplantagen besuchen oder eine Tageswanderung im Jozani-Chwaka-Bay-Nationalpark unternehmen. Mehr dazu finden Sie in unserem Guide zu Aktivitäten auf Sansibar.
Arusha, Tansania
- Einwohnerzahl: 700'000
- Stadion: Samia Suluhu Hassan Stadium
Arusha zählt zu den grössten Städten Tansanias und gilt als Safari-Hauptstadt des Landes. Viele Reisen in die Nationalparks beginnen hier. Die Stadt selbst bietet Kolonialarchitektur, das Cultural Heritage Centre mit einer umfangreichen Galerie afrikanischer Kunst, das Natural History Museum, das Arusha Declaration Museum und klare Ausblicke auf den Meru, der bis auf 4'566 m ü. M. aufragt.
In der Umgebung liegen landschaftlich reizvolle Kaffeeplantagen und der Arusha-Nationalpark, wo Wanderungen durch die Savanne zwischen Giraffen und Zebras möglich sind. Die Stadt verfügt zudem über eine breite Auswahl an Hotels für unterschiedliche Budgets.
Arusha ist aus anderen Teilen Tansanias gut erreichbar. Vom lokalen Flughafen gibt es beispielsweise Flüge nach Sansibar und Dar es Salaam.
Safaris ab Arusha
Wenn zwischen den Spielen 2 oder mehr Tage frei bleiben, lohnt sich eine Safari. Die AFCON-Daten fallen zudem mit einer wichtigen Phase der Grossen Tierwanderung zusammen, wenn Herden den Grumeti-Fluss überqueren, und mit dem Beginn der Trockenzeit. Für Safaris in der Savanne ist dies eine der besten Jahreszeiten.
Tarangire-Nationalpark. Bekannt für grosse Elefantenherden, jahrhundertealte Baobab-Bäume und eine bemerkenswerte Vogelwelt mit rund 550 erfassten Arten. Auch Löwen, Geparde, Büffel und weitere Bewohner der Savanne können hier beobachtet werden.
Manyara-Nationalpark. Am Fuss des Great Rift Valley gelegen, beherbergt dieser Park grosse Raubtiere und Pflanzenfresser. Von Juni bis September sind zudem Millionen rosafarbener Flamingos zu sehen.
Ngorongoro-Krater. Ein UNESCO-Welterbe mit aussergewöhnlich hoher Tierdichte. Rund 25'000 grosse Säugetiere, darunter Vertreter der Big Five, leben auf einer Fläche von etwa 260 km².
Serengeti-Nationalpark. Eines der bekanntesten Safarireiseziele der Welt und ebenfalls UNESCO-Welterbe. Der Park ist Schauplatz der Grossen Tierwanderung, Lebensraum von mehr als 70 Arten grosser Tiere und geprägt von den weiten Landschaften der afrikanischen Savanne.
Nairobi, Kenia
- Einwohnerzahl: 5 Millionen
- Stadien: Raila Odinga Stadium (früher Talanta Stadium) und Kasarani Stadium
Nairobi ist die Hauptstadt und grösste Stadt Kenias. Nur 8–10 km vom zentralen Geschäftsviertel entfernt liegt der Nairobi-Nationalpark, was der Stadt den Ruf als einzige Wildlife-Hauptstadt der Welt eingebracht hat. Im Park leben mehr als 100 Tierarten, darunter Löwen, Leoparden, Nashörner und Büffel, sowie über 400 Vogelarten. Weitere sehenswerte Orte sind der Sheldrick Wildlife Trust, der verwaiste Elefantenkälber betreut, das Giraffe Centre und das Karen Blixen Museum auf der ehemaligen Farm der dänischen Schriftstellerin.
Das Maasai Mara National Reserve ist ein weiterer Höhepunkt. Es liegt rund 225 km von Nairobi entfernt; die Fahrt dauert etwa 5 bis 6 Stunden, ist aber lohnend. Das Reservat ist für die Big Five und die Grosse Tierwanderung bekannt. Der eindrucksvollste Teil der Migration findet von Juli bis September statt, wenn Herden von Zebras und Antilopen den von Krokodilen bewohnten Mara-Fluss überqueren.
Kampala, Uganda
- Einwohnerzahl: 1,8 Millionen
- Stadion: Mandela National Stadium
Ugandas Hauptstadt erstreckt sich über 7 Hügel. Ihre wichtigste historische Sehenswürdigkeit sind die Kasubi Tombs, die Grabstätte der Könige von Buganda. 4 Herrscher des Königreichs Buganda sind im Hauptgebäude der Anlage bestattet, einem grossen Rundbau mit Strohdach. Die Stätte gehört zum UNESCO-Welterbe.
Für Panoramablicke über Kampalas 7 Hügel lohnt sich der Aufstieg zum Minarett der Uganda National Mosque, auch Gaddafi National Mosque genannt, der grössten Moschee des Landes. Besucher können ausserdem einen Ausflug nach Jinja unternehmen, wo der Nil aus dem Viktoriasee fliesst und seine Reise Richtung Mittelmeer beginnt. Am Fluss werden Wildwasser-Rafting, Kajakfahren und Bungee-Jumping angeboten.
Hoima, Uganda
- Einwohnerzahl: 158'600
- Stadion: Hoima City Stadium
Hoima liegt im Westen Ugandas, im historischen Königreich Bunyoro. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befinden sich die Mparo Royal Tombs, die Grabstätte von Omukama Kabalega, einem bekannten König von Bunyoro-Kitara. Sein Name ist auch mit den Kabalega Caves verbunden; die nahegelegenen heissen Quellen von Kibiro sind ein weiterer Grund, die Region zu erkunden. Besucher sollten jedoch berücksichtigen, dass touristische Einrichtungen und Infrastruktur in der Region weiterhin begrenzt sind.
Lira, Uganda
- Einwohnerzahl: 267'000
- Stadion: Akii-Bua Stadium
Lira liegt im Norden Ugandas. Das Stadion ist nach dem ersten Olympiasieger des Landes benannt: John Akii-Bua gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München die 400-m-Hürden und stellte dabei einen neuen Weltrekord auf.
Lira selbst verfügt über vergleichsweise wenige grosse touristische Sehenswürdigkeiten. An einem freien Tag können Sie den Ngetta Hill besteigen oder das Barlonyo Memorial besuchen, das den Opfern eines Rebellenangriffs im Jahr 2004 gewidmet ist – Menschen, die vor dem Krieg im Norden Ugandas geflohen waren.
Uganda ist besonders für seine Tierwelt bekannt, vor allem für Berggorillas. In den Nationalparks Bwindi Impenetrable und Mgahinga Gorilla lebt etwa die Hälfte der weltweiten Berggorillas, rund 470 Tiere. In freier Wildbahn kommen sie ausserdem im benachbarten Ruanda und in der Demokratischen Republik Kongo vor.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Murchison-Falls-Nationalpark, das älteste und grösste Schutzgebiet Ugandas. Bekannt ist er für die Stelle, an der sich der Nil durch eine enge Schlucht zwängt und 45 m in die Tiefe stürzt.
Visa und Reiseversicherung
Tansania, Kenia und Uganda diskutieren derzeit die Einführung eines gemeinsamen 4-Monats-Visums für Fussballfans. Eine endgültige Entscheidung liegt jedoch noch nicht vor. Planen Sie Ihre Reise deshalb vorerst nach den üblichen Visabestimmungen der einzelnen Länder.
Tansania. Die meisten ausländischen Reisenden benötigen für die Einreise ein Visum. Ausnahmen gelten für Staatsangehörige mehrerer afrikanischer Länder sowie bestimmter Inselstaaten und europäischer Staaten. Ob Sie ein Visum benötigen und wie Sie es beantragen, erfahren Sie in unserem Guide zu Visa für Tansania.
Kenia. Viele ausländische Reisende müssen vor der Einreise eine Electronic Travel Authorization (eTA) beantragen. Staatsangehörige der meisten afrikanischen Länder und bestimmter weiterer Staaten sind davon befreit. Die Anforderungen für Ihre Nationalität können Sie prüfen und den Antrag über die offizielle Kenya-eTA-Website einreichen.
Zusätzlich müssen Reisende ab 5. Oktober 2026 eine kenianische Krankenversicherung für USD 44 abschliessen.
Uganda. Staatsangehörige von 40 Ländern können ohne Visum nach Uganda einreisen; alle anderen benötigen eines. Wer zusätzlich Kenia und Ruanda besuchen möchte, kann ein East African Tourist Visa beantragen. Es ist 90 Tage gültig und kostet USD 100. Für Tansania ist weiterhin ein separates Visum erforderlich.
Gelbfieberimpfung
Ein letzter, aber wichtiger Schritt bei der Vorbereitung auf den Africa Cup of Nations betrifft die Gelbfieberimpfung. Ob Sie für die Einreise einen Gelbfieber-Impfnachweis benötigen, hängt davon ab, welche Länder Sie besuchen und in welcher Reihenfolge. Kenia und Uganda gelten als Länder mit Risiko einer Gelbfieberübertragung, Tansania hingegen nicht.
Für die Einreise gilt: Uganda verlangt von allen Reisenden über 1 Jahr einen Impfnachweis. Tansania und Kenia verlangen ihn nur von Reisenden, die aus Ländern mit Risiko einer Gelbfieberübertragung einreisen.
In der Praxis gelten für häufige Reiserouten folgende Anforderungen:
Der Impfnachweis wird 10 Tage nach der Impfung gültig. Falls Ihr Reiseverlauf einen solchen Nachweis erfordert, sollten Sie die Impfung rechtzeitig einplanen.
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