Zurück

Die 10 höchsten Berge Afrikas

counter article 31651
Bewertung:
Lesezeit: 31 Min.
Bergsteigen Bergsteigen

Wer an Afrika denkt, sieht oft endlose Savannen und Wüsten vor sich. Das ist nicht falsch: Der afrikanische Kontinent besteht zu grossen Teilen aus Ebenen, Plateaus und Hochländern. Dazu kommen Täler wie das Becken des Kongo-Flusses, Wüsten wie die Kalahari und grosse Seen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Tanganjikasee, der tiefste See des Kontinents.

Gibt es Berge in Afrika?

Gleichzeitig ist Afrika auch ein Kontinent der Berge – einige übertreffen die Höhen vieler Gipfel in Europa, Australien oder der Antarktis. Grosse Gebirgssysteme sind selten. Zu den bekanntesten zählen das Atlasgebirge im Nordwesten Afrikas und das Kap-Faltengebirge im äussersten Süden. Das Kap-Faltengebirge liegt vollständig in Südafrika, während sich der Atlas durch Marokko, Algerien und Tunesien zieht. Unter den höchsten Bergen des Kontinents findet sich jedoch keines der beiden Systeme.

Welches ist die längste Gebirgskette Afrikas?

Das Grosse Escarpment, die längste Gebirgskette Afrikas, erreicht ebenfalls nicht die vordersten Plätze der Höhenrangliste. Es entstand vor Millionen von Jahren, erstreckt sich heute über rund 5'000 km und liegt im südlichen Afrika. Sein bekanntester Abschnitt sind die Drakensberge in Südafrika.

Viele Berge Afrikas stehen als einzelne Vulkane in der Landschaft – eine Folge globaler tektonischer Prozesse innerhalb der Lithosphärenplatten. Gerade diese Vulkane prägen die Liste der höchsten Berge des Kontinents.

Gletscher in Afrika

Etwa die Hälfte der 10 höchsten Berge Afrikas trägt Gletscher im Gipfelbereich. Diese besonderen äquatorialen Gletscher ziehen sich rasch zurück; Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie verschwinden werden. Dieses Schicksal betrifft auch Afrikas höchsten Berg – den Kilimandscharo.

Der Name Kilimandscharo ist weit bekannt. Doch wie steht es um die anderen? In diesem Artikel betrachten wir die Liste der 10 höchsten Berge Afrikas. Wir zeigen, wo sie liegen, was sie auszeichnet, wann sie erstmals von Menschen bestiegen wurden und was heutige Expeditionen zu ihren Gipfeln erfordern.

10. Platz: Mount Karisimbi – 4'507 m

Karisimbi ist ein ruhender Vulkan an der Grenze zwischen Ruanda und der . Sein Gipfel gilt als höchster Punkt Ruandas, da er auf dem Staatsgebiet dieses Landes liegt. Geografisch befindet sich der Vulkan in Ostafrika. Er gehört zum und ist ein Gipfel der Virunga-Bergkette, die aus 8 Vulkanketten besteht. Virunga bedeutet in der lokalen Sprache "Vulkane".
Name: Mount Karisimbi

Höhe: 4'507 m

Länder: Ruanda, DRK

Erstbesteigung: 1903, R. P. Barthelemy

Schwierigkeit der Besteigung: gute körperliche Vorbereitung erforderlich

Dauer der Expedition: 1–2 Tage

Der Karisimbi ist bemerkenswert, weil seine Hänge mehrere Klimazonen mit unterschiedlichen Bergwaldtypen umfassen. Dazu gehören tropischer Neoboutonia-Wald, Bambuswald und die wichtige Hagenia-Hypericum-Waldzone, die für die lokale Gorillapopulation zentral ist. In diesem Gebiet wachsen endemische afrikanische Bäume, insbesondere Hagenia abyssinica. Diese Bäume haben grosse Bedeutung für die bedrohten Berggorillas der Virunga-Berge.

Oberhalb der Wälder folgt eine Zone aus Heidewiesen und Sümpfen. Hier gedeihen endemische Pflanzen wie Lobelien (Lobelia wollastonii, Lobelia lanurensis) und die riesigen Senecio erici-rosenii. Letztere können bis zu 6 m hoch werden und sind eng mit den ostafrikanischen Bergen verbunden. Den Gipfel des Mount Karisimbi prägt schliesslich die sogenannte alpine Wüste, in der nur spärliche Gräser wachsen.

Wer bestieg Karisimbi als Erster?

Zur Erstbesteigung des Mount Karisimbi gibt es nur wenige gesicherte Informationen. Verschiedene Berichte nennen unterschiedliche Jahre und Personen, die den Gipfel erreicht haben sollen. Die Namen bekannter Afrikaforscher wie John Hanning Speke und Henry Morton Stanley werden erwähnt, doch sie sahen die Virunga-Berge nur aus der Distanz. Auch Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg-Schwerin, wird genannt. Er nahm 1907–08 tatsächlich an einer Expedition in die Virunga-Berge teil; sein Beitrag bestand jedoch vor allem in den ersten Karten dieser Vulkankette. 1911 erreichte der bekannte deutsche Forscher Hans Meyer den Gipfel des Karisimbi, doch es ist zweifelhaft, dass er der Erste war.

Wahrscheinlich war ein Mann namens Barthelemy der Erste, der diesen Berg 1903 bestieg. Über ihn ist wenig bekannt. Damals gehörte das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo dem belgischen König und wurde von zahlreichen Europäern intensiv erkundet.

Bekannt wurde die Expedition von 1908 unter der Leitung von Egon von Kirschstein. Beim Abstieg durch den Krater geriet die Gruppe in einen plötzlichen Schneesturm mit starkem Regen und Hagel; die Temperatur fiel abrupt. Nicht alle kehrten von dieser Expedition zurück. Tragischerweise erfroren 20 Träger – lokale Bewohner.

Was bedeutet der Name "Karisimbi"?

Der Name "Karisimbi" bedeutet in der ruandischen Sprache "weisse Schale". Gemeint sind Hagel und Nassschnee, die wegen Gewittern regelmässig auf dem Gipfel fallen. Interessanterweise tragen die Virunga-Berge, einschliesslich Karisimbi, auch einen weiteren Namen: Mufumbiro. Wörtlich aus der Kongo-Sprache übersetzt bedeutet er "jene, die kochen". Der Name bezieht sich auf den Rauch über aktiven Vulkanen, den die lokale Bevölkerung beobachtete und mit Rauch verglich, der beim Kochen über dem Feuer aufsteigt.

Berggorillas der Virunga-Berge

Die Virunga-Berge sind weltweit für ihre Berggorillas bekannt. Gorillas gelten neben Orang-Utans und Schimpansen als die nächsten Verwandten des Menschen unter den Primaten. In den Virunga-Bergen wurden sie 1902 entdeckt. 1925 wurde zum Schutz ihres Lebensraums der erste Nationalpark Afrikas gegründet. Das Verdienst dafür wird dem Biologen zugeschrieben. Er erkannte früh, wie dringend die Gorillas vor dem vollständigen Aussterben geschützt werden mussten. 100 Jahre sind vergangen, doch Berggorillas gelten bis heute als bedrohte Art; in freier Wildbahn leben weniger als 1'000 Tiere.

Dian Fossey wurde weltweit bekannt, als ihr Foto 1970 auf dem Cover von National Geographic erschien. 18 Jahre lang lebte und arbeitete sie an den Hängen der Virunga-Berge, erforschte Berggorillas und schützte sie vor Wilderern. Fossey gehörte zu den – 3 Forscherinnen, die im Auftrag des bekannten Anthropologen Louis Leakey Menschenaffen in ihren natürlichen Lebensräumen untersuchten.
Ihr Buch "Gorillas im Nebel" wurde ein Bestseller und ist bis heute das bekannteste Buch über Gorillas. Auf seiner Grundlage entstand ein bemerkenswerter Film gleichen Namens mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle. Wer sich für Afrika und Tierwelt interessiert, dem sei dieser Film empfohlen. Die Geschichte der mutigen Dian Fossey, die ihr Leben den Gorillas widmete, berührt bis heute viele Menschen. Das von ihr gegründete Forschungszentrum Karisoke besteht weiterhin. Sein Name setzt sich aus den 2 Bergen zusammen, zwischen denen es liegt: Mount Karisimbi und Mount Bisoke. Nach Fosseys ungeklärtem Mord wurde sie auf dem Gelände des Forschungszentrums begraben.

9. Platz: Ras Dashen – 4'550 m

Der Ras Dashen, auch Ras Dejen genannt, liegt im Norden Äthiopiens und ist der höchste Punkt des Äthiopischen Hochlands, eines alten Gebirgssystems im Nordosten Afrikas. Wegen seiner beträchtlichen Höhe und des weiten Plateaus wird das Hochland manchmal als "Dach Nordostafrikas" bezeichnet. Der eigentliche Titel "Dach Afrikas" bleibt jedoch dem höchsten Gipfel des Kontinents vorbehalten, zu dem wir später kommen.

Die Herkunft des Arabica-Kaffees

In den Höhenlagen des Äthiopischen Hochlands wurde eine Pflanze entdeckt, deren Früchte so geschätzt wurden, dass sie sich weltweit verbreitete: der Arabica-Kaffeebaum. In unserem Blog gehen wir der Geschichte des Kaffees nach und suchen nach dem besten Arabica der Welt. Und ja, Afrika baut ausgezeichneten Kaffee an, auch in Äthiopien. Am Ras Dashen wächst Kaffee jedoch nicht, da dort zu wenig Niederschlag fällt und Kaffeebäume Höhenlagen bis etwa 2'000 m bevorzugen. Am Berg lebt dafür der Walia-Steinbock, ein äthiopischer Endemit mit knapp über 500 Tieren.

Simien-Nationalpark

Ras Dashen liegt im Simien-Nationalpark. Dort leben nicht nur Walia-Steinböcke, sondern auch Leoparden, Servale, Karakale, Dscheladas – Primaten, die ausschliesslich im Äthiopischen Hochland vorkommen – sowie sehr seltene Äthiopische Wölfe, von denen weniger als 200 Tiere übrig sind. All dies macht die Simien-Berge und den Nationalpark zu einem lohnenden Reiseziel.

Name: Ras Dashen

Höhe: 4'550 m

Land: Äthiopien

Erstbesteigung: 1841, Joseph Galinier und Pierre Ferret

Schwierigkeit der Besteigung: vergleichsweise einfaches Trekking

Dauer der Expedition: 1–5+ Tage

Höhe des Ras Dashen

Zur Höhe des Ras Dashen gibt es widersprüchliche Angaben. Manche Quellen führen noch ältere Daten aus den 1970er-Jahren mit 4'533 m. Satellitenmessungen aus dem Jahr 2005 bestätigten jedoch eine Höhe von 4'550 m ü. M.; sie wird von der International Cartographic Association anerkannt.

Auch über die Aussprache des Namens wird diskutiert. Wahrscheinlich ist Ras Dashen eine Veränderung von Ras Dejen im Amharischen. Die lokale Bevölkerung erkannte schon lange, dass dieser Berg alle anderen überragt – daher der Name. Aus dem Amharischen übersetzt bedeutet Ras Dashen ungefähr "Kopf der Berge". Daneben existiert eine Legende, wonach in alter Zeit ein König auf dem Berg lebte, der über ganz Äthiopien herrschte. Nach seinem Tod sei sein Geist auf dem Gipfel geblieben, weshalb der Berg nach ihm benannt worden sei.

Wegen seiner Höhe ist der Gipfel des Berges oft mit Schnee bedeckt, wenn auch nur kurz – meist schmilzt er innerhalb weniger Stunden. In der kalten Jahreszeit kann Schnee jedoch häufig fallen und bis zu 2 Monate hintereinander liegen bleiben.

Expeditionen auf den Ras Dashen

Der Ras Dashen gilt als vergleichsweise leicht zu besteigen. Wer zum Gipfel aufbricht, startet im Basislager, passiert zahlreiche Rastplätze von Hirten und kommt auf 4'300 m an den Ruinen einer alten Festung aus dem 19. Jahrhundert vorbei. Aufgrund der einfachen Route ist anzunehmen, dass Einheimische, besonders Hirten, den äthiopischen Berg schon lange vor ausländischen Forschern bestiegen haben. Die erste dokumentierte Besteigung erfolgte jedoch 1841 durch 2 französische Forscher, Joseph Galinier und Pierre Ferret. Äthiopien war damals ein Kaiserreich, bekannt als Abessinien. Die Franzosen erstellten die ersten detaillierten Karten dieser Gebiete.

Heutige Besteigungen des Ras Dashen unterscheiden sich je nach Programm in der Dauer. Es gibt 5- bis 8-tägige Expeditionsprogramme, aber auch kürzere Varianten. Theoretisch lässt sich der Berg an 1 Tag besteigen, wenn man nahe an das Basislager heranfährt und direkt mit dem Trekking beginnt. Längere Programme ermöglichen jedoch eine bessere Akklimatisierung und geben Raum, deutlich mehr von den Landschaften im Simien-Nationalpark zu sehen.

8. Platz: Mount Meru – 4'566 m

Der Meru ist ein Vulkan im Norden Tansanias, einem Land in Ostafrika. In Indien, im Himalaya, gibt es ebenfalls einen Berg, der häufig Meru Peak genannt wird. Er ist 6'660 m hoch und hat keinen Bezug zu Afrika. Auch in hinduistischen, buddhistischen und jainistischen Überlieferungen wird ein Mount Meru erwähnt. Dieser Berg existiert jedoch nicht real, sondern ist ein mythisches, heiliges Symbol. Kehren wir also nach Tansania und zum realen Meru zurück.

Name: Mount Meru

Höhe: 4'566 m

Gipfel: Socialist Peak, Little Meru

Land: Tansania

Erstbesteigung: 1901, Carl Uhlig; oder 1904, Fritz Jaeger

Schwierigkeit der Besteigung: mittel

Dauer der Expedition: 3–4 Tage

Der afrikanische Mount Meru ist ein Vulkan, der je nach Klassifikation technisch als aktiv gilt. Die letzte Aktivität wurde 1910 registriert. Frühere Ausbrüche liegen Zehntausende Jahre zurück. Heute gilt der Meru als touristisches Ziel. Die Besteigung ist beliebt und wird nicht als besonders anspruchsvoll eingestuft.

Wer bestieg den Meru als Erster?

Menschen erreichten den Gipfel des Meru erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In welchem Jahr genau und durch wen, ist heute nicht abschliessend geklärt. 1901 erkundete der deutsche Geograf Carl Uhlig den Berg; ob er den eigentlichen Gipfel erreichte, ist unklar. 1904 erforschte er gemeinsam mit Fritz Jaeger Gebiete im Norden des heutigen Tansania. Die deutschen Wissenschaftler entdeckten und beschrieben den Eyasi-See sowie das "Giant Crater Highlands", heute bekannt als Ngorongoro-Krater. Man geht davon aus, dass Jaeger 1904 den Meru bestieg. Offen bleibt, ob er der Erste war.

Höhe des Mount Meru

Eine weitere häufige Frage betrifft die tatsächliche Höhe des Meru. Die verschiedenen Angaben reichen von 4'550 bis 4'567 m ü. M. Die jüngsten Messungen, 2022 von Forschern der University of KwaZulu-Natal in Südafrika durchgeführt, nennen 4'566 m. Diese Höhe legen wir zugrunde und führen den Meru damit als achthöchsten Berg Afrikas.

Wie Karisimbi und Ras Dashen liegt auch der Meru innerhalb eines Nationalparks. Bei einer Besteigung bewegen Sie sich im Nationalpark Arusha. Während eines Besuchs an diesem Vulkan können Ihnen verschiedene Wildtiere begegnen, darunter Giraffen, Büffel, Zebras, Antilopen und sogar Elefanten.

Warum heisst er Meru? Der Name stammt von den Menschen, die am Fuss des tansanischen Berges leben. Eine Besteigung lohnt sich auch wegen des besonderen Blicks auf den Kilimandscharo.

Expeditionen auf den Mount Meru

Die Besteigung dauert 4 Tage und folgt der einzigen Route, der Momella-Route. Übernachtet wird in komfortablen Holzhütten. Kontaktieren Sie unser Team; wir organisieren für Sie eine sorgfältig geplante und sichere Expedition auf den Mount Meru.

Am Ende unserer Liste kehren wir nach Tansania zurück. Zunächst geht es weiter ins benachbarte Uganda.

7. Platz: Mount Gessi – 4'715 m

Nun führt der Blick an die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Die Trennlinie zwischen den beiden Ländern verläuft entlang des Rwenzori-Gebirges, das sich zwischen den 2 Albert und Eduard erstreckt. Rwenzori besteht aus 6 Hauptbergen. 5 davon gehören zu den 10 höchsten Gipfeln Afrikas. Auch der selten erwähnte Luigi di Savoia, benannt nach dem italienischen Prinzen Luigi Amedeo von Savoyen, zählt zu diesem Höhenbereich.

Mondberge

Als der Geograf Claudius Ptolemäus im 2. Jahrhundert n. Chr. Karten der bekannten Welt erstellte, vermerkte er, dass der grosse Nil im tiefen Afrika nahe den Mondbergen entspringe. Wahrscheinlich meinte er damit das Rwenzori-Gebirge. Als die Quelle des Nils im 19. Jahrhundert entdeckt wurde und jahrelange Debatten und Forschungen endeten, gab der britische Forscher Henry Morton Stanley der nächsten Forschergeneration den Auftrag, diese Gebirgsregion zu untersuchen. Diese Aufgabe fiel Luigi Amedeo zu.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestieg Luigi Amedeo alle höchsten Gipfel des Rwenzori und besuchte 16 Gipfel. Ironischerweise liess er nur einen Berg aus, der später nach ihm benannt wurde: Mount Luigi di Savoia. Er ist 4'627 m hoch. Diesem Berg fehlt jedoch die , um als eigenständiger Berg zu gelten. Deshalb überspringen wir ihn und gehen weiter zum Mount Gessi.

Name: Mount Gessi

Höhe: 4'715 m

Länder: Uganda, Demokratische Republik Kongo

Erstbesteigung: 1906, Luigi Amedeo mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: mittel, wegen nasser Felsen

Dauer der Expedition: 9–11 Tage

Mount Gessi liegt im Nordosten des zentralen Rwenzori, wo sich die wichtigsten Gebirgsmassive konzentrieren. Die Hauptgipfel des Gessi heissen Iolanda und Bottego. Die Berge dieser Region ähneln sich in Landschaft, Flora und Fauna. Etwas später beschreiben wir, was an ihren Hängen zu sehen ist. Zunächst geht es um die Namen.

Heute nennt kaum noch jemand diese Berge Mondberge. Von allen Schreib- und Aussprachevarianten wie Ruwenzori und Rwenjura hat sich Rwenzori durchgesetzt. Der ursprüngliche Name geht auf das Wort Rwenjura in der lokalen Sprache der Tooro zurück. Es lässt sich als "Regenmacher" oder "König der Wolken" übersetzen. Diese Bezeichnung ist nachvollziehbar: In diesen Bergen regnet es an rund 300 Tagen im Jahr, und ihre Gipfel liegen fast ständig in Wolken.

Romolo Gessi

Mount Gessi wurde nach dem italienischen Afrikaforscher Romolo Gessi benannt. Er führte komplexe Untersuchungen des Nilbeckens durch. Gessi entdeckte, dass der Albertsee den Fluss speist und eine seiner zentralen Quellen ist. Es dauerte 20 Jahre, bis alle Quellen des Nils bekannt waren. Übrigens war es Romolo Gessi, der die Rwenzori-Berge 1876 erstmals sah, auch wenn die Entdeckung dem britischen Forscher Henry Morton Stanley zugeschrieben wurde, der sie 12 Jahre später sah und darüber berichtete.

Expeditionen auf den Mount Gessi

Aus technischer bergsteigerischer Sicht ist die Besteigung des Gessi nicht besonders schwierig. Ständige Regenfälle und ein nasser, felsiger Pfad erhöhen jedoch die Anforderungen. Bergsteiger werden zudem vor viel rutschigem Moos auf der Route gewarnt, was die Expedition anspruchsvoller und riskanter macht. An den Berghängen stehen Hütten, in denen während der Besteigung übernachtet werden kann.

6. Platz: Mount Emin – 4'798 m

Emin ist das nördlichste der grossen Rwenzori-Massive. Es liegt vollständig in der Demokratischen Republik Kongo. Anders als beim Gessi lässt sich der Gipfel daher nur von einer Seite erreichen. Mount Emin wird oft als Zwillingsschwester des Gessi bezeichnet. Die beiden Berge stehen nahe beieinander, getrennt durch ein tiefes Tal.

Name: Emin

Höhe: 4'798 m

Land: Demokratische Republik Kongo

Erstbesteigung: 1906, Luigi Amedeo mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: hoch, Kletterausrüstung erforderlich

Dauer der Expedition: 10–12 Tage

Emin Pascha

Dieser Berg wurde nach dem bekannten deutschen Afrikaforscher Emin Pascha benannt. Seine Geschichte ist ausserordentlich interessant. Eduard Schnitzer wurde in Deutschland in eine jüdische Familie geboren, wurde Arzt und ging als Mediziner ins Osmanische Reich. Dort konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Muhammad al-Amin an. Die Welt kennt ihn als Emin Pascha. Pascha ist ein hoher politischer Titel in muslimischen Ländern.

Im Ägypten des 19. Jahrhunderts wurde er zum Gouverneur von Äquatoria ernannt, einer britischen Provinz in Nordafrika. Diese Gebiete gehören heute zum Südsudan und zu Uganda. Emin Pascha organisierte Expeditionen nilaufwärts, forschte und sandte Pflanzen- und Tierproben nach Europa. Mehrere Pflanzen, Tiere und Vögel wurden nach ihm benannt. Auf seinen Expeditionen wurde er oft von Henry Morton Stanley begleitet. Stanley rettete Emin Pascha, als im Sudan ein Aufstand gegen die ägyptische Herrschaft ausbrach und der Gouverneur mehrere Jahre lang von der Aussenwelt abgeschnitten war.

Später erforschte Emin Pascha die Gebiete südlich und östlich des Viktoriasees, die später unter die Kontrolle des Deutschen Reichs kamen und heute zu Tansania gehören. Er gründete die Stadt Bukoba am östlichen Ufer des Viktoriasees. Bekannt wurde er auch für seinen Einsatz gegen den Sklavenhandel. Während einer Expedition zum Kongo-Fluss wurde er schliesslich von arabischen Sklavenhändlern getötet, die Rache suchten. Luigi Amedeo benannte das Rwenzori-Massiv nach diesem unermüdlichen Reisenden, Wissenschaftler und Politiker.

Ist die Besteigung des Mount Emin schwierig?

Die Besteigung des Emin gilt als schwierig. Die felsigen Hänge dieses zerklüfteten Gebirges sind sehr steil, mit vorspringenden Zacken und schmalen Graten, die Bergsteiger überwinden müssen, um die Gipfel zu erreichen. Meist werden 2 wichtige Gipfel besucht: Umberto und Crepelin. Nur erfahrene Bergsteiger, die mit technischer Kletterausrüstung umgehen können, nehmen diese Herausforderung an. Für Anfänger ist der Weg zum Gipfel des Emin nicht geeignet.

Wer sich an den Mount Emin wagt, muss Bergseile, Eispickel und weitere Ausrüstung zur Sicherung mitführen. Wichtig ist auch: Alle Berge des Rwenzori sind häufig schneebedeckt. Einige Gletscher sind noch vorhanden, was die Besteigungen zusätzlich anspruchsvoll macht.

5. Platz: Mount Baker – 4'844 m

Mount Baker wird gelegentlich als Plateau beschrieben. Er besitzt 6 Gipfel, deren höchster Peak Edward heisst, benannt zu Ehren von König Edward VII. von Grossbritannien. Der Berg selbst trägt den Namen des englischen Erforschers des Nilbeckens, Samuel White Baker. Auch er führte übrigens den Titel Pascha und war nicht nur Gouverneur von Äquatoria, sondern gründete diese Provinz. In Europa wurde er durch die Entdeckung des Albertsees bekannt.

Expeditionen auf den Mount Baker

Bergsteiger wählen Baker oft wegen seiner Landschaften und der mittleren Schwierigkeit. An einzelnen Abschnitten mit tiefen Spalten sind Seile erforderlich. Häufig werden Besteigungen mehrerer Rwenzori-Gipfel kombiniert, etwa Baker und der höchste Berg, Stanley. Die Besteigungsgeschichte des Baker ist reich. Im selben Jahr, in dem das Team von Prinz Luigi Amedeo den Gipfel erreichte, hatten bereits 2 frühere Expeditionen versucht, Mount Baker zu besteigen – ohne Erfolg.

Name: Baker

Höhe: 4'844 m

Land: Uganda

Erstbesteigung: 1906, Luigi Amedeo mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: überdurchschnittlich, Bergsteigerausrüstung erforderlich

Dauer der Expedition: 5–7 Tage

Rwenzori-Mountains-Nationalpark

Mount Baker und die nächsten 2 Gipfel, Speke und Stanley, liegen im ugandischen Rwenzori-Mountains-Nationalpark. Auf der Seite der benachbarten Demokratischen Republik Kongo grenzt er an den Virunga-Nationalpark, dessen Hauptgipfel der Karisimbi ist. Beide Parks gehören zum UNESCO-Welterbe.

Der Nationalpark gilt als einer der schönsten Orte Afrikas. Der Kontrast zwischen dichter tropischer Vegetation am Bergfuss und schneebedeckten Gipfelfeldern, die oft in Wolken liegen, ist eindrucksvoll. Äquatoriale Gletscher bedecken noch immer die Gipfel des Rwenzori, auch wenn sie auf den Aufstiegsrouten zunehmend weniger Hindernisse darstellen, da das Eis rasch verschwindet.

Eine Expedition zum Gipfel des Mount Baker ist sowohl eine bergsteigerische Unternehmung als auch ein Trekking durch weite tropische Wälder, in denen Wildtiere und eine reiche Vogelwelt vorkommen. Mehrere Pfade führen zum Hauptgipfel; einige verlaufen über schmale Grate und queren tiefe Spalten. Für diese Routen sind Guides unerlässlich.

4. Platz: Mount Speke – 4'890 m

Ein weiterer markanter Berg im Rwenzori-Mountains-Nationalpark ist Speke. Wie Mount Baker besitzt er mehrere gezackte Gipfel und wird wegen seiner unklaren Form gelegentlich als Plateau bezeichnet. Der höchste Gipfel heisst Vittorio Emanuele, benannt zu Ehren des damaligen Königs von Italien. Der italienische Forscher Luigi Amedeo, Prinz von Savoyen und Herzog der Abruzzen, gab diesem Gipfel den Namen. Er war ein Cousin des regierenden Königs. Speke ist der vierthöchste Berg Afrikas.

Luigi Amedeo

Luigi Amedeo führte ein abenteuerliches Leben. Er reiste zum Nordpol, wo er durch Erfrierungen 2 Finger verlor. Auf einer Expedition ins Karakorum stellte er einen Höhenrekord auf, indem er eine damals unerreichte Höhe erreichte. 1909 bestieg er Chogolisa in der Masherbrum-Kette bis auf 7'498 m. 3 Jahre zuvor hatte er mit einer Gruppe anderer Bergsteiger alle Gipfel von 5 der 6 Berge besucht, die die Hauptgruppe des Rwenzori bilden. Speke gehörte dazu.

Name: Mount Speke

Höhe: 4'890 m

Land: Uganda

Erstbesteigung: 1906, Luigi Amedeo mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: mittel, Bergsteigerausrüstung erforderlich

Dauer der Expedition: 10–12 Tage

Besteigung des Mount Speke

Wer alle 4 Gipfel des Mount Speke erreichen möchte, sollte wissen, dass dies eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Die Übergänge zwischen den Gipfeln führen über sehr schmale Grate mit steilen Abbrüchen. An bestimmten Stellen sind Seile erforderlich. Während der Regenzeit werden die Felswege rutschig, was die Besteigung zusätzlich erschwert.

Die Anstrengung wird durch weite Ausblicke von den Hängen des Mount Speke ausgeglichen. Dank reichlicher Niederschläge entstehen zahlreiche Bäche und Flüsse. Das viele Wasser fördert nicht nur die Vielfalt der Pflanzenwelt, sondern zieht auch viele Tiere an, die an den unteren Hängen des Mount Speke leben. Am Fuss des Berges kommen Leoparden, Antilopen und sogar Elefanten vor. In den Wäldern leben Schimpansen; im Rwenzori-Gebirge ist eine Unterart heimisch, der Östliche Schimpanse (Pan troglodytes schweinfurthii).

John Hanning Speke

Speke im Namen des Berges ist der Nachname eines der bekanntesten Afrikaforscher: John Hanning Speke. Seine Ausdauer und Furchtlosigkeit führten ihn zur gesuchten Quelle des Nils und damit auch zum grössten See Afrikas, dem Viktoriasee. Zudem berichtete Speke gemeinsam mit James Augustus Grant erstmals von der Entdeckung der Virunga-Berge. Der Film "Mountains of the Moon" zeigt Spekes Forschungen an der Seite von Richard Francis Burton. Wie erwähnt, nannten antike Geografen den Rwenzori so, als über diese Region noch wenig bekannt war.

3. Platz: Mount Stanley – 5'109 m

Mount Stanley ist der höchste Berg des gesamten Rwenzori-Gebirges und der dritthöchste Gipfel des Kontinents. Er trägt zu Recht den Namen des britischen Forschers Henry Morton Stanley. Stanley unternahm mehrere Expeditionen in damals kaum erforschte Regionen Afrikas, erkundete den Oberlauf des Kongo-Flusses, schloss die Kartierung der Grossen Afrikanischen Seen ab und stellte fest, dass der in den Viktoriasee mündende Kagera-Fluss als eigentliche Quelle des Nils gelten sollte. Auch darüber hinaus waren seine Leistungen zahlreich.

Henry Morton Stanley

Henry Stanley gilt als der erste Europäer, der die Rwenzori-Berge erreichte. Selbst bestieg er sie jedoch nicht. Sein letzter Wunsch war vielmehr, dieses Gebirge erforschen zu lassen. 2 Jahre nach Stanleys Tod erfüllte Prinz Luigi Amedeo diesen Wunsch. Aufgrund der Zahl seiner Entdeckungen und Forschungen steht Henry Morton Stanley sinnbildlich an der Spitze der frühen Afrikaforscher. Dass der höchste der 6 Hauptberge des Rwenzori-Gebirges nach ihm benannt ist, unterstreicht diese Bedeutung.

Name: Mount Stanley

Höhe: 5'109 m

Länder: Uganda und DRK

Erstbesteigung: 1906, Luigi Amedeo mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: mittel, Bergsteigerausrüstung erforderlich

Dauer der Expedition: 12–14 Tage

Zusammen mit den beiden vorherigen Bergen, Speke und Baker, bildet Mount Stanley ein Dreieck im nördlichen Teil des Bujuku-Tals. In alter Zeit lag in der Niederung am Fuss der 3 Berge ein riesiger Gletscher. Heute befindet sich dort ein See. Dies ist der eindrucksvollste Teil des Rwenzori-Mountains-Nationalparks. 3 Berge mit weissen Schneekappen erheben sich über dem grünen Tal, das heute teilweise unter Wasser steht. Einst waren alle Rwenzori-Massive von Eis bedeckt. Heute finden sich sichtbare Gletscherreste nur noch auf den 3 höchsten Bergen, wobei Mount Stanley die meisten davon trägt. Berechnungen zufolge wird das gesamte Eis auf den Gipfeln des Rwenzori bis 2025 verschwinden.

Gipfel des Mount Stanley

Die Nachbarländer teilten Mount Stanley nicht auf. Stattdessen zogen sie die Grenze über den Gipfel. Damit gilt dieser Gipfel als höchster Punkt sowohl Ugandas als auch der Demokratischen Republik Kongo. Er heisst Margherita Peak, zu Ehren von Königin Margherita von Italien. Ihr Name begegnet einem übrigens nicht nur im Rwenzori-Gebirge, sondern auch in fast jeder Pizzeria – die bekannte Pizza mit Tomaten und Käse ist ebenfalls nach ihr benannt.

Mount Stanley besitzt weitere Gipfel, die ebenfalls felsig sind. Alexander’s Peak und Margherita Peak werden häufig als Zwillingsgipfel betrachtet. Auf dem Weg zum Hauptgipfel kommen Seile, Steigeisen und sogar Eispickel zum Einsatz, da die Route über vereiste Hänge führt. Dort gibt es grosse Spalten, in die ein Bergsteiger stürzen kann. Für die Besteigung des höchsten Gipfels Ugandas und der DRK ist daher bergsteigerische Erfahrung erforderlich.

Auf dem Weg zum Margherita Peak passieren Bergsteiger tropische Wälder, durchqueren Bambusdickichte und riesige Strauchheiden. Auf etwa 4'000 m führt die Expedition über afroalpine Wiesen und felsiges Gelände mit Moosen und Flechten. Am Gipfel erreichen sie schliesslich alte Gletscher. Zumindest vorerst sind diese Gletscher im Rwenzori-Gebirge noch vorhanden.

2. Platz: Mount Kenya – 5'199 m

Auf dem Mount Kenya, der dem Land seinen Namen gab, liegen Gletscher. Heute gibt es am Gipfel 11 Gletscher. Die grössten heissen Lewis und Tindall. Ende des 19. Jahrhunderts, als Europäer den Berg bestiegen und erforschten, zählten sie 18 Gletscher; 7 davon sind bereits verschwunden. Es wird erwartet, dass bis Mitte der 2030er-Jahre auch alle verbleibenden Gletscher verschwinden.

Mount Kenya liegt im Zentrum Kenias, knapp südlich des Äquators. Er ist ein erloschener Vulkan, der vor rund 2,6 Millionen Jahren aufhörte auszubrechen. Heute besitzt er mehrere markante Gipfel, von denen 3 besonders bekannt sind: Point Lenana (4'985 m), Nelion (5'188 m) und Batian (5'199 m). Point Lenana gilt als vergleichsweise einfach und wird als Trekking bestiegen. Die beiden höchsten Gipfel verlangen hingegen bergsteigerische Fähigkeiten.

Name: Mount Kenya

Höhe: 5'199 m

Land: Kenia

Erstbesteigung: 1899, Halford Mackinder mit einem Team

Schwierigkeit der Besteigung: hoch, technische Kletterei

Dauer der Expedition: 4–7 Tage

Schwierigkeit des Mount Kenya

Weit verbreitet ist die Einschätzung, dass der Mount Kenya die anspruchsvollste Aufstiegsroute Afrikas besitzt, zumindest in Ostafrika. Besonders macht ihn die Vielzahl an Routen: Bergsteiger können Wege wählen, auf denen Fels- und Eiskletterfähigkeiten gefragt sind. Durch den raschen Rückzug der Gletscher am Mount Kenya nimmt diese Möglichkeit jedoch deutlich ab.

Mount-Kenya-Nationalpark

Mount Kenya ist nicht nur für seine Gletscher bekannt, sondern auch für seine Pflanzenwelt. Beim Aufstieg über die Hänge begegnet man zunächst feuchtem tropischem Wald. Auf etwa 2'400 m geht der Wald in Bambusdickichte über, die allmählich in eine Zone riesiger Heidepflanzen wechseln. Das afroalpine Moorland in grösserer Höhe wird zunehmend karger, bis es schliesslich von Moosen und Flechten geprägt ist. Auf etwa 4'600 m sind nur noch Felsen zu sehen; weiter oben kommen Schnee und Eis hinzu.

Mount Kenya, einer der höchsten Berge Afrikas, liegt im Mount-Kenya-Nationalpark. Leoparden, Baumklippschliefer, Nashörner, Ducker und weitere Antilopenarten leben im Park. Stummelaffen – schwarz-weisse Primaten – sind in den lokalen Wäldern heimisch. In der Umgebung des Mount Kenya lebt zudem die weltweit grösste Population von Grevyzebras. Auch Elefanten kommen hier zahlreich vor, da das Gebiet Teil ihrer Wanderroute ist. Die Vogelwelt rund um den Mount Kenya gilt ebenfalls als reich.

Erstbesteigung des Mount Kenya

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es viele Versuche, Mount Kenya zu besteigen. Erfolgreich war schliesslich eine Gruppe unter der Leitung des Geografen Halford Mackinder. Er war politischer Theoretiker und entwickelte . Damit stand er am Anfang der Geopolitik – eines Denkansatzes, der die Welt in Einflusszonen und Machtkonfrontationen gliedert.

1899 bestieg eine Gruppe aus 6 Europäern und 164 Vertretern lokaler Bevölkerungsgruppen, vor allem Kikuyu, den Berg erfolgreich und errichtete entlang der Route Lager. Die Besteigung war schwierig und langwierig: Vom Basislager bis zum Hauptgipfel dauerte sie fast 1 Monat. Insgesamt verbrachte das Team 33 Tage am Berg und führte detaillierte Untersuchungen des Vulkans sowie seiner Flora und Fauna durch.

Riesenlobelie – eine der endemischen Pflanzen des Mount Kenya
Riesenlobelie – eine der endemischen Pflanzen des Mount Kenya
Lobelie am Hang des Mount Kenya
Lobelie am Hang des Mount Kenya

Den Hauptgipfel nannte Mackinder Batian, zu Ehren des wichtigsten Massai-Heilers Mbatian. Bekannt ist, dass während der Besteigung 8 Träger getötet wurden; wer dafür verantwortlich war, bleibt ungeklärt. Zeugen berichten lediglich, Mackinder und ein weiterer Europäer hätten den Trägern mit dem Tod gedroht.

Warum heisst Kenia Kenia?

Der Legende nach notierten die Deutschen Johann Krapf und Johannes Rebmann, die den Berg ein halbes Jahrhundert vor der Expedition von 1899 erstmals sahen, 2 Namensvarianten: Kenia und Kegnia. Diese Namen stehen nahe bei Bezeichnungen lokaler Bevölkerungsgruppen: Kikuyu, Embu und Kamba. Die Kikuyu nannten ihn Kirinyaga, was "weisser" oder "leuchtender Berg" bedeutet. Die Embu verwendeten Kirenyaa, "Berg mit Helligkeit", und die Kamba nannten ihn Kiinyaa, "Straussenberg", in Anlehnung an die Farbe von Straussfedern.

Daneben gibt es eine amüsante Legende: Krapf habe einen Kamba-Guide gefragt, wie der Berg heisse, und meinte damit den grossen Berg. Der Guide trug in diesem Moment jedoch einen Kürbis. Da er glaubte, nach dem Kürbis gefragt zu werden, antwortete er "kii-nyaa". Angeblich gelangte diese Version anschliessend auf die Karten.

1. Platz: Kilimandscharo – 5'895 m

Schliesslich erreichen wir den höchsten Punkt des afrikanischen Kontinents. Der bekannte Berg, das "Dach Afrikas", liegt im Norden Tansanias nahe der Grenze zu Kenia. Der Kilimandscharo ist der berühmteste Gipfel Afrikas und der höchste Berg des Kontinents. Jedes Jahr kommen Zehntausende Reisende, um seinen schneebedeckten Gipfel über den Ebenen zu sehen oder den höchsten Punkt zu erreichen.

Name: Kilimandscharo

Höhe: 5'895 m

Land: Tansania

Erstbesteigung: 1889, Hans Meyer und Ludwig Purtscheller

Schwierigkeit der Besteigung: vergleichsweise einfach

Dauer der Expedition: 5–10 Tage

Der Kilimandscharo ist ein Vulkan, dessen Entstehung vor etwa 2,5 Millionen Jahren begann. Interessanterweise bildeten sich am selben Ort 3 Vulkane: Shira, Mawenzi und Kibo. Jeder nachfolgende Vulkan zerstörte seinen Vorgänger durch Eruptionen. Vom ersten, Shira, ist nur wenig übrig; der jüngste, Kibo, bildet heute die höchste Erhebung. Der Berg besteht aus 3 Vulkankegeln. Reisende, die nach Tansania kommen, um den Kilimandscharo zu besteigen, können den höchsten Gipfel des höchsten freistehenden Berges der Welt erreichen.

Kilimandscharo-Packliste als PDF herunterladen
Kilimandscharo-Packliste als PDF herunterladen
Kostenlose Kilimandscharo-Packliste mit der notwendigen Ausrüstung für die Wanderung und Empfehlungen der Experten von Altezza Travel
Erhalten Sie Ihre Kilimandscharo-Packliste als PDF

Erhalten Sie Ihre Kilimandscharo-Packliste als PDF

Wir senden die PDF-Packliste an Ihre E-Mail-Adresse
RU
Dieses Feld darf nicht leer sein
Wie dürfen wir Sie kontaktieren?
Wenn Sie auf "Senden" klicken, stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu.

Der höchste freistehende Berg der Welt

Wenn Sie den höchsten Gipfel erreichen, lesen Sie auf einem Schild, dass der Kilimandscharo der höchste freistehende Berg der Welt ist. Er gehört zu keiner Gebirgskette, sondern steht tatsächlich allein inmitten der afrikanischen Ebenen. Betrachtet man jedoch jeden Vulkan als eigenen Berg, läge der Kibo-Gipfel weiterhin auf Platz 1. Mount Kenya würde in der Liste der höchsten Berge Afrikas auf Platz 2 folgen. Der Vulkan Mawenzi mit 5'149 m ü. M. nähme Platz 3 ein.

Wie hoch ist der Kilimandscharo?

Übrigens wird über die Höhe des Hauptvulkans des Kilimandscharo diskutiert. Offiziell gilt eine Höhe von 5'895 m, doch GPS-Messungen aus dem Jahr 2008 ergaben mit 5'891,8 m einen etwas tieferen Wert. Für die Rangliste ist dieser Unterschied nicht wesentlich.

Der Kilimandscharo ist ein stark nachgefragtes Reiseziel, das unterschiedliche Reisende anzieht: Naturinteressierte, Menschen mit Freude an körperlicher Herausforderung und erfahrene Bergsteiger.

Wie lange dauert die Kilimandscharo-Besteigung?

Naturinteressierte verbinden ihre Safari oft mit dem Blick auf diesen ungewöhnlichen Berg, der sich über der Savanne erhebt und am Gipfel Eis und Schnee trägt. Für sie eignet sich ein 1- oder 2-tägiges Trekking am Kilimandscharo. Eine solche Tour führt über die Berghänge und gibt Einblick in die reiche Pflanzen- und Tierwelt. Wer 2 Tage unterwegs ist, übernachtet in Holzhütten auf 2'720 m. Dabei wird der tropische Bergwald 2-mal durchquert. Zu beachten ist jedoch: Die weiten Bergblicke und die besonderen Pflanzen an den Hängen zeigen sich bei einer vollständigen Expedition meist erst am 3. Tag.

Wander- und Bergfreunde entscheiden sich häufig für eine rund 1-wöchige Expedition zum Gipfel des höchsten Berges Afrikas. Für die Besteigung braucht es keine technische Bergsteigerausrüstung und keine umfassende Klettererfahrung. Der grösste Teil der Route ist Trekking; der Gipfel selbst ist eine felsige Erhebung am Kraterrand. Die grösste Herausforderung ist meist die Höhe, denn dort steht dem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung als auf Meereshöhe. Am Gipfel des Kilimandscharo enthält die eingeatmete Luft nur rund 40 % der Sauerstoffmoleküle im Vergleich zu 100 % auf Meereshöhe. Genau deshalb sind Besteigungsprogramme ausreichend lang angelegt, damit sich der Körper anpassen kann.

Professionelle Bergsteiger interessieren sich weniger für die Besteigung an sich als für den Nachweis, diesen Berg erreicht zu haben. Als höchster Berg Afrikas gehört der Kilimandscharo zur Liste der . Gut vorbereitete Athleten besteigen das "Dach Afrikas" oft in 1 oder 2 Tagen. Der bekannte nepalesische Bergsteiger Nimsdai benötigte für den Aufstieg weniger als 1 Tag. Der Rekord für die schnellste Besteigung des Kilimandscharo liegt bei 4 Stunden und 56 Minuten.

Wer sich für diesen Berg interessiert, ist in Tansania richtig. Zum Gipfel führen mehrere Routen, und übernachtet wird je nach Route in ausgestatteten Hütten oder Zeltcamps. Sehr starke und ambitionierte Bergsteiger können sogar im Krater unter dem äquatorialen Sternenhimmel übernachten.

Wer bestieg den Kilimandscharo als Erster?

Der Hauptgipfel heisst Uhuru, was auf Swahili "Freiheit" bedeutet. Als Erste erreichten ihn die deutschen Forscher Hans Meyer und Ludwig Purtscheller. Meyer gelang der Erfolg erst beim 3. Versuch im Jahr 1889. Damals lagen deutlich mehr Eis und Schnee am Gipfel, was den Aufstieg schwieriger machte. Heute verschwinden die Gletscher. Wie am Mount Kenya und im Rwenzori-Gebirge erwarten Wissenschaftler, dass das Eis auf Afrikas Gipfeln in den nächsten Jahrzehnten vollständig verschwindet. Die Zeit, in der man nahe dem Äquator in Afrika Gletscher sehen kann, geht damit zu Ende.

Wenn Sie Berge lieben und Afrika Sie fasziniert, beraten wir Sie gerne. Wir bei Altezza Travel organisieren Ihre Tansania-Reise mit der Erfahrung eines spezialisierten Teams vor Ort.

In einem weiteren Artikel stellen wir die 10 höchsten Berge Amerikas und die 5 höchsten Berge unseres Planeten vor. Wussten Sie, dass der Mount Everest nicht immer als höchster Berg der Erde gelten kann und der Kilimandscharo aus einer bestimmten Perspektive sogar höher sein kann als der Everest? Diese und weitere Zusammenhänge erklären wir in unseren ausführlichen Blogbeiträgen.

Veröffentlicht am 27 Januar 2024 Überarbeitet am 26 Mai 2026
Redaktionelle Standards

Alle Inhalte auf Altezza Travel entstehen mit fachlicher Einordnung und sorgfältiger Recherche, im Einklang mit unseren Redaktionsrichtlinien.

Über den Autor
Thomas Becker

2013 zog Thomas Becker von Deutschland nach Tansania, angezogen von der besonderen Ausstrahlung des Landes. Er bereiste verschiedene Regionen und setzte sich intensiv mit lokaler Kultur, Traditionen, Geografie und Tierwelt auseinander.

Vollständige Biografie lesen
Kommentar hinzufügen
Vielen Dank für Ihren Kommentar.
Er erscheint nach der Prüfung auf der Website
Bei Fragen erreichen Sie uns jederzeit über WhatsApp

Mehr über Reisen in Tansania erfahren?

Nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf. Wir kennen die wichtigsten Reiseziele in Tansania aus eigener Erfahrung. Unsere Reisespezialisten am Kilimandscharo teilen gerne ihre Empfehlungen und unterstützen Sie bei der Planung Ihrer Reise.

Weitere interessante Artikel entdecken

Erfolgreich gesendet
Wir haben Ihre Anfrage erhalten
Wenn Sie jetzt mit unserem Team chatten möchten, tippen Sie unten, um uns über WhatsApp zu erreichen.
Hoppla
Entschuldigung, etwas ist schiefgelaufen...
Kontaktieren Sie uns bitte über den Online-Chat oder WhatsApp. Wir helfen Ihnen gerne weiter.