Wir erzählen Ihnen, was wir über den Honigdachs wissen, der auch Ratel genannt wird. Ist er wirklich so furchtlos, wie man sagt? Wir zeigen Ihnen die bekanntesten Videos von Honigdachsen und berichten von unserer Begegnung mit diesen Tieren. Ausserdem erklären wir, warum Altezza Travel den Honigdachs im Logo verwendet.
Wie auf dem Foto zu sehen ist, erinnern Honigdachse etwas an Colobusaffen – schöne afrikanische Primaten. Der vordere Teil ihres Körpers ist schwarz, der Rücken weiss. Colobusaffen gehören zu den Tieren, über die wir geschrieben haben, weil wir in ihrer Nähe leben. Auch andere Bewohner afrikanischer Bäume haben wir unseren Leserinnen und Lesern vorgestellt: Baumschliefer, kleine Antilopen, die zusammen als Ducker bezeichnet werden, und die Lieblinge unserer Hotelgäste – die niedlichen, grossäugigen Buschbabys. Zudem gibt es bei uns einen Artikel über die eleganten Servalkatzen. Willkommen in der Tierwelt Afrikas.
Wer ist der Honigdachs?
- Obwohl er Honigdachs heisst, frisst er weit mehr als nur Honig. Der Ratel ist ein Allesfresser und ausgesprochen gefrässig.
- Er wurde im Guinness-Buch der Rekorde als furchtlosestes Tier geführt.
- Honigdachse wurden dabei beobachtet, wie sie Löwen und Büffel angriffen.
- Sie fürchten weder Skorpionstiche noch Bisse von Giftschlangen.
- Trotz ihrer kurzen Beine können sie an einem einzigen Tag Dutzende Kilometer zurücklegen.
- Wenn Sie jetzt auf unser Website-Logo schauen, sehen Sie ein kleines Tier auf einer grün-gelben Raute. Das ist der Honigdachs, das Maskottchen von Altezza Travel.
Der Honigdachs ist ein bodenlebendes Tier mit kurzen Beinen. Er bewohnt Wälder, Steppen und Gebirge in Afrika und Asien. Vielleicht haben Sie für dasselbe Tier schon einen anderen Namen gehört: Ratel. Man sieht ihn selten. Wenn es geschieht, erkennt man ihn am weissgrauen, wolligen Fell auf Kopf, Rücken und Schwanz, das sich deutlich von der schwarzen Färbung an Gesicht, Flanken und Unterkörper abhebt. Vollständig schwarze Honigdachse gibt es ebenfalls, sie gehören jedoch nur zu einer Unterart.
Die Lieblingsnahrung dieses Allesfressers sind Bienenlarven, für die er Bienenstöcke aufgräbt. Menschen beobachteten dieses Verhalten und gaben ihm den Namen "Honigdachs". Zwar frisst er auch Honig, seine wichtigste Delikatesse sind jedoch die Larven und Puppen der Bienen.
Wo leben Honigdachse? Sie kommen fast im gesamten Afrika südlich der Sahara vor, ausserdem in Mali, Mauretanien, der Westsahara und Marokko. Das asiatische Verbreitungsgebiet umfasst Teile Westasiens, also des Nahen Ostens, sowie den indischen Subkontinent. Heute werden rund 12 Unterarten anerkannt. Dazu zählen unter anderem der Persische Ratel, der Nepal-Ratel, der Indien-Ratel, der Schwarze Ratel, der Weissrücken-Ratel, der Tschadsee-Ratel und der Gefleckte Ratel.
Die bekannteste Eigenschaft des Honigdachses ist seine Furchtlosigkeit, selbst gegenüber deutlich grösseren Gegnern. Dringt ein massiges Tier wie ein Büffel in sein Revier ein, greift dieses Mitglied der Marderfamilie an. Ein in die Enge getriebener Honigdachs ist äusserst gefährlich. Er verteidigt sich und sein Territorium heftig: Er stellt das Fell auf, zeigt scharfe Zähne und lange Krallen, zischt und knurrt und sondert einen üblen Geruch ab. Weicht der Gegner nicht zurück, ist eines sicher – der Honigdachs nimmt den Kampf auf.
Warum sind Honigdachse so stark, furchtlos und aggressiv?
Um die ausgeprägte Furchtlosigkeit der Honigdachse ranken sich viele Geschichten. Wer Tierdokumentationen verfolgt, weiss: Honigdachse jagen Giftschlangen, stellen sich grösseren Gegnern und greifen manchmal sogar Löwen, Büffel und Pferde an. Häufig gehen sie aus solchen Auseinandersetzungen als Sieger hervor.
Wie ist das möglich? Eines ihrer Geheimnisse liegt in der sehr dicken Haut. Sie ist schwer zu durchbeissen und lässt sich beispielsweise auch mit Stachelschweinborsten kaum durchdringen. Manche beschreiben die Haut als "locker" und betonen damit ihre Elastizität und Dehnbarkeit. Dadurch kann sich ein gepackter Honigdachs drehen, winden und seinen Angreifer weiter attackieren. Trotz dieser Beweglichkeit ist die Haut sehr dicht – Einheimische sagen, dass weder Pfeile noch Machetenklingen sie durchdringen.
Für Angriffe haben Honigdachse kurze, aber kräftige Pfoten mit langen, gebogenen Krallen. Die Natur hat ihnen diese Krallen zum Graben von Bauen, zum Aufbrechen von Termitenhügeln und Bienenstöcken gegeben. Ihre Furchtlosigkeit lässt sie die Krallen jedoch auch im Kampf einsetzen. Die starken Pfoten helfen ihnen nicht nur, Angreifer abzuwehren, sondern auch Beute über längere Zeit zu verfolgen, bis sie völlig erschöpft ist. Die Fähigkeit, eine "Stinkbombe" abzugeben, ist also nicht ihre einzige Waffe.
Und was ist mit Schlangengift? Offenbar besitzen Honigdachse in ihrem Körper einen Schutzmechanismus dagegen. Bekannt ist, dass sie zum Beispiel giftige Kobras jagen. Beisst eine Kobra den Honigdachs, bevor sie stirbt, kann das Gift eine Art Lethargie auslösen. Rund 2 Stunden später wacht das Tier jedoch wieder auf, vollständig erholt, und frisst die getötete Kobra in Ruhe weiter. Das gilt allerdings nur, wenn die Giftzähne die Haut des Dachses überhaupt erfassen und durchdringen.
Wie genau dies funktioniert, ist Gegenstand von Vermutungen. Honigdachse sind nicht die einzigen Tiere, die Schlangengift neutralisieren können. Diese Fähigkeit findet sich auch bei Opossums, Igeln, Stinktieren, Mangusten und einigen weiteren Tieren. Mangusten etwa besitzen eine andere Proteinzusammensetzung in Muskel- und Nervenzellen, sodass sich Toxinmoleküle nicht binden und keine Lähmung auslösen können. Andere Tiere haben Stoffe im Blut, die Gifttoxine neutralisieren. Der genaue physiologische Schutzmechanismus gegen Gift ist beim Honigdachs weiterhin unbekannt.
Ein weiterer Abwehrmechanismus ist die Fähigkeit, in Gefahrensituationen eine stark riechende Flüssigkeit abzugeben. Verantwortlich dafür sind vergrösserte Analdrüsen. Der üble Geruch kann nicht nur Insekten wie Bienen abschrecken, sondern auch grössere Tiere, denen Honigdachse begegnen. In dieser Hinsicht ähneln sie Stinktieren.
Zum Schluss die Bienenstiche. Wie vermeiden Honigdachse Folgen, wenn sie in einen Bienenstock eindringen? In den meisten Fällen spüren Honigdachse die Stiche kaum und bleiben dank ihrer dicken Haut davon unbeeinträchtigt. Weit verbreitet ist die Annahme, dass Bienen ihnen überhaupt nichts anhaben können. Es gibt jedoch seltene Fälle, in denen Honigdachse in Bienenstöcken eingeschlossen wurden, lang andauernde Angriffe ertragen mussten und schliesslich zahlreichen Stichen erlagen.
Meist bleiben Honigdachse dennoch am Leben und nahezu unverletzt. Ihr Charakter spielt dabei eine wichtige Rolle: Mut und aktive Verteidigung gehen bei ihnen rasch in Aggression über. In dieser Hinsicht ähneln Honigdachse ihrem Verwandten aus der Marderfamilie, dem Vielfrass, der in nördlichen Breiten lebt. Während Honigdachse bei Angriffen auf Löwen und Büffel beobachtet wurden, legen sich Vielfrasse manchmal auf ähnliche Weise mit Bären an.
Virales Video: Honey badger don't care
Vielleicht sind Sie im Internet bereits auf dieses legendäre Video des wilden Honigdachses gestossen. Sehen Sie es sich noch einmal an – mit dem Wissen darüber, was dieses Tier so furchtlos macht. (Warnung: derbe Sprache)
Das 2011 auf YouTube hochgeladene Video wurde ausserordentlich populär und erreichte mehr als 100 Millionen Aufrufe. Das Originalmaterial wurde für den Sender National Geographic Wild gedreht. Randall, beeindruckt vom Verhalten des Honigdachses, entschied sich, das Material neu zu kommentieren und humorvoll zu vertonen. Das Video verbreitete sich rasch viral und wurde zu einem Internet-Meme. Mehr Menschen als je zuvor erfuhren von Honigdachsen.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer mochten Randalls Stil. Daraus entstanden später ein Buch über Tiere mit seinem Kommentar sowie mehrere Werbespots mit seiner Stimme.
Dieses Video brachte im Englischen eine neue Slang-Bedeutung des Wortes "honey badger" hervor. Menschen begannen, "honey badger" für Personen zu verwenden, denen die Meinung anderer gleichgültig ist, die sich nicht darum kümmern, was andere denken, und einfach tun, was sie wollen.
Ernährung. Honigdachse und was sie fressen
Honigdachse gelten als opportunistische Aasfresser, die sich äusseren Umständen anpassen. Auch diese Eigenschaft verbindet sie mit Vielfrassen, die ebenfalls ein breites Nahrungsspektrum haben.
Vielleicht wäre es einfacher aufzulisten, wen oder was Honigdachse nicht fressen. Dennoch versuchen wir, ihre Ernährungsweise und Beutetiere zu beschreiben. Ihre Nahrung richtet sich nach der Jahreszeit und danach, wie viele Kleintiere gerade verfügbar sind. Honigdachse ernähren sich überwiegend fleischlich und fangen sowie fressen kleine Nagetiere, Schlangen, Frösche und Vögel. Vogeleier nehmen sie gern, und dafür klettern sie ohne Mühe auf Bäume. Fast jedes Tier bis zu 2 kg Körpergewicht, manchmal auch schwerere Beute, kann im Magen eines Honigdachses landen. Allein in der südlichen Kalahari wurden mehr als 60 Beutearten von Honigdachsen dokumentiert. Auffällige Beispiele grösserer Beute sind Afrikanische Wildkatzen, Kapfüchse, Löffelhunde und Buschhasen. Ausserdem knacken Honigdachse Schildkrötenpanzer mühelos und gelangen so an das weiche Fleisch im Innern.
Zu den Schlangen, die Honigdachsen zum Opfer fallen, zählen Puffottern, Hornottern, Kapkobras, Maulwurfsnattern, Schwarze Mambas und sogar Südafrikanische Felsenpythons. Viele der von ihnen gefressenen Schlangen sind hochgiftig. Skorpione, deren Gift Honigdachsen ebenfalls nicht schadet, lassen sich dieser Liste hinzufügen.
Sehen Sie in diesem Video, wie Honigdachse anderen Tieren gegenübertreten. Es zeigt 17 Konfrontationen zwischen Honigdachsen und verschiedenen Vertretern des Tierreichs.
Erwähnenswert ist auch, dass Honigdachse für Menschen bisweilen zu unangenehmen Nachbarn werden: Sie dringen in Hühnerställe ein und töten zahlreiche Hausvögel. Dank ihrer langen Krallen und ihrer Grabfähigkeit legen Honigdachse Baue an, und mit ihren kräftigen Pfoten zerlegen sie auch dicke Bretter und nehmen Hühnerställe auseinander. Sich gegen sie zu schützen, ist nicht einfach.
Interessanterweise fressen Honigdachse ihre Beute nach dem Fang vollständig und verschmähen weder Haut noch Federn, Fell oder Knochen. Auch Aas meiden Honigdachse nicht. Der britische Zoologe Reginald Innes Pocock erwähnte in seinem Buch unter anderem Berichte aus Indien, wonach sie menschliche Überreste ausgruben.
Zu den kleineren Tieren, die Honigdachsen als Nahrung dienen, gehören verschiedene Insekten, darunter die bereits erwähnten Bienenlarven, für die sie in Bienenstöcke eindringen.
Ausserdem fressen Honigdachse Pflanzen: Wurzeln, Knollen, Beeren und Früchte. Dadurch sind sie Allesfresser. Berichten zufolge fressen sie Früchte manchmal nicht wegen des Nährwerts, sondern wegen der Flüssigkeit. Das geschieht häufiger in trockenen Regionen.
Eine ihrer bevorzugten Tätigkeiten ist das Aufbrechen von Bienenstöcken, Termitenhügeln und Bauen verschiedener Nagetiere. Sie dringen in Baue ein, verschliessen den Ausgang mit den Hinterbeinen und erweitern mit ihren kräftigen Vorderbeinen den Gang, bis sie ihre Beute erreichen. Honigdachse haben einen ausgezeichneten Geruchssinn; sich in einem Bau vor ihnen zu verstecken, ist aussichtslos.
Wer bedroht Honigdachse?
Man geht davon aus, dass Honigdachse fast keine natürlichen Feinde haben, weil viele grosse Raubtiere ihren Charakter kennen und ihnen aus dem Weg gehen. Es gibt jedoch Fälle, in denen Löwen und Leoparden Honigdachse getötet haben. Bei den Opfern handelte es sich meist um alte oder geschwächte Tiere. In den meisten Fällen kann ein gesunder Honigdachs Raubtiere vertreiben. Dokumentiert ist zum Beispiel ein Fall, in dem ein Honigdachs mit 6 Löwen kämpfte und vergleichsweise unverletzt entkam.
In einzelnen Fällen zählen Hyänen, Leoparden, Löwen und Nilkrokodile zu den Fressfeinden von Honigdachsen. Allgemein gesprochen bleibt der Mensch die einzige dauerhafte Bedrohung. Menschen jagen Honigdachse wegen ihres Fleisches und verwenden Teile dieser robusten Tiere in der traditionellen Medizin. Die lokale Bevölkerung glaubt, dass Stärke und Mut des Tieres übertragen werden, wenn man einen Körperteil des Honigdachses besitzt.
Ein weiteres Problem sind Imker, die Fallen für Honigdachse aufstellen, um Bienenstöcke zu schützen. Manchmal vergiften Menschen sie, damit sie sich Bienenstöcken und Hühnerställen nicht nähern.
Insgesamt stellt dies keine erhebliche Bedrohung für die Art dar. Nach Angaben der International Union for Conservation of Nature (IUCN) nimmt die Gesamtpopulation des Honigdachses zwar ab, doch die Art gilt nicht als ernsthaft bedroht. Ihr Schutzstatus lautet Least Concern, also nicht gefährdet. Vor allem die zurückgezogene Lebensweise und die Entfernung vieler Lebensräume des Honigdachses von menschlichen Siedlungen tragen zu seinem Überleben bei. In einzelnen Lebensräumen stuft die Naturschutzbiologie ihn jedoch als gefährdet ein.
Lebensraum und Verhalten: Wo und wie leben Honigdachse?
Honigdachse kommen in verschiedenen Klimazonen zurecht: in Steppen, Savannen, felsigen Gebieten, offenen Küstenlandschaften, Wäldern und Gebirgen. Berichte nennen Sichtungen in Höhen bis zu 4'000 m ü. M. Die einzigen Gebiete, in denen sie nicht vorkommen, sind tropische Tieflandwälder.
Da dieses Tier sehr gefrässig ist, verbringt es den Grossteil seiner Zeit mit der Nahrungssuche. Honigdachse leben gewöhnlich allein. Dabei markieren sie ihr Territorium für andere Männchen und bilden grosse Streifgebiete, die manchmal bis zu 500 km² erreichen. An einem Tag kann ein männlicher Honigdachs bis zu 27 km zurücklegen, um Nahrung zu finden.
Obwohl sie Einzelgänger sind, sieht man sie gelegentlich paarweise. Während der Paarungszeit jagen Honigdachse manchmal gemeinsam, ein Männchen und ein Weibchen. Honigdachse bei der Paarung zu beobachten, ist sehr selten. Das trächtige Weibchen gräbt sorgfältig eine Wurfkammer und polstert sie mit weichem Gras für das bald kommende Jungtier aus. Nach einer Tragzeit von 7 bis 10 Wochen kommt ein einzelnes, selten 2, haarloses Junges zur Welt – blind, hilflos und mit zarter rosafarbener Haut.
Gelegentlich bilden Männchen Junggesellengruppen. Manchmal lässt sich auch ein Honigdachsweibchen mit Jungtieren beobachten. In den meisten Fällen jagen Honigdachse jedoch allein. Eine Gruppe mehrerer Tiere zu sehen, ist selten.
Honigdachse gehen häufig nachts auf Jagd, können aber auch tagsüber angetroffen werden. Entscheidend ist, den Moment nicht zu verpassen. Einige von uns aus dem Team von Altezza Travel haben genau das erlebt. Wir waren auf Safari im Mkomazi-Nationalpark. Nach einem langen Tag in der Weite des Parks wollten die Müdesten unter uns im Auto ausruhen und für 5 Minuten die Augen schliessen. Das war ein Fehler. Genau in diesem Moment überquerte ein Honigdachs die Strasse. "Honigdachs!", rief der Fahrer erfreut. Doch es war zu spät; das Tier verschwand sofort in der dichten Vegetation. Wer die Augen geschlossen hatte, verpasste die seltene Möglichkeit, dieses bemerkenswerte Tier zu sehen. Das bedauern sie bis heute.
Da ein grosses Streifgebiet ständig kontrolliert werden muss, besitzt der Honigdachs mehrere Baue zum Ausruhen. Deshalb verbringt er selten 2 Nächte nacheinander im selben Bau.
Die Baue der Honigdachse
Ein typischer Aufenthaltsort des Honigdachses ist ein Bau, den er mit den langen Krallen an den Vorderpfoten gräbt. Er ähnelt einem Tunnel und kann bis zu 3 m lang sein. Zudem kann das Tier bis zu 1,5 m tief graben. Für einen Tunnel in festem Boden braucht es etwa 10 Minuten.
Häufig übernehmen Honigdachse einfach die Behausungen anderer Tiere und brechen in bestehende Baue von Erdferkeln, Füchsen, Mangusten und Warzenschweinen ein. Manchmal nutzen sie verlassene Termitenhügel.
Auch in felsigem Gelände zu übernachten, ist für sie kein Problem. In diesem Fall richten Honigdachse ihren Unterschlupf in Felsspalten ein. Baumhöhlen dienen ebenfalls als geeignete Schlafplätze. Insgesamt sind Honigdachse bei der Wahl ihrer Unterkunft ebenso anpassungsfähig wie bei ihrer Ernährung.
Wir kennen sogar einen Honigdachs, der sich auf dem Logo eines afrikanischen Safariunternehmens niedergelassen hat :)
Der Honigdachs im Logo von Altezza Travel
Lassen Sie uns kurz von uns erzählen, damit deutlich wird, wie wir mit den Tieren Afrikas verbunden sind. Wir sind Altezza Travel, ein Unternehmen aus Tansania, einem Land in Ostafrika. Tansania ist bekannt für seine eindrucksvolle Tierwelt und für weitläufige Nationalparks, in denen Wildtiere frei leben.
Wir organisieren Safarireisen in die Serengeti, nach Ngorongoro, in den Tarangire, sowie in weitere Nationalparks und Reservate. Es ist unsere Leidenschaft, Reisenden die Vielfalt der afrikanischen Natur mit eigenen Augen zugänglich zu machen. Ausserdem organisieren wir Expeditionen auf den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas. Sowohl der Kilimandscharo als auch die bekannten Nationalparks liegen hier in Tansania.
Als wir das Firmenlogo entwickelten, wollten wir darin ein interessantes afrikanisches Tier zeigen. Löwen, Zebras und Giraffen kamen für uns nicht infrage, weil ihre Bilder in einem Logo nach dem anderen verwendet werden. Wir suchten etwas Eigenständigeres. Wir versuchten es mit einem Stachelschwein und anderen Tieren, doch der Honigdachs wirkte am stärksten. Dieses Tier steht für die Tierwelt Tansanias und verweist auf die Safari. Gleichzeitig erinnert sein schwarz-weisses Fell an den schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo und damit an Bergexpeditionen. Damit hatten wir das passende Tiermaskottchen für Altezza Travel gefunden.
Es scheint, als hätten wir mit dem Honigdachs in unserem Logo einmal ein echtes Tier angezogen. Lassen Sie uns von dieser Begegnung erzählen.
Wie Altezza Travel einen Honigdachs rettete
Wir haben eine bemerkenswerte Geschichte darüber, wie wir einmal einen Honigdachs aus den Händen von Bauern retten und in die Wildnis zurückbringen mussten. Wir wussten bereits, dass bei Honigdachsen Vorsicht geboten ist, und bereiteten die Rettungsaktion entsprechend sorgfältig vor.
Der Vorfall ereignete sich 2018. Unser Büro befindet sich auf dem Gelände unseres eigenen Hotels, des Aishi Machame Hotel, das von üppigen Wäldern am Fuss des Kilimandscharo umgeben ist. In der Nähe liegt das grosse Dorf Machame. Viele Einheimische arbeiten in der Landwirtschaft und in der Kleintierhaltung.
Eines Abends brachten lokale Bauern einen Honigdachs in einem Pickup zu unserem Büro. Das Tier war im Dorf gefangen und mit Seilen gefesselt worden. Es war in einen Hühnerstall eingedrungen und dort gefasst worden. Die Bauern boten uns an, den gefesselten Räuber zu kaufen. Der Handel mit Wildtieren ist in Tansania illegal. Selbstverständlich lehnten wir ab und riefen das Ministerium für natürliche Ressourcen und Tourismus an. Das Tanzania Wildlife Research Institute (TAWIRI), das dem Ministerium unterstellt ist, kümmert sich um alle Fragen zu Wildtieren, die in menschliche Hände geraten sind.
Die Bauern liessen den Honigdachs einfach bei uns, weil sie nichts mit einer staatlichen Organisation zu tun haben wollten; ihnen drohte eine Busse. So hatten wir plötzlich ein wildes und gefährliches Tier in unserer Obhut. TAWIRI versprach, am nächsten Tag Ranger zu schicken, die uns beim Transport des Honigdachses in die Wildnis und bei seiner Freilassung unterstützen würden.
Nicht weit von Machame entfernt liegen kommerzielle Zuckerrohrplantagen (TPC). Das Zuckerunternehmen besitzt ein Reservat, in dem Antilopen, Zebras, Stachelschweine und andere Tiere in ihrer natürlichen Umgebung leben. Wir vereinbarten mit der Leitung von TPC, dass wir den Honigdachs in diesem Reservat freilassen würden.
Am nächsten Tag fuhr das Team von Altezza Travel gemeinsam mit TAWIRI-Rangern in das Reservat, begleitet von einem Tierarzt, der auf die Hilfe für verletzte Wildtiere spezialisiert ist. Der Honigdachs reiste in einem gesicherten Käfig mit uns. Doch selbst das beruhigte unsere Kolleginnen und Kollegen nicht, die im selben Fahrzeug mit dem Tier unterwegs sein mussten. Alle hatten von der Aggression und Furchtlosigkeit der Honigdachse gehört, deshalb wollte niemand dem Käfig nahekommen.
In der Waldzone des Reservats hielten 2 Minibusse mit dem Rettungsteam für den Honigdachs an einem Pfad. Alle Beteiligten der Aktion nahmen sichere Positionen abseits des Käfigs ein. Der Käfig wurde auf den Boden gestellt, und die Tür wurde mit grösster Vorsicht mithilfe von Stöcken und Seilen geöffnet. Niemand wagte es, sich dem Käfig mit dem Honigdachs zu nähern. Die Handgriffe wurden von den Dächern der Busse aus durchgeführt, auf die alle geklettert waren.
Schliesslich kam der Honigdachs vorsichtig aus dem Käfig und rannte ziemlich schnell in den Wald. Die Mitglieder der Rettungsgruppe atmeten erleichtert auf. Der Honigdachs griff niemanden an und zerlegte auch niemanden. Spass beiseite: Alle waren wirklich angespannt. Die Rettungsaktion für das Maskottchentier von Altezza Travel war erfolgreich. Der Honigdachs war frei.
Honigdachs auf einer Kamerafalle im Kilimandscharo-Wald
2022 nutzten wir unsere Nähe zum Kilimandscharo-Wald und installierten mehrere Kamerafallen in der Waldzone des Berges, um zu verstehen, welche Tiere dort heute leben. Mehrere Waldbewohner wurden von den Kameras erfasst, darunter der seltene Abbott-Ducker und mehrere Honigdachse.
Das Foto zeigt eine Gruppe von 3 Honigdachsen, die nachts durch den Wald ziehen. Wie bereits erwähnt, jagen diese Tiere normalerweise allein. Dieses Trio scheint eine Junggesellengruppe oder eine zusammenbleibende Familie zu sein.
Wir freuten uns sehr über dieses Glück. 3 erwachsene Honigdachse in freier Wildbahn auf einem einzigen Bild festzuhalten, ist ziemlich selten. Uns ist es gelungen. Altezza Travel, ein Unternehmen, das den Honigdachs als Markensymbol verwendet, scheint mit diesen Tieren Glück zu haben.
Wo begegnet man dem Honigdachs sonst noch?
Uns interessierte, wer sonst das Bild des Honigdachses nutzt, um sich selbst darzustellen. Wie erwartet ist das Motiv in der Sportwelt beliebt. Athletinnen und Athleten fühlen sich offenbar von der Furchtlosigkeit und Ausdauer des Honigdachses angezogen.
In Kanada spielt ein professionelles Basketballteam namens Brampton Honey Badgers in der Canadian Elite Basketball League. Das Team übernahm nicht nur den Namen des Tieres, sondern zeigt den Honigdachs auch prominent in seinem Branding. Bemerkenswert ist, dass die Basketballspieler aus Brampton 2022 Meister der Elite League wurden. Die "Honigdachs-Magie" spielt zweifellos eine Rolle. Interessant ist dabei: Honigdachse sind in Kanada nicht heimisch.
Zu den bekanntesten Sportlern, die den Spitznamen "Honey Badger" erhalten haben, gehören der australische Rugbyspieler Nick Cummins, der australische Rennfahrer Daniel Ricciardo, der kanadische Eishockeyspieler Brad Marchand und der kanadische American-Football-Spieler Tyrann Mathieu. Nick Cummins sagte, ihn habe die kämpferische Natur des Honigdachses motiviert, und er habe versucht, dessen Strategien in der harten Verteidigung nachzuahmen. Formel-1-Fahrer Daniel Ricciardo ahmte den Stil des aggressiven Tieres nach, wenn ihn jemand auf der Strecke überholte. Tyrann Mathieu erhielt diesen Spitznamen sowohl wegen seines zähen Footballspiels als auch wegen seiner Frisur zu Beginn seiner Karriere, die an den weissgrauen Mantel auf Kopf und Rücken des Honigdachses erinnerte.
Ein amerikanisches leichtes Karabinergewehr namens AAC Honey Badger, das von 2011 bis 2020 produziert wurde, wurde nach dem Honigdachs benannt. Es war für den Nahkampf bei militärischen Spezialoperationen konstruiert.
Auch eine in den 1980er-Jahren für Iran geplante amerikanische Militäroperation erhielt den Namen "Honey Badger". Ziel war die Rettung von Geiseln. Während der Planungsphase der Operation wurde ein innovatives Frachtflugzeug entwickelt, das bei Tests mehrere Kurzstartrekorde aufstellte. Dies war für die sichere Rettung der Geiseln und der Spezialeinheit notwendig. Die Rettungsmission selbst wurde infolge günstiger politischer Veränderungen abgesagt, und 444 amerikanische Geiseln kamen durch Verhandlungen frei.
Die südafrikanischen Streitkräfte verwenden zu Ehren des widerstandsfähigen Tieres einen Schützenpanzer namens "Honey Badger". Der Honigdachs lebt in Südafrika; dort erhielt er auch seinen wissenschaftlichen Namen – Mellivora capensis.Der wissenschaftliche Name des Honigdachses, Mellivora capensis, lässt sich wie folgt erklären. Die Gattung Mellivora stammt vom griechischen Wort meli für "Honig" und vom lateinischen Verb vora für "fressen, verschlingen". Das Wort Capensis bezieht sich auf das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika, wo die Art erstmals beschrieben wurde. Übrigens ist der Honigdachs die einzige heute lebende Art der Gattung Mellivora.
Wie sieht man wilde Honigdachse in ihrem natürlichen Lebensraum?
Wenn Sie einen lebenden Honigdachs sehen möchten, empfehlen wir eine Safari in einem der Nationalparks Tansanias. Wir müssen jedoch darauf hinweisen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung während einer Reise durch die afrikanischen Savannen eher gering ist. Es ist aber möglich. Und Sie sehen unterwegs viele andere bemerkenswert schöne Tiere Afrikas.
Wählen Sie eines der Safariprogramme von Altezza Travel und erleben Sie die unberührte Schönheit der Natur. Vielleicht haben Sie Glück, und unser Symbol hilft Ihnen, einem echten Honigdachs in der weiten afrikanischen Landschaft zu begegnen.
Häufige Fragen zu Honigdachsen
Zum Schluss beantworten wir kurz einige häufige Fragen zu dieser bemerkenswerten Säugetierart.
Ist ein Honigdachs aggressiv?
Ja, Honigdachse verhalten sich gegenüber grösseren Säugetieren und anderen Tieren aggressiv. Menschen meiden sie jedoch in der Regel, solange sie sich nicht bedroht fühlen.
Warum ist der Honigdachs so robust?
Lockere und dicke Haut, kräftige Beine, ein flacher Körper und Widerstandsfähigkeit gegen Gift machen Honigdachse ausserordentlich robust. Zusätzlich kann ihre Fähigkeit, eine "Stinkbombe" abzugeben, viele Gegner abschrecken.
Warum sind Honigdachse furchtlos?
Die Furchtlosigkeit von Honigdachsen entsteht aus einer Kombination mehrerer Faktoren, darunter dicke Haut, starke Krallen und kaum natürliche Feinde.
Kann man einen Honigdachs gefahrlos streicheln?
Nein, einen Honigdachs zu streicheln, ist nie sicher. Es sind Wildtiere mit kräftigen Krallen und Zähnen. Auch als Haustier ist ein Honigdachs keine gute Idee.
Fressen Honigdachse nur Honig?
Honig gehört zwar zu ihrer Nahrung, doch Honigdachse sind tatsächlich Allesfresser. Sie fressen verschiedene Insekten, kleine Tiere und Früchte.
Welche anderen Tiere sind mit Honigdachsen verwandt?
Es gibt viele kleine Säugetiere, die mit Honigdachsen verwandt sind. Dazu gehören zum Beispiel Fuchsmangusten, Sonnendachse, Stinktiere, Otter, Vielfrasse und andere Dachse. Ausserdem zählen die in Südamerika heimischen Grisons sowie weitere Arten aus der Marderfamilie dazu.
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