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Der komplette Guide zum Elbrus, dem höchsten Gipfel Europas.

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Der Elbrus ist ein besonderer Gipfel. Als höchster Berg Europas gilt er wegen seiner moderaten Schwierigkeit als vergleichsweise zugänglich. Jedes Jahr erreichen mehr als 10'000 Menschen die Gipfel des Elbrus – darunter Einsteiger ebenso wie erfahrene Alpinisten. Was macht den Elbrus zu einem wichtigen Ziel für Bergsteiger aus aller Welt?

In diesem Artikel geht es um die Geografie des Elbrus, einschliesslich der Diskussion um seine Lage und seine genaue Höhe. Sie erfahren mehr über prägende Ereignisse und Personen in der Geschichte der Elbrus-Besteigungen – und welche Rolle die Nationalsozialisten dabei spielten.

Dazu betrachten wir die Landschaft und Besonderheiten des Elbrus-Nationalparks, der auch abseits der Besteigung zahlreiche Aktivitäten ermöglicht. Ebenso geht es um die Faktoren, die Elbrus-Routen zugleich zugänglich und anspruchsvoll machen.

Der Artikel vermittelt das Wissen, das für eine Elbrus-Besteigung wichtig ist: Training, Akklimatisierung zur Vermeidung von Höhenkrankheit, Ernährungsempfehlungen und die nötige Ausrüstung für einen sicheren Aufstieg. Abschliessend folgen Anreisemöglichkeiten zum Elbrus, ein Beispielprogramm für die Besteigung von Süden und die Gründe, weshalb professionelle Bergführer Leben retten können.

Warum zieht der Elbrus Bergsteiger an?

Obwohl der Elbrus nicht zu den 100 höchsten Bergen der Erde zählt, übt er auf viele Bergsteiger eine starke Anziehung aus. Der Gipfel steht auf renommierten alpinistischen Listen. Als höchster Berg Europas gehört der Elbrus zur Liste der Seven Summits. Sie umfasst die jeweils höchsten Berge aller 7 Kontinente, geordnet nach Höhe. sind:

  • Everest in Asien 8'849 m
  • Aconcagua in Südamerika 6'961 m
  • Denali in Nordamerika 6'194 m
  • Kilimandscharo in Afrika 5'895 m
  • Elbrus in Europa 5'642 m
  • Vinson-Massiv in der Antarktis 4'892 m
  • Kosciuszko-Gipfel in Australien 2'228 m

Der Elbrus führt auch die Liste der 10 höchsten Berge Russlands an. Wer alle besteigt, erhält den Titel "Schneeleopard Russlands":

  • Elbrus 5'642 m
  • Dykh-Tau 5'205 m
  • Koshtan-Tau 5'152 m
  • Mishrigi 5'025 m
  • Pik Pushkina 5'100 m
  • Jangi-Tau 5'085 m
  • Shkhara 5'193 m
  • Kazbek 5'034 m
  • Klyuchevskaya Sopka 4'754 m
  • Belukha 4'506 m

Zudem ist der Elbrus ein . Sein letzter Ausbruch liegt rund 2'000 Jahre zurück. Der Elbrus gehört zu den 7 höchsten Vulkanen auf 7 Kontinenten:

  • Ojos del Salado in Südamerika 6'893 m
  • Kilimandscharo in Afrika 5'895 m
  • Elbrus in Europa 5'642 m
  • Pico de Orizaba in Nordamerika 5'636 m
  • Damavand in Asien 5'671 m
  • Sidley in der Antarktis 4'181 m
  • in Ozeanien 4'368 m

In welchem Land liegt der Elbrus?

Der Elbrus gehört zum Gebirgssystem des Grossen Kaukasus. Er liegt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer. Genauer befindet er sich knapp nördlich des Kaukasus-Hauptkamms, an der Grenze der Republiken Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien. Diese Gebiete waren einst Teil der Sowjetunion und gehören seit 1992 zur Russischen Föderation.

Liegt der Elbrus in Europa oder in Asien?

Welchem Erdteil der Elbrus zuzurechnen ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die Einordnung in Europa oder Asien hängt davon ab, wo die kontinentale Grenze gezogen wird. Verläuft sie entlang des Kaukasus-Hauptkamms, auch Wasserscheidekamm genannt, liegt der Elbrus in Europa. Wird die Grenze hingegen entlang der Kuma-Manytsch-Niederung gezogen, liegt der Elbrus in Asien. In diesem Fall wäre der höchste Gipfel Europas der .

Die moderne Geografie liefert keine abschliessende Antwort darauf, welche Variante korrekt ist. Traditionell galt der Wasserscheidekamm als Grenze zwischen Europa und Asien. Vertiefte Untersuchungen zur Bewegung der Lithosphärenplatten legen jedoch nahe, die Grenze zwischen Europa und Asien eher entlang der Kuma-Manytsch-Niederung zu ziehen.

Wie hoch ist der Elbrus?

Anders als bei vielen anderen Bergen gibt es darauf keine einzelne Antwort. Der höchste Berg Europas hat 2 Gipfel. Der Ostgipfel erreicht 5'621 m ü. M., der Westgipfel 5'642 m ü. M. In Enzyklopädien wird die Höhe des Elbrus in der Regel dem Westgipfel zugeschrieben.

Die beiden Gipfel des Elbrus liegen ungefähr auseinander. Ihre Besteigungsgeschichte erstreckte sich über 45 Jahre. 1829 erreichten Mitglieder der Expedition der Russischen Akademie der Wissenschaften unter General Georgiy Emmanuel den Ostgipfel des Elbrus. Erst 1874 gelang einer Gruppe britischer Alpinisten unter der Leitung von Florence Grove die Besteigung des höheren Westgipfels.

Heute können Bergsteiger beide Gipfel des Elbrus in einer Expedition besuchen. Die sogenannte "Elbrus-Überschreitung" ist eine anspruchsvolle Route, die solide Kondition und alpinistische Kenntnisse verlangt.

Warum heisst der Berg Elbrus?

Der Elbrus trägt viele Namen. Jede Volksgruppe in seiner Umgebung gab dem Berg eine eigene Bezeichnung:

Karatschaier und Balkaren nennen ihn "Mingi-Tau" – "ein Berg aus tausend Bergen", sinngemäss also ewig und der höchste;

Adygeer sagen "Oshkhamakhua" – "Berg des Glücks" oder "Berg des Tages". Gemeint ist, dass der Tag beginnt, wenn die Sonne den Elbrus beleuchtet, und endet, wenn die letzten Strahlen des Sonnenuntergangs auf ihm erlöschen;

Abchasen kennen den Elbrus als "Orphi-Tub"  – den "Berg der Gesegneten";

Georgier verwenden 2 Namen: "Yalbuz" –  "Schneemähne" und "Burtsimi" –  "kegelförmige Erhebung".

Für den Ursprung des gebräuchlichsten Namens Elbrus gibt es mehrere Erklärungen. Möglicherweise geht er auf eine leicht veränderte persische Form "Elburz" zurück – ein "heller" oder "leuchtender" Berg. Eine andere Deutung sieht eine Nähe zum iranischen Wort "Alborz" – "hoher Berg". Wissenschaftler aus Kabardino-Balkarien führen den Namen auf das Turkische "el" oder "djel" zurück, mit der Bedeutung "Wind" oder "den Wind beherrschend". Das ist nachvollziehbar, da der Elbrus die Windrichtungen in seiner Umgebung beeinflusst.

Wann wurde der Elbrus zum ersten Mal bestiegen?

Der höchste Berg Russlands wurde 1829 erstmals von Mitgliedern einer Expedition der Russischen Akademie der Wissenschaften bestiegen. Die Ziele dieser Expedition waren nicht in erster Linie wissenschaftlicher, sondern militärischer Natur. Im April 1828 erklärte das Russische Reich der Türkei den Krieg. Die strategisch wichtige Kaukasusregion, bewohnt von Tscherkessen, die die Türken unterstützten, galt als erhebliche Bedrohung für das Russische Reich.

Daraus entstand der Vorschlag von General Georgiy Emmanuel, eine militärisch-wissenschaftliche Expedition in den Kaukasus zu organisieren. Sie verfolgte mehrere Ziele: Erstens sollten Pfade erkundet und Stellungen gesichert werden. Zweitens sollte gegenüber den Tscherkessen militärische Stärke demonstriert und ihre Beteiligung am Konflikt verhindert werden. Drittens ging es um die Suche nach neuen Lagerstätten von Bodenschätzen, insbesondere nach Blei für die Waffenproduktion.

Im Sommer 1829 erhielt Georgiy Emmanuel zahlreiche Genehmigungen verschiedener staatlicher Stellen sowie die persönliche Zustimmung von Nikolaus I. Die Expedition unter seinem Kommando brach schliesslich auf. Mehr als 1'000 Personen – darunter 350 Kosaken, 650 Infanteristen und Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften – machten sich auf den Weg.

Das Auftreten einer grossen Zahl bewaffneter Männer in den Bergen erregte sofort die Aufmerksamkeit der Hochlandbewohner. General Emmanuel gelang es jedoch, sie von den wissenschaftlichen Absichten der Expedition zu überzeugen. In der Folge schlossen sich einige Einheimische der Gruppe der Bergsteiger an.

Das Wetter war schlecht, mit Regen und Nebel, was das Vorankommen erschwerte. Dennoch erreichte Emmanuels Expedition den Fuss des Berges. Er verkündete, dass der erste Mann auf dem Gipfel des Elbrus eine Belohnung von 100 Silberrubeln erhalten würde. Mehrere Wagemutige machten sich auf den Weg zum scheinbar unzugänglichen Berg, doch nur einer war erfolgreich: Kilyar Khashirov, ein kabardinischer Hirte. Er befestigte einen Pfahl auf dem Gipfel, brachte 2 kleine Steine von dort mit und erhielt die versprochene Belohnung.

Insgesamt erreichte die Expedition unter General Emmanuel alle ihre Ziele. Sie entdeckte wertvolle neue Bodenschatzvorkommen. Zugleich zeigte sie den Völkern des Kaukasus, dass auch unzugängliche Felsen und verworrene Bergpfade begangen werden konnten. Zur Erinnerung daran liess Emmanuel nahe dem Basislager eine Inschrift mit Angaben zur Expedition in einen Felsen schlagen. Dieser Ort heisst heute Emmanuel-Felsen. Sowjetische Alpinisten entdeckten ihn erst 1932.

Wer erreichte als Erster den höheren Westgipfel?

Wer erreichte als Erster den höheren Westgipfel?

Der englische Alpinist Florence Grove gilt als erster Besteiger des Westgipfels. Er war ein erfahrener Bergsteiger und Mitglied des Alpine Club, des 1857 in London gegründeten ersten Alpinistenclubs der Welt.

Florence Grove bestieg den höchsten Berg Europas 1874. Seine Expedition beschrieb er im Buch "Frosty Caucasus". In den Bergen schloss sich der balkarische Jäger Ahya Sottayev der englischen Expedition an. Die gastfreundlichen Hochlandbewohner führten ihn Grove als Guide zu. Zum Zeitpunkt der Besteigung war Ahiya Sottayev 86 Jahre alt. Seine Ausdauer entsprach jener seiner deutlich jüngeren Begleiter – allesamt professionelle Bergsteiger. 

Grove bewunderte in seinem Buch Sottayevs körperliche Kraft, seinen scharfen Blick und seine Kenntnis der Bergpfade. Nach Grove war er ein ausgezeichneter Jäger, aber nur ein durchschnittlicher Kletterer. Vor dem Gipfel musste Sottayev beispielsweise eine längere Route wählen, um den Gletscher zu umgehen, der ihn von der Expedition trennte. Anschliessend traf er die englischen Bergsteiger auf dem Gipfel, und sie stiegen gemeinsam ab.

Akhiya Sottayev gilt damit als erste Person, die beide Gipfel des höchsten Berges Europas bestiegen hat. Den Ostgipfel hatte er bereits 1868 mit einer anderen englischen Expedition erreicht.

Was geschah danach?

1890–1896. Der russische Topograf und Alpinist Andrei Pastukhov organisierte eine wissenschaftliche Expedition zur Erstellung genauer Karten des Kaukasusgebirges. Er bestieg beide Gipfel des Elbrus. Seine Skizzen und Schnittprofile besitzen bis heute wissenschaftlichen Wert. Eine Felsgruppe am Südhang des höchsten Berges wurde nach dem Topografen benannt.

1891. Die deutschen und österreichischen Bergsteiger Gottfried Merzbacher und Ludwig Purtscheller stellten den ersten Geschwindigkeitsrekord bei der Besteigung auf und erreichten den Westgipfel in nur 8 Stunden. Bemerkenswert ist, dass Ludwig Purtscheller auch als erster Mensch den Kilimandscharo, den höchsten Punkt Afrikas, bestieg.

1909. Bau des ersten Gebäudes am Elbrus: eine halb eingegrabene Unterkunft für 5 Personen auf 3'200 m ü. M.

1910. Die Schweizer Bergsteiger Gougie und De-Rami schafften die erste "Elbrus-Überschreitung" und bestiegen beide Gipfel in einem Durchgang.

1925. Die georgische Bergsteigerin Alexandra Japaridze wurde zur ersten Frau auf dem Gipfel des Elbrus.

1928. Wissenschaftler untersuchten die Mineralquellen in der Umgebung des Elbrus, um sie künftig für Erholung und medizinische Zwecke zu nutzen.

1929. Auf 4'050 m ü. M. entstand das "Shelter of Eleven". Zunächst war es eine eisenverkleidete Holzhütte für 40 Personen. Ende der 1930er-Jahre wurde in der Nähe der Hütte ein 3-stöckiges, isoliertes Hotel für Bergsteiger errichtet. Das "Shelter of Eleven" beherbergte Bergsteiger, bis es 1998 durch die Unachtsamkeit eines Touristen abbrannte. Es gibt Pläne, das legendäre Hotel bis 2025 wieder aufzubauen.

1932. Am Elbrus wurde eine hydrometeorologische Station eingerichtet. Atmosphärenwissenschaftler überwintern in den Bergen, um den Betrieb der Station sicherzustellen.

1939. Der Abfahrtsskifahrer Vadim Gippenreyter fuhr erstmals in der Geschichte vom Gipfel des Elbrus mit Ski ab. 

1942. Während des Zweiten Weltkriegs bestiegen deutsche Bergsteiger der Edelweiss-Division beide Gipfel des Elbrus und hissten dort nationalsozialistische Flaggen. Zudem gab es ein Projekt, den Elbrus in "Hitlerspitze" umzubenennen. 

1943. Sowjetische Soldaten ersetzten die nationalsozialistischen Flaggen durch eigene. Die Sowjetunion verhinderte, dass sich die Deutschen im Kaukasus festsetzen konnten. Die Deutschen erhielten keine Unterstützung durch die Hauptarmee und mussten den Kaukasus zu Beginn des Winters 1943 verlassen. Im Februar erreichten sowjetische Bergsteiger trotz schwieriger Wetterbedingungen beide Gipfel.

1946. Zum 25-jährigen Bestehen Kabardino-Balkariens wurden 40 Sportler zu den ersten Nachkriegsbesteigern des Elbrus.

1963. Die erste Seilbahnanlage in der Elbrus-Region wurde am Berg Cheget eröffnet. Sie erstreckt sich über 1'600 m und überwindet 650 Höhenmeter. Damit begann die aktive Entwicklung des Skigebiets am Elbrus.

1967. Mit 3'224 Gipfelversuchen wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Bemerkenswert waren 2'536 Menschen, die an einem einzigen Tag zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution den Gipfel erreichten.

Seither hat sich der Elbrus als touristisches Ziel weiterentwickelt. Neue Seilbahnanlagen, Hochgebirgshotels und touristische Camps wurden gebaut.

Was ist Prielbrusye und weshalb zieht es Reisende an?

Prielbrusye, die Umgebung des Elbrus, ist ein Teil Kabardino-Balkariens am Fuss der beiden Berge Elbrus und Cheget. 1986 wurde Prielbrusye zum Nationalpark erklärt. Hier leben zahlreiche seltene Tier- und Vogelarten.

Zu den aus europäischen Wäldern bekannten Arten gehören Wiesel, Braunbären und Rehe. Zu den zählen der Westkaukasische Steinbock und der Kaukasische Fischotter. Unter den endemischen Vögeln finden sich das Kaukasische Königshuhn und das Kaukasische Birkhuhn. Einige Bewohner des Kaukasus stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten: Wanderfalke, Leopard, Geier und Kaukasische Wildkatze.

Auch die Flora des Elbrus ist aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen und Landschaften sehr vielfältig. Nadelwälder gehen allmählich in alpine Wiesen über. Hier wachsen seltene Kräuter und Sträucher: mehrere Glockenblumenarten, Kaukasische Lilien und Steinbrech. Besonders attraktiv für Besucher ist der Kaukasische Rhododendron, ein immergrüner Strauch, der Mitte Juni weiss oder zartrosa blüht.

Das Klima in Prielbrusye ist mild und gemässigt kontinental. Im Winter liegen die Durchschnittswerte bei etwa -6 °C, im Sommer erreichen die Tage erfrischende +15 °C. Dank der ganzjährig schneebedeckten Gipfel ist Skifahren oft bis weit in den April oder Mai möglich. Wie in anderen Gebirgen ist der Luftdruck niedrig und die Sonneneinstrahlung intensiv. Verwenden Sie deshalb Lippenpflege und Sonnencreme, beide mit , und tragen Sie auch im Winter eine Sonnenbrille mit UV-Schutz der Kategorie 4.

Aktivitäten in der Elbrus-Region abseits des Bergsteigens

Skifahren

Die Skisaison in Prielbrusye beginnt im November und dauert bis April oder Mai. Es gibt Pisten in allen Schwierigkeitsgraden. Grüne Pisten eignen sich für weniger erfahrene Skifahrer, schwarze Pisten zählen zu den anspruchsvollsten Abfahrten weltweit und sind nur für sehr sichere Fahrer geeignet. Am Elbrus finden sich breite Hänge für entspannte Abfahrten, während die schwierigsten Strecken an den unteren Hängen des Cheget liegen. Insgesamt gibt es rund 35 km präparierte Skipisten, erschlossen durch 9 verschiedene Skilifte und Seilbahnen.

Trekking

Mit dem Ende der Skisaison beginnt die Trekkingzeit. Die beste Zeit für Trekking in der Elbrus-Region liegt zwischen Mai und September. In dieser Saison ist das Wetter warm, sonnig und meist wolkenlos. Trekking in Prielbrusye eignet sich für Menschen mit nahezu jedem Fitnessniveau. Sie können eine richtige Wanderung mit schwerem Rucksack unternehmen, längere Distanzen gehen und im Zelt übernachten. Oder Sie wohnen in einem Kurhaus und unternehmen Tageswanderungen in der Umgebung. Auch abgelegene Sehenswürdigkeiten, die mit Auto oder Minibus erreichbar sind, lassen sich besuchen. 

Erholung und Gesundheitsaufenthalt an Mineralquellen

Erholung und Gesundheitsaufenthalt an Mineralquellen

In der Elbrus-Region gibt es rund 100 Mineralquellen. Um sie herum entstand ein Netz aus Hotels und Sanatorien. Glaubt man der Werbung zahlreicher Kurorte, soll Mineralwasser beinahe alles lindern – von Magenbeschwerden bis zu Problemen des Nervensystems.

Ist der Elbrus tatsächlich gefährlich?

Artikel über diesen Berg bezeichnen seinen Gipfel häufig als tückisch. Tatsächlich bringt eine Besteigung Risiken mit sich, und es kommt zu Unfällen mit Verletzungen oder Todesfällen. Umfassende Statistiken fehlen jedoch. Laut Boris Tilov, Leiter des Such- und Rettungsdienstes, sterben jährlich 15 bis 20 Menschen am Berg. Fast alle Unfälle betreffen unbegleitete Reisende, die den Gipfel allein, ohne professionelle Bergführer oder Routendokumente, zu erreichen versuchen.

Schätzungsweise 10'000 bis 12'000 Menschen besteigen den Elbrus jedes Jahr. Die Sterblichkeitsrate liegt bei nur etwa 0,1 %. Zum Vergleich: Die Sterblichkeitsrate am Everest, dem höchsten Gipfel der Erde, beträgt rund 3 %. Der gefährlichste Gipfel der Welt ist Annapurna I im Himalaya. Fast 26,7 % der Bergsteiger, die ihn versuchen, verlieren dort ihr Leben.

Ist die Besteigung des Elbrus schwierig?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Derzeit existieren rund 10 Routen zum Gipfel, und sie unterscheiden sich deutlich in ihrer Schwierigkeit. Bergsteiger verwenden spezielle Systeme, um Routen nach den erforderlichen technischen Fähigkeiten einzuordnen. Einige Elbrus-Routen sind vergleichsweise einfach zu begehen. Diese leichteren Routen verlangen nur begrenztes Training und wenig Ausrüstung. Nach dem russischen System fallen solche Routen in die Das internationale UIAA-System stuft die Normalroute und weitere Routen beim Felsklettern als ein.

Eine der anspruchsvollsten Routen am Elbrus trägt in der russischen Klassifikation den Grad 5A. Sie besteht überwiegend aus Abschnitten der Schwierigkeitsgrade III und IV und enthält nach internationaler Klassifikation auch Passagen im Grad V. Das bedeutet, dass die Steilheit des Aufstiegs mehr als 45 Grad beträgt. Einige Abschnitte erfordern eine vollständige Kletterausrüstung. Diese Route ist ausschliesslich für gut vorbereitete, erfahrene Bergsteiger geeignet.

Interessanterweise bestimmt die Höhe eines Berges nicht immer seine Schwierigkeit. Vergleichen wir den Elbrus mit dem Kilimandscharo, dem höchsten Gipfel Afrikas in Tansania, der auch bei Einsteigern beliebt ist. Der Kilimandscharo liegt 5'895 m ü. M., der Elbrus erreicht 5'642 m ü. M. Der Kilimandscharo ist höher, aber technisch einfacher zu besteigen.

Erstens sorgt die Nähe des Kilimandscharo zum Äquator für wärmeres und stabileres Wetter als am Elbrus. Zweitens verlangt die Besteigung des Kilimandscharo nur minimale alpinistische Kenntnisse. Es gibt dort kein Eis; Steigeisen und Eispickel sind ebenfalls nicht erforderlich. Dadurch ist der Berg technisch einfacher.

Südroute

Diese klassische Route ist der einfachste Weg zum Gipfel des Elbrus. Ihr Vorteil liegt in der guten Infrastruktur. Mit der Seilbahn gelangen Sie bis zur Station Garabashi auf 3'800 m ü. M. Das spart Kräfte. Bergsteiger übernachten hier meist in den alpinen Unterkünften "Bochki" (Fässer) oder "LeapRus". 

Die meisten Bergsteiger beginnen den Gipfeltag mit einer nächtlichen Fahrt im Pistenfahrzeug zu den Pastukhov-Felsen, die zwischen 4'700 und 5'100 m ü. M. liegen. Pistenfahrzeuge tragen auch zur Sicherheit der Reisenden bei. In Notfällen nutzen Sanitäter und Rettungskräfte sie, um verletzte Bergsteiger möglichst rasch zu erreichen. Von hier beginnt der Schlussaufstieg zum Gipfel.

Der Gipfelanstieg über die Südroute dauert typischerweise 7 bis 8 Stunden, gefolgt von einem 3- bis 4-stündigen Abstieg. Sie queren die Pastukhov-Felsen und die lange (schräge Traverse) in Richtung  und passieren die , einen anspruchsvollen Abschnitt mit 30 Grad Neigung. Schliesslich führt der zum Westgipfel. Auch wenn es im Sommer selten ist, sollten Sie unterwegs mit blanken Eispassagen rechnen.

Die Südroute ist mit 1B nach russischer Klassifikation beziehungsweise I–II international bewertet. Bergsteiger tragen durchgehend Steigeisen. Der Umgang mit dem Eispickel sollte vorab geübt werden, da er in mehreren Abschnitten der Besteigung benötigt wird. Der Aufstieg vom "Sattel" über die "perils" zum Westgipfel verlangt Konzentration. Auch der lange, anstrengende Abstieg über den steilen Hang mit 30 Grad Neigung erfordert Vorsicht, denn nach dem Erreichen des Gipfels schleichen sich in der Erschöpfung leichter Fehler ein.

Nordroute

Diese Route folgt den Spuren der Expedition von General Emmanuel, der ersten Besteiger des Elbrus. Sie führt über die Nordhütte und die Lents-Felsen zum Ostgipfel. Eine Besteigung des Westgipfels von Norden ist wegen der Distanz wenig zweckmässig. Daneben gibt es die Route der "Elbrus-Überschreitung": Erfahrene Bergsteiger erreichen zuerst den Ostgipfel und queren danach über den Sattel zum Westgipfel.

Als Vulkan hat der Elbrus eine symmetrische Form. Was die Hangneigung betrifft, ähnelt die Nordroute der Südroute. Trotzdem ist die Besteigung von dieser Seite deutlich schwieriger. Erstens fehlen Skilifte, sodass der gesamte Aufstieg zu Fuss erfolgen muss. Zweitens liegt die letzte Hochgebirgsunterkunft auf der Nordseite auf 3'800 m ü. M. Von dort beginnt der Gipfelaufstieg. Pistenfahrzeuge oder Schneemobile gibt es nicht. Alpinisten müssen daher Übernachtungen in Zeltcamps organisieren, was körperlich anspruchsvoll ist.

Diese Route ist mit 2A nach russischer beziehungsweise II nach internationaler Klassifikation bewertet.

Wie bereiten Sie sich auf die Besteigung vor?

Regelmässig trainieren

Der Gipfelaufstieg ist körperlich anspruchsvoll. Sie sollten sowohl körperliche als auch mentale Belastbarkeit im Voraus trainieren. Ihr Trainingsprogramm sollte ausgewogen sein. Zunächst braucht es Ausdauertraining: Gehen, Laufen, Schwimmen und Velofahren eignen sich gut. Diese Sportarten bereiten Herz, Lunge und Muskulatur auf längere Belastung im Aufstieg vor.

Zusätzlich ist allgemeine Kraft wichtig. Einfache Übungen wie Liegestütze, Kniebeugen, Bauch- und Armtraining reichen aus. Übertraining ist nicht nötig – überschüssige Muskelmasse verbraucht mehr Sauerstoff und erschwert die Bewegung in grosser Höhe. Ziel ist eine ausgeglichene körperliche Form.

Den Umgang mit der Ausrüstung lernen

Die genaue Ausrüstung hängt von der gewählten Route ab. In jedem Fall ist es wichtig, im Voraus zu wissen, was Sie benötigen und wie die Ausrüstung korrekt verwendet wird. Es geht nicht nur um spezielle Bergsteigerausrüstung wie Steigeisen, Karabiner und Eispickel – auch die Kleidung ist entscheidend. Die Besteigung des Elbrus findet unter schwierigen Wetterbedingungen statt. Sie müssen vorbereitet sein und sich so kleiden, dass Sie weder auskühlen noch übermässig schwitzen.

Zusätzliche Verpflegung einplanen

Zusätzliche Verpflegung einplanen

In den Bergen verbraucht eine Person mehrere tausend Kalorien pro Tag. Auch wenn Mahlzeiten meist im Besteigungspaket enthalten sind, lohnt es sich, ausreichend kalorienreiche, feste Snacks mitzunehmen.

Sportgels, Riegel, Guetzli, Nüsse und Schokolade eignen sich für Trekking und Akklimatisierung. Zusätzlich ist Cola-Cola in den Bergen hilfreich, weil der Zucker dem Körper schnell Energie liefert. Auch süsser Tee aus der Thermosflasche gibt Kraft.

Nehmen Sie am Gipfeltag 1 l Cola-Cola und eine volle Thermosflasche mit süssem Tee mit. Schneiden Sie alle Snacks in kleine Stücke, da sie in grosser Höhe hart gefrieren können, und portionieren Sie sie vorab. Das reicht in der Regel, um während der Pausen wieder zu Kräften zu kommen.

Informationen zur Besteigung sammeln

Je mehr Sie über die Besteigung wissen, desto kontrollierter lässt sie sich bewältigen. Sie sollten zum Beispiel auf die Akklimatisierung vorbereitet sein. Wer den Unterschied zwischen tolerierbaren Beschwerden und gefährlicher Höhenkrankheit kennt, ist sicherer unterwegs. Bitten Sie Ihren Guide vorab, die notwendigen Medikamente und Hygieneartikel zu erläutern.

Welche Ausrüstung benötigen Sie?

In diesem Abschnitt geht es um die Grundausrüstung für Einsteiger, die entweder die klassische Südroute oder die anspruchsvollere Nordroute wählen.

Grundsätzlich können Sie die Ausrüstung kaufen und mitbringen oder sie bei einem Ausrüstungsverleih in Prielbrusye mieten.

Schuhe

Sie benötigen isolierte Hochgebirgs-Bergschuhe. Sie sind hoch und steif, stützen das Sprunggelenk und sitzen eng am Fuss. Die Schuhe müssen in der Grösse passen und fest sitzen, mit Platz für dicke Wollsocken.

Die Sohlen von Hochgebirgs-Bergschuhen sind sehr steif, damit die Steigeisen nicht verrutschen. Steigeisen sind gezahnte Vorrichtungen für Schuhe. Sie geben sicheren Halt und verhindern das Abrutschen am Hang. Steigeisen sind auch auf einfachen Berg­routen wichtig.

Für Akklimatisierungswanderungen in tieferen, schneefreien Lagen benötigen Sie möglicherweise auch Trekkingschuhe. Sie schützen Ihre Füsse auf felsigem Untergrund vor Verletzungen.

Kleidung

Sie müssen mit deutlichen Temperaturschwankungen rechnen: tagsüber bis +20 °C, nachts bis -25 °C. Entscheidend ist das Schichtenprinzip. Die Basisschicht besteht aus Thermounterwäsche. Darüber tragen Sie einen Fleeceanzug und schützen sich mit einer wind- und wasserdichten Membranjacke sowie entsprechender Hose.

Die äusserste Schicht sollte aus einer warmen Daunen- oder Kunstfaserjacke und Skihosen aus Gore-Tex bestehen. Ausserdem benötigen Sie dicke Merinowollsocken, Fleece- und Skihandschuhe, Daunenfäustlinge, eine Fleece- und Wollmütze sowie einen Buff oder eine Sturmhaube.

Besteigungen beginnen meist zwischen 1 und 2 Uhr morgens, in den kältesten Stunden des Tages. Je mehr Schichten Sie dabeihaben, desto besser können Sie reagieren. Ziehen Sie zu Beginn alle Schichten an. Danach passen Sie die Kleidung den wechselnden Bedingungen an und ziehen Teile aus oder wieder an. Zusätzliche Kleidung gehört in den Rucksack.

Zubehör

Fels, Schnee und Eis können an den Hängen abrutschen. Aus Sicherheitsgründen ist es besser, den Elbrus mit Helm zu besteigen. Ein leichter, bequemer Helm mit Belüftungsöffnungen ist geeignet.

Da der Aufstieg in der Nacht beginnt, ist eine Stirnlampe notwendig. Denken Sie an Ersatzbatterien.

In grosser Höhe kann die Bergsonne die Augen schädigen. Gewöhnliche Sonnenbrillen reichen gegen die intensive Strahlung nicht aus. Sie benötigen spezielle Bergsteiger-Sonnenbrillen mit UV-Schutz der Kategorie 4 und seitlichen Schutzblenden. Sie müssen eng am Gesicht anliegen. Als zusätzlicher Windschutz kann eine Skibrille mit UV-Schutz sinnvoll sein.

Zusätzliche Ausrüstung

Trekkingstöcke und Eispickel machen die Besteigung deutlich leichter und sicherer. Sie geben Stabilität und Halt in anspruchsvollem Gelände.

Ein Klettergurt und Karabiner gehören zur obligatorischen Sicherheitsausrüstung. Sie ermöglichen das Gehen in der Seilschaft mit Ihrem Guide oder mit anderen Bergsteigern.

Rucksack

Sie benötigen einen grossen Rucksack mit 70 bis 120 l Volumen. Eine passende Einstellung und genügend Stauraum sind entscheidend, um persönliche Ausrüstung zu tragen. Es ist sinnvoll, mehrere Bewertungen von Rucksäcken verschiedener Marken und Grössen zu lesen und danach zu entscheiden, was Sie genau brauchen. Zusätzlich benötigen Sie eine Regenhülle, um Ihre Sachen bei stürmischem Wetter vor Feuchtigkeit zu schützen.

Welche Saison eignet sich am besten für die Elbrus-Besteigung?

Die zugänglichste Saison für die Besteigung ist der Sommer. Tagsüber erwärmt sich die Luft auf bis zu +20 °C. Diese Temperatur ist im Bereich der alpinen Unterkünfte möglich. Nachts sinken die Temperaturen im Durchschnitt jedoch auf -10 °C. Der Gipfel bleibt ganzjährig schneebedeckt.

Bei einer Elbrus-Besteigung müssen Sie auf plötzliche Wetterwechsel vorbereitet sein. Mit Glück ist es ruhig und klar. Gewitter, starker Wind und Nebel kommen jedoch häufig vor. Deshalb enthalten die meisten Gipfelprogramme 1 bis 2 Reservetage, um auf unruhiges Wetter reagieren zu können. Es kommt nicht selten vor, dass ein erfahrener Guide die Gruppe wegen aufziehender Gewitter auf halbem Weg zum Gipfel umkehren lässt.

Die meisten Besteigungsexpeditionen finden im Juli und August statt, begünstigt durch Wetter und Ferienzeiten. Wenn Sie einen ruhigeren Berg erleben möchten, ist September besser geeignet: etwas kühler, aber meist noch gut besteigbar.

Im Spätherbst und Winter steigen nur erfahrene Alpinisten auf. Als Teil ihres Trainings testen sie Ausrüstung und bereiten sich auf noch höhere und deutlich kältere Besteigungen im Himalaya vor.

Wie reisen Sie zum höchsten Gipfel Europas?

Der Elbrus liegt auf dem Gebiet der Russischen Föderation. Stand Dezember 2023 benötigen Einwohner der kein Einreisevisum. Maximale Aufenthaltsdauer und Gültigkeit unterscheiden sich je nach Land.

Weitere Informationen zu den russischen Visabestimmungen für Ihr Land finden Sie auf der Website der Konsularabteilung des Aussenministeriums der Russischen Föderation. Für Einwohner von 55 Staaten ist auch ein elektronisches Visum verfügbar. Einwohner anderer Länder müssen ein Visum bei einem Konsulat der Russischen Föderation in ihrem Land beantragen.

Reisende gelangen per Flugzeug oder Zug zum Elbrus. Die nächstgelegenen Städte sind Nalchik und Mineralnye Vody. Beide verfügen über Flughäfen und Bahnhöfe; Mineralnye Vody bietet zudem regelmässige internationale Flüge.

Von beiden Städten führt eine rund 3-stündige Fahrt durch das Baksan-Tal nach Terskol, dem dem Berg nächstgelegenen Dorf. Zur Auswahl stehen komfortable Shuttlebusse, Taxis oder Transfers, die Reiseveranstalter organisieren. Die Fahrt von Mineralnye Vody nach Terskol dauert etwa 3 Stunden.

Wie akklimatisieren Sie sich in den Bergen und vermeiden Höhenkrankheit?

Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in den Körper. Der Mensch braucht Zeit, um sich an die neue Umgebung anzupassen. Leichtes Unwohlsein in den ersten Tagen ist normal.

Auf 1'500 bis 2'000 m ü. M. steigt der Puls, der Blutdruck nimmt zu und man ermüdet schneller. Auf 2'500 bis 3'500 m ü. M. können Kurzatmigkeit und Trägheit auftreten. Wer ohne ausreichende Akklimatisierung weiter aufsteigt, riskiert Höhenkrankheit. Dabei treten Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen infolge von Sauerstoffmangel auf. In schweren Fällen können Hirn- oder Lungenödeme entstehen.

Um Höhenkrankheit zu vermeiden und die Akklimatisierung zu unterstützen, gelten einige Grundregeln:

  • Nehmen Sie sich Zeit und steigen Sie langsam auf. Die meisten Menschen brauchen einige Tage, um sich an Höhen bis 3'500 m ü. M. anzupassen. Je höher die Lage, desto länger dauert die Akklimatisierung.
  • Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil. Schlafen Sie genug, essen Sie ausgewogen, trinken Sie mehr Wasser und vermeiden Sie übermässigen Alkoholkonsum.
  • Beobachten Sie Ihren Gesundheitszustand aufmerksam. Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie Anzeichen von Höhenkrankheit bemerken, sollten Sie auf eine tiefere Höhe absteigen und einige Tage ruhen. Meist reicht das aus, damit sich das Befinden normalisiert.

Wie läuft eine Elbrus-Besteigung in der Gruppe ab?

Wie läuft eine Elbrus-Besteigung in der Gruppe ab?

Der genaue Plan kann je nach Saison, Wetter und Zusammensetzung der Gruppe variieren. Die Programme auf der Normalroute ähneln sich jedoch stark.

Tag 1: Treffen der Gruppe, Ausrüstungskontrolle, Besprechung des Besteigungsplans für den Elbrus, Erholung.

Tag 2–3: Akklimatisierungswanderungen. Die Gruppenmitglieder steigen auf 3'000 bis 3'500 m ü. M. auf und kehren danach zur Übernachtung ins Camp zurück. Das unterstützt die Anpassung und hilft, Höhenkrankheit zu vermeiden. Gleichzeitig können Neueinsteiger ihre Ausrüstung testen und während der Probetouren Sicherheitsregeln lernen.

Tag 4: Auffahrt mit der Seilbahn zur alpinen Unterkunft auf 3'700 bis 3'800 m ü. M. Akklimatisierung auf neuer Höhe. Von hier starten Sie am Gipfeltag. 

Tag 5: Akklimatisierungswanderungen. Wenn Sie von der Südseite aufsteigen, führt die Route üblicherweise in Richtung Pastukhov-Felsen bis auf 4'800 m ü. M., bevor Sie ins Camp zurückkehren.

Tag 6: Ruhetag vor dem Schlussaufstieg.

Tag 7: Gipfeltag. Die Gruppe verlässt das Camp gegen 1.00 Uhr. Die genaue Zeit legt der Guide anhand der Wetterbedingungen fest. Üblicherweise soll der Gipfel früh am Morgen erreicht und das Camp bis zum Mittag wieder erreicht werden, bevor sich das Wetter verschlechtert. Insgesamt dauert die Route rund 15 Stunden.

Tag 8–9: Reservetage dienen als Plan B, falls schlechtes Wetter den Gipfelversuch verzögert.

Tag 10: Abreise.

Warum sollten Sie mit Profis unterwegs sein?

Auf dem Papier gilt der Elbrus technisch als einfache Besteigung, doch diese "Einfachheit" verdeckt objektive Gefahren. Die Normalroute ist reines Trekking. Man geht die gesamte Strecke zu Fuss. Es ist nicht nötig, sich am Fels festzuhalten oder spezielle Kletteranker zu setzen.

Diese trügerische Zugänglichkeit zieht viele Einsteiger an, die oft Gruppen mit sehr unterschiedlichem Fitnessniveau bilden. Ihnen fehlen möglicherweise wichtige Fähigkeiten: Wetterzeichen richtig deuten, sich bei wechselnden Bedingungen passend kleiden oder sich im Gebirge sicher orientieren.

Doch selbst bei einer bis ins Detail geplanten Besteigung kann Unvorhergesehenes passieren. Eine der objektiven Gefahren ist ein plötzlicher Wetterumschwung. Ein Schneesturm kann nahezu keine Sicht und stark fallende Temperaturen verursachen.

Die zweite Gefahr ist Höhenkrankheit. Sie kann Einsteiger trotz langsamem Aufstieg und der üblichen Vorsichtsmassnahmen der Guides treffen. Der Zustand beeinträchtigt Wohlbefinden und Urteilsvermögen. Dadurch kann eine einzelne Person die gesamte Gruppe in Schwierigkeiten bringen.

Damit die Besteigung kontrolliert abläuft, ist ein Team von Guides entscheidend, üblicherweise 1 Guide pro 3 Bergsteiger. Professionelle Begleitung unterstützt die Gruppe auf dem Weg zum Gipfel. Wenn jemand merkt, dass die Kräfte nicht mehr reichen, können sich die Guides aufteilen und einen Teil der Gruppe ins Camp zurückbringen.

Was bei einer Solo-Besteigung zu beachten ist

Wenn Sie planen, den Gipfel allein zu besteigen oder allein im Gebiet des Elbrus zu wandern, informieren Sie bitte das russische Ministerium für Katastrophenschutz (EMERCOM) 10 Tage vor der Reise. Sie können entweder das Büro in Terskol aufsuchen oder die Angaben online einreichen. Das Formular sollte Informationen zu den Leitern und Mitgliedern der Gruppe, deren Kontaktnummern sowie Ihre detaillierte Route enthalten. Beachten Sie jedoch, dass eine Besteigung allein erhebliche Risiken birgt und grundsätzlich niemandem empfohlen wird.

Veröffentlicht am 21 Februar 2024 Überarbeitet am 26 Mai 2026
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Über den Autor
Yurii Bogorodskiy

Yuri ist festangestellter Researcher und Autor bei Altezza Travel und lebt seit 2019 in Tansania. Er hat viele der weniger bekannten Reiseziele des Landes bereist, darunter die Nationalparks Kitulo und Rubondo, den Viktoriasee, Sansibar sowie zahlreiche historische, natürliche und archäologische Stätten.

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